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Südalbaniens verborgene Schätze werden in Genf gezeigt

Das Onlinemagazin OCEAN71 (ocean71.com) präsentiert bis zum 8.März die Fotoausstellung „Reise ins „Unbekannte“ in den Räumlichkeiten der Universität Genf.

Die Ausstellung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der französisch-schweizerischen Equipe von OCEAN71 und dem Seminar für Klassische Archäologie der Universität Genf. Seit 2007 untersucht die von Jean-Paul Descoeudres und Saimir Shpuza gemeinsam geleitete albanisch-schweizerische Equipe die Grabungsstätte von Orikos (das von Julius Cäsar in seinem Werk De bello civili erwähnte Oricum). Das Archäologenteam, das von Gionata Consagra koordiniert wird, versucht, die Geschichte dieser kleinen Hafenstadt von ihren Ursprüngen (6.Jh.v.Chr.) bis zum Zeitpunkt, als sie verlassen wurde (byzantinische Epoche), zu verstehen. Eine Reihe von Fotos und Postern aus dem Dokumentarfilm „Geheimnisse im Land der schwarzen Adler“ vom Magazin OCEAN71 nehmen die Besucherin zuerst an Bord eines Schiffes und später an Land mit auf Entdeckungsreise in der albanischen Riviera, einer an atemberaubenden Landschaften und unerwarteten archäologischen Zeugnissen reiche Region.

Die Stätte von Orikos, im Marinestützpunkt von Pashaliman gelegen, wird seit 2007 durch eine albanisch-schweizerische Mission erforscht. Zur Gruppe gehören Professor Jean-Paul Descoeudres, Professor Jean Terrier, Saimir Shpuza und Gionata Consagra.

Die Ausstellung zeigt einen Teil des reichen Erbes Albaniens, einem Land, das äusserst bedeutende archäologische Zeugnisse und unglaubliche Schätze für die eigene wie für die europäische Geschichte in Hülle und Fülle bereit hält.

Fotoausstellung „Reise ins Unbekannte“ 2. Februar – 8. März 2016, Moulagensaal, Untergeschoss Aile Jura (Uni Bastions), Rue de Candolle 5, Genf, Dienstags (10h00-18h00) und Freitags (14h00-20h00) Eintritt frei.

Meeresarchäologie in Albanien

Erst kürzlich konnte eine archäologische Karte, Ergebnis einer systematischen Erkundung der albanischen Meeresgründe, dank dem von Jeff Royal und Adrian Anastasi vom RPM Nautical Foundation (http://rpmnautical.org) in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut von Tirana geleiteten Projekt vervollständigt werden.

Unzählige Schätze ruhen noch heute in Albaniens kristallklaren Gewässern, Zeugen einer wichtigen Meereshandelsroute entlang der albanischen Küste seit der Antike. Diese einzigartige Situation entstand aufgrund der jüngsten Geschichte Albaniens, zu deren Merkmalen Abgeschlossenheit während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und fehlende Mittel für Unterwasserforschung gehören. Laut dem Direktor des Archäologischen Instituts von Tirana, Luan Përzhita, ist das Unterwassererbe Albaniens erst noch zu erforschen. Der Wissenschafter betont, dass die finanziellen Mittel für diesen Forschungsbereich fehlen. Dazu würden beträchtliche Budgets sowohl für die Grabungstätigkeiten im Meer wie auch für die Restauration und Konservation der von den archäologischen Tauchern an Land gezogenen Relikte benötigt.