Die Zukunft gehört den integrierten Albanern

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© albinfo.ch: albinfo.ch: der Veleshter Verein „Shqiponjat“

 

Die albanischsprachige Bevölkerung unterstützt das Pilotprojekt "Zusammenleben im Rheintal" und den Verein Ardhmëria (die Zukunft) in St. Margrethen.

 

Vor mehr als einem Jahr stand auf dem Wunschzettel der Gemeindebeamten im Rheintal die Schaffung eines albanischen Vereins für eine bessere Integration der albanischsprachigen Bevölkerung. In Zusammenarbeit mit dem regionalen Pilotprojekt "Zusammenleben im Rheintal" wurde im Januar letztes Jahr der Kulturverein "Ardhmëria" gegründet, der nun sein einjähriges Bestehen im Rheinausaal in St. Margrethen feierte. Das Fest fand in Gegenwart vieler neugieriger Schweizerinnen und Schweizer statt, die mehr über die so oft verleumdete und durch so viele Vorurteile belastete albanisch-kosovarische Bevölkerungsgruppe, die "Kosovoalbaner", erfahren wollten.

 

Das Engagement gegen Abschottungstendenzen innerhalb der Bevölkerung brachte auch den Leiter des regionalen Integrationsbüros, Hanspeter Wöhrle, und viele andere Mitarbeiter, Vertreterinnen und Beamte der zwölf Rheintaler Gemeinden des Kantons St. Gallen an das Fest. Dieses sollte vor allem eine gute Gelegenheit sein, einander und die Arbeit des albanisch-kosovarischen Vereins "Ardhmëria" in St. Margrethen näher kennenzulernen.

 


©albinfo.ch. Von links: Selajdin Hoxha, Präsident des Vereins Ardhmëria, Hanspeter Wöhrle von der Integrationsfachstelle, und der Koordinator für die Gemeinden, Toni Vrenezi.

 

Um die Albaner besser kennenzulernen, hatte der Integrationsbeauftragte Hanspeter Wöhrle vor zwei Jahren zwei Wochen "Ferien" in Kosova verbracht, hauptsächlich in der Stadt Gjilan und Umgebung. Er sagt, dass sich die Albanerinnen und Albaner gar nicht von Schweizern unterscheiden. "Für Einheimische ist es jedoch sehr schwierig, sich ein genaueres Bild von dieser Bevölkerungsgruppe zu machen, da entsprechende Kontakte fehlen, und weil die Medien sich meistens mit negativen Fällen beschäftigen. So entstand der Eindruck, dass jeder, der einen BMW fährt, eine Lederjacke trägt und sich nicht an die Spielregeln hält, ein Albaner ist. Doch befinden wir uns unter ihnen, an einem Anlass wie zum Beispiel dem heutigen, merken wir, dass sie ähnlich wie wir sind. Das sah ich auch in Kosova, sie waren sehr gastfreundlich, offen und liebenswürdig. So ist auch meine konkrete Arbeit hier mit den Albanern einfacher geworden. Vor allem jetzt mit dem Verein Ardhmëria, der uns half, uns aus der Nähe mit den Sorgen der albanischen Jugendlichen zu befassen."

 

Vereinspräsident Selajdin Hoxha erklärt, dass das Engagement des Vereins bis jetzt hauptsächlich aus der Arbeit mit den Jugendlichen bestand. Diese verfügen nun jeweils von Donnerstag bis Sonntag über das Vereinslokal als Treffpunkt. "Das hilft uns, die Jugendlichen von schlechten Unternehmungen abzuhalten und von der Strasse und heiklen Orten wegzubringen; ich denke da etwa daran, wie sie sich jeweils am Bahnhof versammelten. Seit der Vereinsgründung ist eine positive Bewegung in die Beziehungen mit den Einheimischen gekommen."

 

Selajdin Hoxha freut sich sehr über die zuverlässige Hilfe der Leute von den Gemeinden. "Sie unterstützen uns wo es nur geht bei der Bekämpfung der Probleme innerhalb unserer Gemeinschaft." Die Unterstützung zeigt sich auch in der Anwesenheit von Toni Vrenezi, Sozialarbeiter der Gemeinde St. Margrethen und, wie er von den andern gerne bezeichnet wird, dem wichtigsten Vertreter der Albaner bei der Gemeinde.

 

Multikulturelle Treffen sind für Toni Vrenezi notwendig, um den Einheimischen Gelegenheit zu geben, das kulturelle und soziale Leben der Albaner aus der Nähe kennenzulernen. Laut ihm existieren zwar albanische Vereine, doch die Gemeinden der Umgebung wünschten sich einen kosovarischen Verein, einen Verein, der so heisst, wie sie die Albaner kennen, als Kosovo-Albaner. Denn die herausfordernden Probleme, von denen sie laufend hören, gelten als Probleme der "Kosovo-Albaner". "So schufen wir mit diesem Verein eine Kommunikationsadresse für die Probleme, die uns beschäftigen. Über diesen Verein versuchen wir nun, die Vorurteile aufzuweichen. Deshalb schickten wir auch über zweihundert Einladungen an Vertreter der Schweizer Bevölkerung in den verschiedensten Bereichen." Offensichtlich war auch das Interesse der einheimischen Presse an der Veranstaltung, von der Lokalpresse bis hin zum St. Galler Tagblatt. Zugegen waren auch Vertreterinnen der albanischen Schule und der Imam der Enis-Koshi-Moschee, wie auch Ahmet Asani, der Berater des Ministers für Diasporaangelegenheiten, die beide eine Ansprache an die Anwesenden richteten.

 

Für das kulturelle Programm war der Veleshter Verein "Shqiponja" besorgt. Zu seinen Mitgliedern zählen zwei bekannte Sängerinnen: Arjeta Zhuta und Dorina Vinca. Ganz zum Schluss sangen Faton Rugova und Isuf Reshiti ausgewählte Volkslieder. Natürlich fehlte für die gluschtigen Schweizerinnen und Schweizer auch an diesem Anlass nicht die traditionelle albanische Küche und Essen "à la nona". [Für Sprachinteressierte: Nona ist die albanische Grossmutter, also die italienische Nonna.]

 


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