{"id":127135,"date":"2016-10-06T12:36:47","date_gmt":"2016-10-06T10:36:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=127135"},"modified":"2024-10-14T22:51:02","modified_gmt":"2024-10-14T20:51:02","slug":"nebst-burka-und-minaretten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/nebst-burka-und-minaretten\/","title":{"rendered":"Nebst Burka und Minaretten"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema Islam, Muslime und ihre Integration durchlebt in Frankreichs Politik und Medien neue Entwicklungen. Es sind Polemiken, die in einem Kontext der Unsicherheit stattfinden, entstanden durch die dicht aufeinanderfolgenden Terroranschl\u00e4ge in Frankreich. Das ist in gewissem Mass verst\u00e4ndlich. Wo ist das Problem? Dass diese &#8211; wahlpolitisch sehr ergiebige &#8211; \u201eDiskussion\u201c die kulturellen Dimensionen ausweidet, um so das Unbehagen gegen\u00fcber der soziologisch muslimischen Bev\u00f6lkerung zu erkl\u00e4ren, w\u00e4hrend soziologische und politische Ursachen aus der Auseinandersetzung verdr\u00e4ngt werden. Dazu geh\u00f6ren: Hindernisse bei der sozialen Mobilit\u00e4t, insbesondere jener der Jungen aus eingewanderten Bev\u00f6lkerungsgruppen, und die Inkoh\u00e4renz der Migrationspolitik.<\/p>\n<p>So wird die Verantwortung f\u00fcr das m\u00f6gliche Scheitern der Integration von eingewanderten, zum gr\u00f6ssten Teil aus ehemaligen Kolonien stammenden Bev\u00f6lkerungsgruppen nunmehr den Hauptbetroffenen selbst angelastet, die nach dieser Sichtweise mit Laizismus und republikanischen Werten kulturell inkompatibel w\u00e4ren. Denn sie verharrten in einer auf Religion gr\u00fcndenden Kultur. Selbst wenn das Gewicht der Tradition bei diesen Bev\u00f6lkerungsgruppen tats\u00e4chlich schwer wiegt, ist eindeutig festzustellen, dass reale Ver\u00e4nderungen stattfinden, \u00fcber die nicht hinweggesehen werden darf.<\/p>\n<p>Neulich berichtete die Zeitung <em>Le Monde<\/em> von einer Studie, die sich auf eine grosse Umfrage bei Personen muslimischen Glaubens oder mit Herkunft aus muslimischen Kulturen st\u00fctzt. Die Schlussfolgerungen zeigen, dass die schweigende Mehrheit dieser Bev\u00f6lkerung einem Wertesystem und einer religi\u00f6sen Praxis folgt, die \u201esich reibungslos in die republikanischen Normen und Regeln einf\u00fcgen\u201c.<\/p>\n<p>In der Schweiz nimmt die Debatte \u00fcber die Anwesenheit der Muslime ebenfalls eine ungesunde Wendung im Identit\u00e4tsdiskurs. Denn ins Zentrum der Diskussion werden Ph\u00e4nomene gestellt, die sozusagen inexistent oder marginal sind. Die Debatte geht, einmal mehr \u2013 nach jener um die Minarette \u2013 um extreme und \u00e4usserst seltene Situationen.<\/p>\n<p>Das neueste Beispiel ist die Unterschriftensammlung f\u00fcr die Initiative des Egerkingerkomitees, die Frauen die Gesichtsverschleierung\u00a0 verbieten will. Nun mag man tats\u00e4chlich verstehen, dass es darum gehen solle, symbolisch rote Linien festzulegen, die nicht \u00fcberschritten werden d\u00fcrfen. Nichtsdestoweniger ist das Problematische hier die Tatsache, dass der Vollschleier auf die muslimischen Personen in der Schweiz gem\u00fcnzt ist, obschon ein solcher den Sitten und Br\u00e4uchen der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Musliminnen in der Schweiz g\u00e4nzlich fremd ist. Letztere sind europ\u00e4ischer Herkunft und leben ihre religi\u00f6se oder kulturelle Zugeh\u00f6rigkeit in \u00dcbereinstimmung mit der schweizerischen Rechtsordnung und Kultur.<\/p>\n<p>Wo doch die Integration der Musliminnen und Muslime hier auf gutem Weg ist, darf man sich berechtigterweise die Frage stellen, ob diese Art von politischer Mobilisation auf nationaler Ebene nicht mehr Integrationsprobleme ausl\u00f6st als dass sie l\u00f6sen w\u00fcrde. Sind zudem religi\u00f6se Angelegenheiten nicht eher Sache der Kantone?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der Situation in Frankreich stellen sich Bashkim Iseni Fragen zum Geschehen hier in der Schweiz<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":770625,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1412,2015,1110],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-127135","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-newsletter-de","category-newsletter-media-de","category-unkategorisiert"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127135","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127135"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127135\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":775702,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127135\/revisions\/775702"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/770625"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127135"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127135"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127135"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=127135"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=127135"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}