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Asylstatistik 2. Quartal 2017: Tiefste asylzahlen seit 2010

 Im zweiten Quartal 2017 wurden in der Schweiz 4392 Asylgesuche eingereicht, das sind 26 % weniger als in der Vorjahresperiode. Im Juni 2017 wurden 1634 Gesuche registriert, was einem Rückgang von fast einem Drittel gegenüber Juni 2016 entspricht

Von Anfang Januar bis Ende Juni 2017 wurden in der Schweiz 9123 Asylgesuche eingereicht. Dieser Wert liegt nicht nur deutlich unter den Zahlen des ersten Halbjahres 2016, sondern stellt gar den tiefsten Wert für das erste Halbjahr seit 2010 dar. Es ist zu beobachten, dass die Schweiz nicht primäres Zielland der Menschen ist, die nach Westeuropa gelangen. In der zweiten Jahreshälfte werden jedoch in der Regel mehr Asylgesuche gestellt als in der ersten, weshalb eine lineare Hochrechnung dieser Zahlen nicht möglich ist.

Das SEM hat die im Januar publizierte Jahresprognose der Asylgesuchzahlen für 2017 aufgrund der jüngsten Entwicklungen aktualisiert. Die Eintretenswahrscheinlichkeit des tiefsten Szenarios mit 19 500 (± 2500) Asylgesuchen wird neu gleich hoch bewertet wie die des bisher wahrscheinlichsten Szenarios von 24 500 (± 2500) Asylgesuchen. Nach wie vor können aber Entwicklungen nicht ausgeschlossen werden, die zu 30 000 oder mehr Asylgesuchen führen. Denn es bleibt unsicher, wie sich die Lage in den Konfliktregionen und entlang der Migrationsrouten entwickeln wird. Deshalb hält das SEM an der bisher gemachten Prognose von 24 500 (± 2500) Asylgesuchen fest und verwendet diese Zahl als Basis für die Planung.

Die wichtigsten Herkunftsländer von Asylsuchenden im Juni waren Eritrea mit 336 Gesuchen (+116), Syrien mit 166 Gesuchen (-46), Afghanistan mit 159 Gesuchen (+59), Somalia mit 98 Gesuchen (+5) und Sri Lanka mit 91 Gesuchen (+7).

Das Staatssekretariat für Migration erledigte im Juni 2205 Asylgesuche in erster Instanz. Dabei wurden 503 Nichteintretensentscheide (476 auf Grundlage des Dublin-Abkommens) gefällt, 618 Personen erhielten Asyl und 667 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die Zahl der erstinstanzlich hängigen Fälle ging im Vergleich zum Vormonat um 214 auf 23 788 zurück.

Im Juni sind 609 Personen kontrolliert aus der Schweiz ausgereist oder wurden rückgeführt. Die Schweiz hat bei 642 Personen einen anderen Dublin-Staat um Übernahme angefragt, 197 Personen konnten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um Übernahme von 471 Personen ersucht, 73 Personen wurden der Schweiz überstellt.

Resettlement- und Relocation-Programm

Im Juni sind im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) 61 Personen angekommen. Die Schweiz möchte bis Ende 2018 ein Kontingent von 2000 Personen aufnehmen. Das Programm richtet sich an besonders verletzliche Menschen, die sich in Syrien oder in einem seiner Nachbarländer aufhalten und vom UNHCR den Flüchtlingsstatus erhalten haben.

Im Rahmen des Programms der Europäischen Union zur Umverteilung (Relocation) von Asylsuchenden sind im Juni 136 Personen aus Griechenland und Italien in der Schweiz eingetroffen. Seit der Einführung dieses Programms im September 2015 hat die Schweiz 1058 Personen aufgenommen. Bei diesem Programm werden Asylsuchende, die schon in Griechenland oder Italien registriert wurden, auf andere europäische Staaten verteilt. Damit sollen diese beiden Dublin-Staaten, die an der EU-Aussengrenze mit hohen Gesuchseingängen konfrontiert sind, entlastet werden.