{"id":111110,"date":"2016-04-13T15:42:30","date_gmt":"2016-04-13T13:42:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=111110"},"modified":"2016-09-14T11:27:44","modified_gmt":"2016-09-14T09:27:44","slug":"florentina-ahmeti-ist-lehrerin-und-brueckenbauerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/florentina-ahmeti-ist-lehrerin-und-brueckenbauerin\/","title":{"rendered":"Florentina Ahmeti ist Lehrerin und Br\u00fcckenbauerin"},"content":{"rendered":"<p>Als Achtj\u00e4hrige betrat sie zum ersten Mal eine Schweizer Schule. Heute, zwanzig Jahre sp\u00e4ter, arbeitet sie als Primarlehrerin in Schmerikon. Florentina Ahmeti\u00a0 \u00fcber die Bedeutung des Migrationshintergrunds im Lehrberuf.<\/p>\n<p>\u201eDass mein Migrationshintergrund in diesem Beruf so eine grosse Rolle spielen w\u00fcrde, war mir am Anfang gar nicht bewusst\u201c, erkl\u00e4rt die junge Lehrerin zu Beginn des Interviews. Ihre Lehrerkollegen und Kolleginnen sagen, man merke gar nicht, dass sie Albanerin sei. \u201eErst wenn ich von pers\u00f6nlichen Erfahrungen als Sch\u00fclerin im Schweizer Schulsystem erz\u00e4hle, f\u00e4llt ihnen wieder ein, dass ich nicht den gleichen Hintergrund habe wie sie.\u201c<\/p>\n<p>Vorurteile, s\u00e4ssen auch in Lehrerteams tief. Vorurteile, von denen sie selber nicht merken, dass es welche sind. \u201eIch mache darauf aufmerksam und versuche ihnen eine andere Sichtweise auf ein gewisses Verhalten aufzuzeigen, um festgesetzte Meinungen zu durchbrechen\u201c sagt Ahmeti. Wenn ein Kollege findet, das sei halt so bei den Albanern, kann sie dies nicht stehen lassen. Durch Erfahrungen, die man als Lehrperson mit einzelnen Kindern und Eltern macht, k\u00f6nne man nicht einfach irgendwelche Schl\u00fcsse auf die Identit\u00e4t ganzer Nationen ziehen. Lehrerinnen und Lehrer seien jedoch sehr interessiert daran, mehr \u00fcber andere Kulturen zu erfahren. Immer wieder wird Ahmeti dazu angehalten \u00fcber albanische Traditionen, Werte und Gepflogenheiten zu erz\u00e4hlen. \u201eSie wollen sich nicht von den Medien und ihrem negativ kreierten Bild beeinflussen lassen.\u201c<\/p>\n<p>Doch eigentlich sei sie Lehrerin geworden, um Kindern etwas beizubringen, Inhalte zu vermitteln, einfach zu unterrichten. Mit der Zeit ist Ahmeti aber aufgefallen, dass allgemein ein Bedarf an kulturellem Austausch zwischen Schule und Elternhaus vorhanden ist. Ihr Vorteil als albanische Lehrerin besteht darin, dass Lehrpersonen sowie Eltern mit Migrationshintergrund Fakten anders aufnehmen, wenn sie aus pers\u00f6nlicher Erfahrung berichtet.<\/p>\n<p>\u201eSchau mal, Frau Ahmeti hat es auch geschafft, dann schaffst du das auch\u201c hat ein Vater aus Sri Lanka zu seiner Tochter w\u00e4hrend eines Elterngespr\u00e4chs gesagt. Vor allem f\u00fcr Migranteneltern gilt die Lehrerin mit albanischen Wurzeln als Vorbild f\u00fcr ihre Kinder. Sie sehen, dass es nicht unm\u00f6glich ist, als Kind von Einwanderern Erfolg in der Bildung zu haben.<\/p>\n<p><strong>Interkultureller Austausch schafft Integration<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Florentina Ahmeti von ihrer Heimat, Religion oder ihrer Kindheit in Presheva und sp\u00e4ter in der Schweiz erz\u00e4hlt, h\u00f6ren ihre Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler aufmerksam zu. \u201eDas motiviert die Kinder von sich selbst, ihrem Zuhause und ihren Traditionen zu berichten, egal ob es Fremdsprachige oder geb\u00fcrtige Schweizer sind.\u201c Dadurch entsteht ein wertvoller Austausch \u00fcber Lebensweisen und Identit\u00e4ten nicht nur zwischen der Lehrerin und den Kindern sondern auch unter Klassenkameradinnen und Kameraden. \u00a0\u201eIch hoffe damit, die interkulturelle Kompetenz meiner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu st\u00e4rken.\u201c Die Frage ob sie im Schulzimmer andere Werte vermittelt als andere Lehrpersonen, verneint Ahmeti. Sie vermittle Werte, die in Schweizer Schulen \u00fcblich sind, was sehr wichtig ist, da dadurch die Integration der fremdsprachigen Kinder gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p>Integrationsf\u00f6rderung und interkulturelle Vermittlung. Das geh\u00f6rt f\u00fcr Florentina Ahmeti zu ihrem Berufsalltag als Lehrerin, als Br\u00fcckenbauerin.<\/p>\n<p>Ermira Ljutvija<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Schweizer Schule und albanischer Kultur. Florentina Ahmeti ist Lehrerin und Br\u00fcckenbauerin. <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1135,1133,2234,1158],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-111110","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-integration","category-frauen","category-e-diaspora-de","category-dossier-de","category-themen-vor-ort"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111110","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=111110"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/111110\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=111110"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=111110"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=111110"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=111110"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=111110"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}