Integration

Zahiri: Ich politisiere nicht, ich befasse mich mit den Problemen der Leute

Ibrahim Zahiri wurde in den Gemeinderat der Stadt Opfikon-Glattbrugg gewählt. Er spricht mit albinfo.ch über die Vorteile und die Verantwortung, die dieser Posten mit sich bringt.

Die Wahlen vom 30. März brachten frischen Wind und eine neue Situation für die albanischsprachige Bevölkerung in der kleinen Stadt Opfikon-Glattbrugg. Mit seiner Wahl in den Gemeinderat gibt Ibrahim Zahiri dem Leben der hiesigen Albaner eine neue Richtung. Er ist der erste Albaner, der in diese Stellung gewählt wurde.

Zahiri erzählt von seinem Weg zur Kandidatur. Bevor er für seine Partei GV (Gemeindeverein) kandidierte, fragte er seine Angehörigen um ihre Meinung.

„Ich wollte zuerst den Rat meiner Familie, meiner Verwandten und Freunde haben. Ich sagte ihnen, dass mir diese Möglichkeit angeboten worden sei und dass ich ihre Meinung hören möchte. Ich fragte nicht nur die Wahlberechtigten um Rat, sondern auch jene ohne Wahlrecht. Nachdem mein Umfeld meine Absicht guthiess, kandidierte ich, doch ich habe zu niemandem gesagt, sie oder er solle mich wählen. Ich liess alle selbst entscheiden, denn in Glattbrugg kennen mich die Leute“, sagt Ibrahim Zahiri.

Nicht nur Albanerinnen und Albaner mit Schweizer Pass stimmten für ihn, sondern auch Schweizer und andere; er genoss sogar ausserordentlich grosse Unterstützung von schweizerischer Seite.

Zahiri nennt sich selbst nicht Politiker, sondern er sagt: „Ich kann mich nicht als Politiker bezeichnen, ich identifiziere mich viel mehr mit der Rolle eines Aktivisten, denn ich mache nicht Politik, sondern befasse mich mit den Problemen der Leute und setze mich für ein möglichst gutes Leben ein“, sagt Zahiri.

Zahiri war sich mehr oder weniger sicher, dass er die Wahl gewinnen würde und ist zufrieden mit dem Wahlergebnis.

„Ich habe mehr Stimmen als nötig erhalten und bin zufrieden damit. Ich war mir sicher, zu gewinnen, denn ich hatte mich nicht nur auf eine Gruppierung konzentriert, sondern, wie soll ich sagen, ich erwartete nicht nur Stimmen von Albanern, sondern auch von Schweizerinnen und andern. Ich kann jetzt aber nicht sehen, wer mich gewählt hat, deshalb steht es mir nicht an, zu sagen, dass ich nur die Albanischsprachigen vertrete; ich vertrete alle Wählerinnen und Wähler, die mir ihre Stimme gaben. Ich bin Albaner, und da versteht es sich von selbst, dass ich auch die Albanerinnen und Albaner vertrete.“

Er erzählt, dass ihn nach seiner Wahl in den Gemeinderat viele Freunde anriefen und ihm zur Wahl gratulierten, doch einige hätten auch gefragt, wie hoch sein Lohn als Volksvertreter sein werde.

„Das weiss ich selbst nicht, ehrlich nicht, und es hat mich auch nicht interessiert, ob und wieviel ich als Gemeinderat verdiene. Ganz ehrlich, daran habe ich überhaupt nicht gedacht, denn ich trat hier nicht ein, um etwas zu verdienen und reich zu werden, sondern weil ich immer etwas für den Ort, wo ich lebe, beitragen wollte, und ich hoffe, dies auch mit meinen übrigen Aktivitäten bewiesen zu haben“, sagt Zahiri.

Zum Schluss vergisst Ibrahim Zahiri nicht, auch seiner von Herzen geliebten Frau für all ihre Mühe und Opfer zu danken.

„Ich will meiner Frau Ylbere danken, die mich auf diesem Weg unterstützte, denn meine Aufgabe wird mich auch zeitlich beanspruchen, und ich danke ihr, dass sie gewissermassen meine Pflichten übernehmen wird und mich in meiner Abwesenheit, wenn ich mich jeweils meinem neuen Engagement widme, bei unseren Kindern vertritt. Ich danke auch allgemein meiner Familie für die Unterstützung, die sie mir gab, und auch allen Freunden, Sympathisanten sowie allen Wählern für ihr Vertrauen“, sagt Zahiri.

Ibrahim Zahiri war schon immer sehr aktiv und engagierte sich in verschiedenen kulturellen und sozialen Bereichen. Während fünf Jahren war er Präsident des Elternrats der grössten Primarschule des Kantons Zürich, nun ist er Präsident des Elternrats einer Oberstufenschule. Ausserdem ist Zahiri ein grosser Tierliebhaber und ist deshalb auch Präsident des Kleintiervereins Regensdorf.

Ebenso ist er Mitgründer und Mitinitiator des Vereins Glatt-Alb. Zurzeit ist Zahiri Kassier des Vereins, der sich für die Integration der Albaner in der Schweiz einsetzt.