{"id":116283,"date":"2016-06-11T10:07:16","date_gmt":"2016-06-11T08:07:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=116283"},"modified":"2016-06-13T10:20:04","modified_gmt":"2016-06-13T08:20:04","slug":"fuer-die-schweiz-zu-spielen-erfuellt-die-secondos-mit-stolz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/fuer-die-schweiz-zu-spielen-erfuellt-die-secondos-mit-stolz\/","title":{"rendered":"F\u00fcr die Schweiz zu spielen, erf\u00fcllt die Secondos mit Stolz"},"content":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4tte vor einigen Jahren gedacht, dass der Sohn einer albanischen Emigrantenfamilie aus Kosova, von bescheidener sozialer Herkunft, zu einer \u00e4hnlichen Figur werden sollte wie Roger Federer, Idol der Schweizer und auch der grossen Wirtschaftsunternehmen des Landes? Die Figur des Zauberzwergs, die Rede ist von Xherdan Shaqiri, ist nunmehr mit schweizerischen Werten verbunden. So wie er vereinen die neuen Ikonen der Schweizer Nationalmannschaft, haupts\u00e4chlich aus der Vielfalt der eingewanderten Bev\u00f6lkerung hervorgegangen, Schweizerinnen und\u00a0Emigranten, ob gross oder klein.Die Spieler balkanischer Herkunft sind zum Stolz einer ganzen Emigrantengeneration geworden. Dank ihnen gelang es der Schweizer Nationalmannschaft, auf die B\u00fchne des internationalen Fussballs zu treten.<\/p>\n<p>Sie heissen Xherdan, Granit, Valon, Blerim oder Pajtim. Die talentierten Spieler mit Wurzeln im Balkan erhielten hochstehendes Training in der Schweiz und trugen dazu bei, die Schweizer Nationalmannschaft auf die internationale Fussballb\u00fchne zu bringen. Ebenso wirkten sie, unbewusst, an der positiven Transformation\u00a0der Wahrnehmung der balkanischen Eingewanderten in der Schweiz mit. Die Albanerinnen und Albaner, die in der Schweiz ausgesprochen zahlreich sind \u2013 sie werden auf \u00fcber 200&#8217;000 gesch\u00e4tzt &#8211; waren w\u00e4hrend vieler Jahre im Fadenkreuz mancher politischen Rhetorik und Medien im Zusammenhang mit Gewalt und Kriminalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch wenn Vertreter gewisser zynischer Ansichten auf der Zugeh\u00f6rigkeit dieser Spieler zu einer Bev\u00f6lkerungsgruppe beharren, und den Terminus \u201eBalkangraben\u201c verwenden, ist deren symbolischer Einfluss auf den Integrationsprozess unleugbar. Ihr Einfluss bei Jugendlichen aus Emigrantenfamilien hinsichtlich der St\u00e4rkung des Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls zur Schweizer Gesellschaft ist fantastisch. Die sogenannten Balkansecond@s sind ausserordentlich stolz auf diese Spieler, denen sie gleichen und die sie tr\u00e4umen lassen. Dank ihnen ziehen sie sich rote Leibchen mit weissem Kreuz an, w\u00e4hrend sie das Symbol ihrer Wurzeln durch den doppelk\u00f6pfigen Adler zeigen, gleich wie ihre Idole, die ihre doppelte Identit\u00e4t mit Stolz zur Schau tragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Trotzdem heisst es, vorsichtig mit der Fussballeuphorie umzugehen, und dies aus zwei Gr\u00fcnden<\/strong><\/p>\n<p>Erstens ist sie ein Ph\u00e4nomen der Leidenschaft, vor\u00fcbergehend und mehrheitlich kontextbedingt. Es bleibt immer ein Risiko, dass sich die Emotionen eines Tages gegen die Spieler wenden. Das l\u00e4sst sich in Frankreich sehen, wo der Traum \u201eBlack, Blanc, Beurre\u201c des Weltmeisterteams von 1998 sp\u00e4ter mit der Umwandlung zum Spruch \u201eBleu, Blanc, Rouge\u201c in ausschliessende Rhetorik m\u00fcndete. Die Gefahr besteht darin, dass im Fall einer Niederlage aus den Helden von heute die Verr\u00e4ter von morgen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wird einzig und allein der Erfolg dieser Spieler aufs Podest gehoben, so kommt dies zudem einer falschen Darstellung der sozialen Mobilit\u00e4t in der Schweiz gleich. Die Ver\u00e4nderung des Schicksals jedes einzelnen kann nicht nur \u00fcber den Fussball geschehen. Menschen mit Migrationshintergrund haben nicht immer die Netze, die Mittel oder den Zugang zu Informationen, um sich der Unmenge aller ihnen in der Schweiz zur Verf\u00fcgung stehenden beruflichen und schulischen M\u00f6glichkeiten bewusst zu sein.<\/p>\n<p>Mit der Wertsch\u00e4tzung dieser Figuren des Fussballs auf symbolischer Ebene leistet die Plattform Albinfo.ch, unterst\u00fctzt vom Bund, seit f\u00fcnf Jahren substantielle Arbeit im Bereich authentischer Information, im Dienst der harmonischen Integration der Bev\u00f6lkerungsgruppen aus dem Balkan in der Schweiz. Sie publiziert t\u00e4glich in Albanisch, Franz\u00f6sisch und Deutsch, realisiert und produziert Sendungen und kritische Videoreportagen aus unterschiedlichen Perspektiven, organisiert innovative Anl\u00e4sse und ergreift konkrete zivile Initiativen.<\/p>\n<p>Die Themen erstrecken sich von der politischen Teilnahme in der Schweiz, den Wegen und gesellschaftlichen und professionellen Leistungen von Emigrantinnen und Eingewanderten, den Herausforderungen, welche sich ihnen auf dem Weg der Integration stellen, bis zu jenen Themen, die sich mit der Entwicklung der Herkunftsl\u00e4nder befassen. Die aktuelle Zusammenarbeit mit der franz\u00f6sischsprachigen Zeitung Le Temps anl\u00e4sslich der Euro 2016 ist eine gute Gelegenheit, um die sportlichen Dimensionen, aber auch jene der Identit\u00e4t und der sozio\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnisse rund um diese Spieler, ihr Aufnahmeland und ihre Herkunftsgemeinschaft aus der N\u00e4he, aus einer inneren Perspektive zu betrachten. Es ist ein Art, die kulturelle Vermischung, wie sie sich in den schweizerischen und albanischen Fussballmannschaften, aber auch anderweitig zeigt, anschaulich darzustellen.<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-115951\" src=\"http:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-300x193.png\" alt=\"letemps5\" width=\"124\" height=\"80\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-300x191.png 300w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-540x350.png 540w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-87x56.png 87w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-587x377.png 587w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5-420x266.png 420w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/letemps5.png 677w\" sizes=\"auto, (max-width: 124px) 100vw, 124px\" \/><br \/>\n<\/a><i>Artikel erschienen in Le Temps, im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Albinfo.ch<\/i><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer h\u00e4tte vor einigen Jahren gedacht, dass der Sohn einer albanischen Emigrantenfamilie aus Kosova, von bescheidener sozialer Herkunft, zu einer \u00e4hnlichen Figur werden sollte wie Roger Federer, Idol der Schweizer und auch der grossen Wirtschaftsunternehmen des Landes? 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