{"id":104485,"date":"2016-01-27T14:35:22","date_gmt":"2016-01-27T13:35:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/ne-diten-e-holokaustit-per-kujtimin-dhe-dinjitetin-njerezor\/"},"modified":"2016-01-27T17:24:56","modified_gmt":"2016-01-27T16:24:56","slug":"ne-diten-e-holokaustit-per-kujtimin-dhe-dinjitetin-njerezor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/ne-diten-e-holokaustit-per-kujtimin-dhe-dinjitetin-njerezor\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Erinnerung und Menschenw\u00fcrde"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0Grussbotschaft von Bundespr\u00e4sidenten Johann N. Schneider-Ammann zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2016<\/strong><\/p>\n<p>Heute ist es genau ein Jahr her, dass \u00dcberlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und Regierungsvertreter aus der ganzen Welt auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Lagers der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedachten. Seit der Befreiung des Lagers sind \u00fcber 70 Jahre vergangen. Es ist wichtig zu betonen, dass die \u00dcberlebenden im Zentrum des Gedenkens standen, denn die letzten Zeitzeugen sind im hohen Alter, und bald wird niemand mehr unter uns sein, der aus eigener, leidvoller Erfahrung sagen kann: &#8220;Es ist geschehen, ich habe es am eigenen Leib erfahren, und folglich kann es wieder geschehen. Wehret den Anf\u00e4ngen.&#8221;<\/p>\n<p>Die Ankunft der Befreier war f\u00fcr die wenigen verbliebenen H\u00e4ftlinge, die am Ende ihrer Kr\u00e4fte angelangt waren, eine Erl\u00f6sung. Seither geht die Bedeutung dieses Datums, des 27. Januars 1945, weit \u00fcber das eigentliche Ereignis hinaus und symbolisiert das Ende des Leidens, den Beginn eines schwierigen Neuanfangs f\u00fcr die \u00dcberlebenden und die Entstehung des tiefempfundenen Wunsches nach best\u00e4ndigem Frieden. Es hat universelle Bedeutung erlangt f\u00fcr das unvorstellbare Leid, welches Menschen einander zuf\u00fcgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>71 Jahre sind eine lange Zeit. Verm\u00f6gen Gedenkveranstaltungen, wie sie am heutigen Tage in vielen L\u00e4ndern stattfinden, noch zu informieren, zu bilden, zu sensibilisieren? Tragen solche Anl\u00e4sse zu einer besseren, friedlicheren Welt ohne Hass und Diskriminierung bei? Ich bef\u00fcrchte, dass es Menschen, die den Holocaust leugnen, relativieren oder verharmlosen, auch k\u00fcnftig geben wird, und stelle fest, dass die Stimmen, die zu Fremdenhass, Antisemitismus, Diskriminierung und Gewalt aufrufen, heute noch da sind. Und dennoch glaube ich fest an die Notwendigkeit, geschlossen f\u00fcr eine Welt einzutreten, in welcher die W\u00fcrde aller Menschen geachtet wird. Und ich glaube fest an die Kraft der Solidarit\u00e4t, der Menschlichkeit, der Erinnerung.<\/p>\n<p>Wir kommen heute zusammen, weil mit der systematischen Ermordung Millionen unschuldiger Menschen mitten in Europa eine grosse Wunde ins empfindliche Gewebe der Welt gerissen wurde, die nicht verheilt ist. Es wurden nicht nur Menschen, sondern ganze Gemeinden, Familien, und all das, was sie aufgebaut hatten, ausgel\u00f6scht: Gemeindeeinrichtungen wie Schulen und Spit\u00e4ler, Glaubensh\u00e4user und Friedh\u00f6fe, vielseitige nachbarschaftliche Beziehungen \u00fcber konfessionelle Grenzen hinweg. Die Welt ist dadurch \u00e4rmer geworden, denn die Welt, die wir kennen und sch\u00e4tzen, lebt vom Pluralismus, von der Offenheit und der Neugier, vom lebhaften Austausch mit Gleich- und Andersgesinnten, von der Vermischung, vom Zugang zu Wissen und von der Lust am Lernen. Obwohl wir wissen, was wir verloren haben, m\u00f6chten wir aber auch die erfolgreiche Integration der \u00dcberlebenden, die sich nach dem Krieg in der Schweiz niedergelassen haben, w\u00fcrdigen. Sie haben unsere Gesellschaft mit ihrer Arbeit und ihrem staatsb\u00fcrgerlichen Engagement belebt und bereichert.<\/p>\n<p>Wie andere L\u00e4nder tritt auch die Schweiz gegen Gewalt und Willk\u00fcr und f\u00fcr Erinnerung und Menschenw\u00fcrde ein. So wird sie 2017 den Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) \u00fcbernehmen, nachdem der Bundesrat diese Kandidatur unterst\u00fctzt und die 31 Mitgliedstaaten der IHRA im November 2015 den Vorschlag der Schweiz angenommen haben. Schliesslich findet heute Abend anl\u00e4sslich des Internationalen Gedenktags an die Opfer des Holocaust im Yehudi Menuhin Forum in Bern ein Gedenkabend statt, an welchem auch Vertreter des Parlaments und des Bundes das Wort ergreifen werden.<\/p>\n<p>Was geschehen ist, kann nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Aber wir k\u00f6nnen ein Zeichen setzen f\u00fcr eine Welt, in der die W\u00fcrde der Menschen nicht eine Floskel, sondern gelebte .<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/news.admin.ch\">news.admin.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Grussbotschaft von Bundespr\u00e4sidenten Johann N. Schneider-Ammann zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar 2016 Heute ist es genau ein Jahr her, dass \u00dcberlebende des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und Regierungsvertreter aus der ganzen Welt auf dem Gel\u00e4nde des ehemaligen Lagers der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedachten. 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