{"id":127812,"date":"2016-10-12T17:05:10","date_gmt":"2016-10-12T15:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=127812"},"modified":"2016-10-12T17:05:36","modified_gmt":"2016-10-12T15:05:36","slug":"verbesserungen-bei-der-vertraulichen-geburt-fuer-frauen-in-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/verbesserungen-bei-der-vertraulichen-geburt-fuer-frauen-in-not\/","title":{"rendered":"Verbesserungen bei der vertraulichen Geburt f\u00fcr Frauen in Not"},"content":{"rendered":"<p>Der Bericht in Erf\u00fcllung des Postulats 13.4189 Maury Pasquier er\u00f6rtert zuerst die Anspr\u00fcche und Bed\u00fcrfnisse von Betroffenen im Zusammenhang mit der anonymen Kindesabgabe in ein Babyfenster. Dazu z\u00e4hlen insbesondere das Bed\u00fcrfnis der Mutter nach Anonymit\u00e4t, der Anspruch des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung, der Anspruch der Mutter und des Kindes auf medizinische Betreuung, der Anspruch des Vaters auf Begr\u00fcndung des Kindesverh\u00e4ltnisses sowie der Anspruch der Beh\u00f6rden auf Meldung der Geburt. Um allf\u00e4lligen Handlungsbedarf aufzuzeigen, vergleicht der Bericht die Abgabe eines Kindes in ein Babyfenster in Bezug auf diese Anspr\u00fcche mit anderen M\u00f6glichkeiten rund um Schwangerschaft und Geburt, die einer Frau in einer Notsituation in der Schweiz zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Negative Aspekte des Babyfensters m\u00fcssen in Kauf genommen werden<\/p>\n<p>Die Abgabe eines Kindes in ein Babyfenster liegt rechtlich in einer Grauzone, da damit insbesondere der Anspruch des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung vereitelt wird. Der Vergleich mit anderen M\u00f6glichkeiten wie der in der Schweiz seit langem praktizierten vertraulichen respektive diskreten Geburt oder der im Ausland teilweise zul\u00e4ssigen anonymen Geburt zeigt aber auf, dass es keine L\u00f6sungen gibt, die allen Anspr\u00fcchen und Bed\u00fcrfnissen der Betroffenen gerecht werden. Der Bericht h\u00e4lt fest, dass ein Verbot von Babyfenstern dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass eine Mutter in einer Notsituation ihr Kind im Versteckten aussetzt und dieses in der Folge medizinisch nicht rechtzeitig betreut werden kann. Um dies zu verhindern, sind nach Ansicht des Bundesrates die erw\u00e4hnten negativen Aspekte des Babyfensters in Kauf zu nehmen.<\/p>\n<p>Es braucht f\u00fcr Schwangere und M\u00fctter in Not zudem verschiedene Optionen, um der Vielf\u00e4ltigkeit der jeweiligen Notsituation einer Geb\u00e4renden Rechnung zu tragen. Babyfenster sind ein Element im Zusammenspiel dieser verschiedenen M\u00f6glichkeiten, welche letztlich dem Kind eine Lebenschance geben. Der Bundesrat ist aus diesen Gr\u00fcnden der Auffassung, dass nebst der vertraulichen Geburt auch die M\u00f6glichkeit der anonymen Abgabe des Kindes in einem Babyfenster beibehalten werden soll.<\/p>\n<p>Verbesserungsmassnahmen bei der vertraulichen Geburt<\/p>\n<p>Der Bundesrat begr\u00fcsst es auch, dass verschiedene Spit\u00e4ler die vertrauliche Entbindung bereits heute anbieten und entsprechende Vorkehren zum Schutz von Mutter und Kind treffen. Der Bericht zeigt hier Optimierungen auf. Tr\u00e4gt die Geburtsmeldung eines Spitals den Vermerk &#8220;vertrauliche Geburt&#8221;, sollen die Zivilstandbeh\u00f6rden k\u00fcnftig auf die automatische Mitteilung an die Einwohnerbeh\u00f6rden und in den entsprechenden F\u00e4llen auch auf die Meldung an das Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM) verzichten. Der Bundesrat erachtet diese Optimierung als zweckm\u00e4ssig. Das Eidgen\u00f6ssische Amt f\u00fcr das Zivilstandswesen (EAZW) wird die Beh\u00f6rden entsprechend informieren.<\/p>\n<p>Der Hinweis &#8220;vertrauliche Geburt&#8221; muss auch von der Kindesschutzbeh\u00f6rde bei der allf\u00e4lligen Feststellung der Vaterschaft ber\u00fccksichtigt werden. Zudem kl\u00e4rt der Bericht weitere Einzelfragen zur Verbesserung der vertraulichen Geburt in der Schweiz, damit sowohl f\u00fcr die Mutter als auch f\u00fcr das Kind die n\u00f6tige Diskretion und Sicherheit gew\u00e4hrleistet sind.<\/p>\n<p>Breites Angebot an Beratungs- und Anlaufstellen in den Kantonen<\/p>\n<p>Im Rahmen der Erarbeitung des Berichts wurde auch eine Bestandesaufnahme \u00fcber die Beratungs- und Anlaufstellen f\u00fcr Schwangere und M\u00fctter in Not durchgef\u00fchrt. Dabei hat sich gezeigt, dass s\u00e4mtliche Kantone zumindest \u00fcber eine private oder beh\u00f6rdliche Anlaufstelle verf\u00fcgen, an die sich Schwangere und M\u00fctter in Not wenden k\u00f6nnen. Die meisten Kantone verf\u00fcgen sogar \u00fcber mehrere Anlaufstellen. Ein Grossteil der Notsituationen d\u00fcrfte gem\u00e4ss dem Bericht mit diesem fl\u00e4chendeckenden Angebot abgefangen werden k\u00f6nnen. Der Bundesrat kommt zum Schluss, dass die Kantone ihren Aufgaben nachkommen und sieht in diesem Bereich keinen Handlungsbedarf auf Stufe Bund.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der vertraulichen Geburt in Spit\u00e4lern sollen die Zivilstandbeh\u00f6rden in Zukunft auf eine automatische Mitteilung an die Einwohnerbeh\u00f6rden verzichten. Diese und weitere Optimierungen erachtet der Bundesrat in einem am Mittwoch verabschiedeten Bericht zuhanden des Parlaments als sinnvoll und n\u00fctzlich, um die Vertraulichkeit der Personalien der Mutter zu wahren. Babyfenster sollen als ein Element im Zusammenspiel verschiedener M\u00f6glichkeiten nicht verboten werden. Der Bericht stellt zudem fest, dass die Kantone ihren Aufgaben im Bereich Beratung von Schwangeren und M\u00fcttern in Not nachkommen. <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-127812","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127812","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127812"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127812\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127812"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127812"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127812"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=127812"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=127812"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}