Shëndetësi

Gefangen im Teufelskreis des Glücksspiels

“Hast du eine Familie und liebst du sie, dann darfst du nicht ins Casinogehen”, sagt Alban, der selbst fünf Jahre lang spielsüchtig war.

Leicht gerät ein Familienleben auf die schiefe Bahn, wenn der Ernährer beschliesst, zu etwas mehr Geld zu kommen und zwar auf die schnelle Art, indem er sein Glück im Casino und mit andern Glücksspielen versucht.

Glücksspiele ziehen immer mehr Menschen verschiedener Altersgruppen an und bringen dadurch das wirtschaftliche und soziale Leben vieler Familien in Schwierigkeiten. Dieser Trend kennt weder Alters-, Geschlechts- noch sonstige Unterschiede. Davon besonders oft betroffen sind Albaner oder Schweizer albanischer Herkunft. Es erwies sich als gar nicht einfach für Albinfo.ch, einen Gesprächspartner zu finden, der seine Erfahrungen mitzuteilen bereit war. Immerhin ein Mann fand sich, der anonym zu bleiben wünscht, und der über sein Leben spricht, weil er damit anderen helfen möchte, nicht auf den gleichen Weg zu geraten, von dem er wegkam. Wir nannten unseren Gesprächspartner Alban Albani. Er ist albanischsprachiger Herkunft und war fünf Jahre lang spielsüchtig. Seit mehr als zwanzig Jahren lebt er in der Schweiz, zusammen mit seiner Familie. In die Schweiz gekommen war er alleine, in jungem Alter. Er hat sehr schwere Phasen durchgemacht, die er, wie er sagt, nicht einmal seinem ärgsten Feind wünscht.

A person visits the Swiss Casinos online gambling website on a laptop, pictured in Zurich, Switzerland, on March 10, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die ersten Kontakte mit Glücksspielen

Als Alban in die Schweiz kam, begann er im Kanton Bern auf dem Bau zu arbeiten. “Anfangs war alles gut, obwohl mir die Familie, meine Frau und die Kinder fehlten. Nach einiger Zeit freundete ich mich mit ein paar Leuten an, die seit langem spielten, Poker und im Casino. Eines Abends luden sie mich ein, mit ihnen ins Casino zu gehen. Dort versuchte ich mein Glück und setzte zehn Franken. Es war mein grösstes Unglück, dass ich in jener Nacht 1000 Franken gewann. Danach begann ich häufiger zu gehen und spielte mit grösseren Summen und geriet immer tiefer hinein”, sagt Albani.

“Zu allem Unglück war es mir ausgerechnet in jener Zeit, als ich noch tiefer in dieses Laster geschlittert war, gelungen, meine Familie in die Schweiz zu bringen, also meine Frau und unsere beiden Kinder. Sie waren ganz auf mich gestellt. Ich versuchte mehrmals, vom Spielen wegzukommen, doch diese “Krankheit” war sehr mächtig und zog mich jedes Mal wieder zu sich hin. Oft fühlte ich mich sehr schlecht und haderte mit mir selbst. Es kam vor, dass ich, wenn ich aus dem Casino heraustrat, den Lohn eines ganzen Monats drinnen gelassen hatte, und das innerhalb nur weniger Stunden. Das führte dazu, dass ich mich wie ein Versager fühlte. Ich kehrte spät nach Hause zurück, sah die Kinder und begann zu weinen, weil ich ihnen versprochen hatte, dass wir am Wochenende einen Ausflug machen würden und ich das, nach den Nächten im Casino, nicht vermochte. Der morgige Tag war dann immer die Hölle für mich und meine Familie. Ich stritt mich andauernd mit meiner Frau, und sie hatte Recht in dem was sie sagte.

Ich verursachte ich meiner Familie viel Leid

Doch das sind vergangene Jahre, zu welchen ich nicht noch einmal zurückkehre, gäbe man mir auch die ganze Welt dafür.

“Während der Jahre, die ich im Casino spielte, verursachte ich meiner Familie viel Leid. Doch der Kummer, den ich auf dem Gesicht meiner Frau sehen konnte, wurde zum wichtigsten Grund, der mich dazu bewegte, von diesem Weg wegzukommen. Mehrere Monate lang besuchte ich regelmässig eine Psychologin, und ich glaube, dass die Hilfe, die ich von ihr erhielt, sehr wichtig war”, erzählt Alban über das Geheimnis, wie er sich von der Welt der Glücksspiele lossagen konnte.

Diese Situation, die mehrere Jahre dauerte, hätte mir fast mein Leben zerstört. Mein Lebenswille schwankte viele Male zwischen einem extremen Pessimismus und einem ganz zögerlichen Optimismus”, erzählt Albani gegenüber albinfo.ch. “Wenn Sie eine Familie haben und Ihnen diese am Herzen liegt, müssen Sie vom Casino lassen”, fügt er auf unsere Frage, was er Betroffenen raten würde, hinzu.

Was bietet die Berner Gesundheit

Die Berner Gesundheit ist Anlaufstelle für Fragen zum Thema Glücksspiel. Sie bietet konkrete Hilfestellung, wenn jemand versucht, vom Casino die Finger zu lassen. In der Beratung wird aufgezeigt, wie man mit dem Verlangen zu spielen, umgehen kann. Bevor die Situation auswegslos erscheint kann es helfen, die Kompetenzen im Umgang mit dem Spielen um Geld zu stärken. Dazu muss man aber wissen, dass Glücksspiele finanzielle Schwierigkeiten zur Folge haben können und zur Sucht werden können. Informieren Sie sich über das Thema, nehmen Sie Kontakt mit der Berner Gesundheit auf. Das Angebot ist kostenlos und wir können ohne Probleme Übersetzungen in ihrer Muttersprache organisieren, damit wir uns gut verstehen. Damit auch die finanziellen Schwierigkeiten in Angriff genommen werden können, arbeiten wir eng mit der Schuldenberatung zusammen.

Berner Gesundheit, Eigerstrasse 80, 3007 Bern,

Tel. 031 370 70 70/80

Fragen Sie nach Beatrice Kriwanek oder Christina Messerli

Unten die links zu den Angeboten der Beratung und der Prävention zum Thema:

http://www.bernergesundheit.ch/download/suchtberatung_glucksspiel_angebot_albanisch.pdf

http://www.bernergesundheit.ch/download/praevention_glucksspiel_angebot_albanisch.pdf

In einem kurzen Film, zeigen wir Ihnen, wie wir arbeiten. Diesen Film gibt es auch auf albanisch!

http://www.bernergesundheit.ch/de/news.1869/film-erklart-die-suchtberatung-bei-der-berner-gesundheit.3825.html

 

2016 machten die Casinos in der Schweiz 689 Millionen Franken Gewinn

Die 21 Casinos der Schweiz machten 2016 einen Gewinn von rund 689 Millionen Franken, 1,2 Prozent mehr als 2015, wie der Schweizer Casinoverband informiert. Die Glücksspielhäuser in der Schweiz zahlen ordentliche jährliche Abgaben an die Kantone und die AHV. Doch sie haben ein Problem mit der Konkurrenz im In- und Ausland. “Der schweizerischen Glücksspielindustrie erwächst weiterhin Konkurrenz von Glücksspielen, die in den grenznahen Regionen der Nachbarländer betrieben werden, und von illegalen Spielklubs”, teilt der Verband mit.