Albanische Ärzte in der Schweiz

Ein Tetovare eröffnet ein Medizinisches Zentrum für albanische Patienten in der Schweiz

Das medizinische Zentrum des  Dr. Vullnet Odai öffnet diese Tage ihre Türen in Spreitenbach, im Kanton Aargau. Der Arzt aus Tetovo hat albinfo.ch von seinen bisherigen Erfahrungen und Zukunftserwartungen erzählt.

Dr. Vullnet Odai, Internist im Feld der Kardiologie und Gastroenterologie, erzählt albinfo.ch über seinen erfolgreichen Werdegang, den in seinem Geburtsort Tetovo begann. Sein Medizinstudium und seiner Spezialisierung absolvierte er in Deutschland und führte und in die Realisierung seines Traums in der Schweiz durch – ein medizinisches Zentrum, das der albanischen Gemeinschaft gewidmet ist.

Foto Armend Berisha

Dr. Vullnet Odai ist in Tetovo geboren und aufgewachsen. Nun lebt er seit mehr als zehn Jahren in Zürich. Er erzählt von seinem schwierigen Weg von Tetovo nach Deutschland bis zuletzt in die Schweiz.

Die Praxis des Tetovaren öffnet seine Türen in der Zeit der Pandemie, die eine ungewöhnliche Zeit seiner Karriere markiert.

«Es ist das erste Mal, dass wir uns mit einer Epidemie – ausgelöst durch das Covid-19 – auseinandersetzen müssen. Wir Ärzte bemühen uns, allen Patienten zur Hilfe zu kommen, besonders denjenigen, die die Symptome dieses Virus zeigen», sagt Odai. Er macht darauf aufmerksam, immer noch vorsichtig zu sein, da die Schweiz die Epidemie noch nicht ganz überstanden habe.

Foto Armend Berisha

Die Schweiz handhabt die Pandemie richtig

«Die Schweiz hat von Beginn an die erforderlichen Massnahmen getroffen zur Prävention der Verbreitung des Virus. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat die Schweiz keine besonderen Isolationsmassnahmen getroffen.

Weiterhin werden die Empfehlungen der Gesundheitsorganisationen und den staatlichen Autoritäten von der Bevölkerung akzeptiert.

Während wir zum ersten Mal mit dieser Art von Virus konfrontiert werden, zeigt sich die Regierung der Schweiz vorsichtig bei der Entwicklung einer Strategie, um aus dieser Situation heraus zu finden. Die Massnahmen sind nicht extrem, sie können von allen bewältigt werden», sagt Dr. Odai. Weiter erzählt er unseren Leser*innen von der Eröffnung des medizinischen Zentrums in Spreitenbach, ein Ort mit vielen albanischen Bewohner*innen im Kanton Aargau.

«Mein Ziel war schon immer, ein eigenes medizinisches Zentrum zu eröffnen. Dies habe ich nun erreicht, indem ich das erforderliche medizinische Team zusammengestellt habe. Ich denke, dass mit der Öffnung dieses medizinischen Zentrums für viele Patienten ideale Bedingungen geschaffen werden, da sie mit den modernsten Mitteln behandelt werden.»

Foto Armend Berisha

Die albanischen Patient*innen trägt er im Herzen mit sich

«Mein medizinisches Zentrum eröffne ich in Spreitenbach in Aargau, um der albanischen Gemeinde näher zu sein. Ich behandle alle Patienten von ganzem Herzen gleich, doch die albanischen Patienten behandle ich mit noch mehr Herz und Seele», sagt Odai, in Gedanken an dem Ort, wo seine Wurzeln liegen.

«Ehrlich gesagt würde ich mir wünschen, meinen Beruf in meinem Herkunftsort, also in Tetovo, auszuüben. Das Leben schlägt jedoch Wellen, die dich in eine bestimmte Richtung tragen. Hier habe ich es mit einem einmaligen Wertesystem zu tun und ich verhalte mich gleich wie in meinem Heimatsort. Gleichzeitig habe ich mich hier angepasst», erzählt er weiterhin.

Der Tetovare erwartet, dass viele Albaner*innen in dieses m edizinische Zentrum kommen werden, weil sie die bestmögliche medizinische Versorgung erhalten und in ihrer Muttersprache kommunizieren werden.

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Praxis Dr. Odai» auch in Tetovo

«Aufgrund meiner Sehnsucht nach meiner Heimat werde ich dieses Jahr einen weiteren Schritt gehen und in Tetovo die Internistenpraxis ‹Praxis Dr. Odai› eröffnen», sagt der albanische Internist.

Im Gegensatz zu anderen Ärzt*innen mit Migrationshintergrund hatte Dr. Odai weniger Schwierigkeiten, sich an die Schweiz anzupassen. «Meine Kollegen vor Ort und das gesamte medizinische Personal haben mich sehr gut aufgenommen. Hier wird nicht nach ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Race oder aufgrund anderer Grundlagen unterschieden. Alle Berufstätigen und alle Professionisten können ihren Beruf ohne Hindernisse ausüben. Ich kann sagen, dass ich hier in der Schweiz von Anfang an akzeptiert und unterstützt wurde, und jetzt, mit der erforderlichen Erfahrung, läuft es noch besser.

Foto Armend Berisha

Wer ist Dr. Vullnet Odai?

Dr. Vullnet Odai ist in Tetovo geboren und aufgewachsen. Nach Abschluss der achten Klasse absolvierte er die medizinische Hochschule in Tetovo. Als herausstehender Student setzte er sein Studium an der Medizinischen Fakultät in Sofia fort und schloss die Spezialisierung in Deutschland ab. Der Tetovare ist auch auf Familienmedizin spezialisiert und arbeitet als Internist in einer Tagesklinik in Zürich.

«In Mazedonien habe ich vieles gelernt, aber ich konnte meine Pläne dort nicht erreichen. Inzwischen haben mir Deutschland und die Schweiz optimale Voraussetzungen geboten, um meinen Beruf auszuüben. Ich habe keinen Grund, mit der Schweiz nicht zufrieden zu sein. Hier hat es schon immer und wird es immer Arbeit geben.»

Foto Armend Berisha

Gute Zusammenarbeit mit anderen albanischen Ärzt*innen

«Wie in vielen anderren europäischen Ländern sowie in Deutschland und in der Schweiz, gibt es eine beträchtliche Anzahl albanischer Ärzte und Krankenpfleger. Sie geniessen grossen Respekt von den Patienten sowie den lokalen und zentralen staatlichen Strukturen. Es macht mich stolz, dass die meisten albanischen Ärzte, die hier in wichtigen medizinischen Einrichtungen arbeiten, eine hervorragende Zusammenarbeit realisieren – Und dies nicht nur auf dem Gebiet der Medizin.»

Medizinisches Zentrum Dr Odai 

Fegistrasse 18

8957 Spreitenbach

056 555 26 40