Kosova: vota e diasporës

So sieht die Diaspora den Wahlerfolg von Vetëvendosje

Die Reaktionen auf den Wahlerfolg von Vetëvendosje waren durchweg positiv. Für albinfo.ch äussern sich Aktivisten der albanischen Diaspora vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus der Schweiz.

Das Wahlergebnis der Wahlen vom letzten Sonntag in Kosova war auch in der Diaspora in der Schweiz ein viel besprochenes Thema. Von einer Wende ist die Rede. Das nun Vetëvendosje die stärkste Partei im kosovarischen Parlament ist, sei auch der Diaspora zuzuschreiben. Albinfo.ch hat diesbezüglich mit mehreren Aktivisten gesprochen.

Ylfete Fanaj, SP-Fraktionsvorsitzende im Luzerner Parlament

Es ist etwas sehr positives. Ein Zeichen des Volkes dafür, das eine neue Ära in der kosovarischen Politik anbricht. Der Wahlerfolg bedeutet aber auch grosse Verantwortung für Vetëvendosje! Zudem ist dies eine Chance für Kosova, wenn Vetëvendosje! das Wahlprogramm in Regierungsarbeit umsetzt.

Alban Imeri, BDP-Abgeordneter im Thurgauer Parlament

Meiner Meinung nach bestehen Parallelen zwischen den politischen Systemen in der Schweiz und im Kosovo. Ohne eine Koalition einzugehen, hat Lëvizja Vetëvendosje! einen sensationellen Erfolg eingefahren. Zudem heisst es, die Wahlen wurden extra nicht in den Sommermonaten angesetzt, wenn die Diaspora-Kosovaren im Summerurlaub im Kosovo sind. Denn die Diaspora  würde mit überwältigender Mehrheit für Vetëvendosje! stimmen. Die Entwicklung von Vetëvendosje! ähnelt sehr der Entwicklung der SVP in der Schweiz. Gleich wie die SVP hat Vetëndosje! im Kosovo die Themen besetzt, die den Menschem im Land unter den Nägel brennen. Auch wenn Vetëvendosje! oft als eine extreme Partei bezeichnet wird, denke ich, dass eine von ihr geführte Regierung dem Land sehr gut tun würde. Denn die „alten“ Parteien sind daran gescheitert, eine Veränderung und eine Verbesserung für das Leben der Kosovaren herbeizuführen. Vielmehr gelten die alten Parteien als korrupt und werden mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebracht. Allerdings ist die Angst auch bei der EU gross, dass bei einer Umsetzung des Programms von Vetëvendosje! die Region destabilisiert würde. Es sieht danach aus als stünde das Land vor der nächsten Blockade. Vetëvendosje! wird wohl mit keiner Partei eine Koalition eingehen können. Doch was passiert, wenn PAN (die Koalition mit den meisten Stimmen) mit der Demokratischen Liga des Kosovo eine Koalition eingeht? Dies würde mittelfristig Vetëvendosje! stärken. Denn es ist klar: die bisherigen Koalitionspartner haben keines ihrer Themen voranbringen können. Daher würde Kosovo sicherlich eine Konstellation wie der Schweizer Bundesrat helfen, an dem alle parlamentarischen Parteien beteiligt gewesen wären.

Gjyle-Julie Krasniqi, Kulturmanagerin in Luzern

Wenn den Gewinnern der Wahl Kosovo wirklich im Herzen liegt, können sie nun sich beweisen. Sie würden eine Koalition nach dem Vorbild des Schweizer Bundesrates bilden. Dies wäre die einzige Möglichkeit, den Willen des Volkes umzusetzen. Natürlich sollten sie dabei nicht davon absehen, die Anzahl der Ministerien von einem Dutzend auf sieben zu reduzieren (so viel wie der Schweizer Bundesrat).

Dr. Bashkim Iseni, Direktor albinfo.ch, Politologe Lausanne

Das Wahlergebnis stellt eine substantielle Veränderung der politischen Realität im Kosovo. Besonders der Erfolg von Vetëvendosje! als nun stärkste politische Kraft des Landes. Nach den Wahlen in Mazedonien zeigt sich auch im Kosovo, dass nun ein neues politisches Kapitel aufgeschlagen wird: der Wunsch nach strukturellen Reformen und nach richtiger Europäisierung der Region.

Përparim Avdili, Bankangestellter, FDP-Politiker, Zürich

Die Wahl zeigte, dass die alten etablierten Parteien nicht immun gegen eine relativ junge Partei sind, die sich ausser auf lokaler Ebene bisher nicht in Regierungsarbeit bewähren musste. Der enorme Wahlerfolg von Vetëvendosje!  ist auf mehreren Gründen zurückzuführen. Es gleicht einer Protestpartei – aus Mangel an Alternativen und aus Protest gegen die alten politischen Eliten wählten die Bürger Vetëvendosje! Die Menschen hoffen nun, dass Vetëvendosje! ihre Probleme lösen kann, die jahrelang vernachlässigt wurden. Über Jahre hinweg hat Vetëvendosje! die politische Frustration der Menschen kultiviert, indem sie eine Fundamentalopposition betrieben hat. Dank dieser Politik ist sie stärkste politische Kraft im Land geworden. Sie trägt nun eine grosse Verantwortung und muss die Frustration in Hoffnung ummünzen, damit es kein Opfer der eigenen Politik wird, sollte sie die neue Regierung tatsächlich stellen.

Hamit Zeqiri, Sozialexperte, Vorsitzender KOFI

Der Sonntag war ein grosses Fest für Kosovo. Die Abstimmung war mehr als eine Wahl, es gleicht einem Referendum. Der Wahlerfolg von Vetëvendosje! zeigt, dass das Volk einen Sinn für Gerechtigkeit hat. Trotz der staatlichen Propagandamaschinerie und der vielen Millionen haben es die Korrupten nicht geschafft.  Dies ist der Anfang von ihrem Ende. Dass unser Land nun bald von ehrlichen, würde- und verantwortungsvollen Politikern mit Kompetenz, Mut und Herz geführt wird, macht mich glücklich. Ich freue mich darauf, dass wir nicht mehr über die Führung unseres Landes schämen müssen. Ab heute weht im Kosovo ein frischer Wind. Kein Parteiengeschacher darf den Willen des Volkes unterminieren.

Përparim Avdili, Bankangestellter, FDP-Politiker, Zürich

Die Wahl zeigte, dass die alten etablierten Parteien nicht immun gegen eine relativ junge Partei sind, die sich ausser auf lokaler Ebene bisher nicht in Regierungsarbeit bewähren musste. Der enorme Wahlerfolg von Vetëvendosje!  ist auf mehreren Gründen zurückzuführen. Es gleicht einer Protestpartei – aus Mangel an Alternativen und aus Protest gegen die alten politischen Eliten wählten die Bürger Vetëvendosje! Die Menschen hoffen nun, dass Vetëvendosje! ihre Probleme lösen kann, die jahrelang vernachlässigt wurden. Über Jahre hinweg hat Vetëvendosje! die politische Frustration der Menschen kultiviert, indem sie eine Fundamentalopposition betrieben hat. Dank dieser Politik ist sie stärkste politische Kraft im Land geworden. Sie trägt nun eine grosse Verantwortung und muss die Frustration in Hoffnung ummünzen, damit es kein Opfer der eigenen Politik wird, sollte sie die neue Regierung tatsächlich stellen.

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