{"id":128928,"date":"2016-10-22T14:27:40","date_gmt":"2016-10-22T12:27:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=128928"},"modified":"2016-10-22T14:27:40","modified_gmt":"2016-10-22T12:27:40","slug":"an-erster-stelle-steht-nicht-das-geld-sondern-die-entwicklung-des-kosovo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/an-erster-stelle-steht-nicht-das-geld-sondern-die-entwicklung-des-kosovo\/","title":{"rendered":"\u201cAn erster Stelle steht nicht das Geld, sondern die Entwicklung des Kosovo!\u201d"},"content":{"rendered":"<p>Die H\u00e4lfte der Zeit verbringt sie in der Schweiz, dort wo sie aufgewachsen ist, ihre Ausbildung absolviert hat. Die andere H\u00e4lfte in der Hauptstadt Kosovos, in Prishtina, wo sie seit vier Jahren in ihr eigenes Business investiert. Mit 7 Mitarbeitenden hat sie begonnen, doch heute z\u00e4hlt die Firma, die Drenusha Shala leitet, 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Sie sind in der Schweiz aufgewachsen. Woher kam die Idee ein Business in Kosovo zu starten?<\/i><\/p>\n<p>Drenusha Shala: Im Jahr 2009, arbeitete einer der Mitbegr\u00fcnder von \u201cBaruti\u201d, Flamur Shala, als Praktikant in einer kosovarischen Bank. Nachdem er von seinem 6 monatigen Aufenthalt in Kosovo zur\u00fcckkehrte, erz\u00e4hlte er von seinen Eindr\u00fccken und eine seiner ersten Erkenntnisse war, dass viele Kosovaren Deutsch sprachen. Zu Beginn dachten wir nicht an die Er\u00f6ffnung eines Call Centers. Unser prim\u00e4res Anliegen war, heraus zu finden, wie wir diese Kapazit\u00e4t, dieses Potenzial nutzen k\u00f6nnen, um m\u00f6glichst viele Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: In der Schweiz h\u00e4tten Sie mit dieser Art von Business viel mehr Gewinn erziehlt. Warum entschieden Sie sich f\u00fcr den Kosovo?<\/i><\/p>\n<p>DS: Die Schweiz ist ein Land, das viele M\u00f6glichkeiten offeriert. Doch dies war ein Grund, der uns dazu bewegte in den Kosovo zu kommen. In Kosovo gibt es vieles, das nicht funktioniert, weshalb es Fachwissen oder \u201cKnow-How\u201d aus unserer Diaspora braucht, die zur\u00fcck kehren, um hier zu inverstieren. Es stimmt, dass der Gewinn in der Schweiz h\u00f6her ausf\u00e4llt, doch in diesem Fals steht die Menge an Geld nicht an erster Stelle, sondern die Tatsache, dass wir aus eigener Kraft viele Arbeitstellen schaffen konnten und die Entwicklung unseres Landes unterst\u00fctzen. Ein Motiv, dass mit dem Wert des Geldes nicht zu vergleichen ist.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Im Kosovo gibt es nicht viele Frauen in Managementpositionen. Wie schwer war es f\u00fcr sie, hier her zu kommen und ein Business aufzubauen.<\/i><\/p>\n<p>Drenusha Shala: Ich kann nicht behaupten, dass es desswegen Schwierigkeiten auftraten. In Kosovo herrscht eine europ\u00e4ische Kultur und Mentalit\u00e4t. Ich kann nicht behaupten, dass ich im Gegensatz zu meinen m\u00e4nnlichen Kollegen Problemen. Schwierigkeiten oder Barrieren ausgesetzt war.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Welche Barrieren musste eure Firma \u201cBaruti\u201d in den let<\/i><i>zten Jahren in Kosovo \u00fcberwinden<\/i><i>?<\/i><\/p>\n<p>DS: Eine der Schwierigkeiten, die vor allem zu Beginn unsere Arbeit erschwerte, war die schwache Infrasturktur, wie mangelnde Stromzufuhr, schwaches Internet usw. Hier haben wir viel investiert, um ein sicheres Fundament zu errichten auf, dem wir \u201cBaruti\u201d aufbauen konnten. Die zweite Herausforderung stellte eine fehlende zentrale Datenbank f\u00fcr die Unternehmen im Kosovo dar. Als problematisch erwies sich der Ruf des Kosovos, da viele Vorurteile gegen\u00fcber der Er\u00f6ffnung eines Business in einem Nachkriegsland herrschen.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Ihr Gesch\u00e4ft in Prishtina w\u00e4chst Jahr f\u00fcr Jahr. Von 7 Mitarbeitenden vor vier Jahre auf momentan 240. Wie haben Sie das erreicht?<\/i><\/p>\n<p>DS: Dank unseres Willens, Leidenscht und Hoffnung Kosovo zu ver\u00e4ndern und Ver\u00e4nderungen im Management zu erreichen, sind wir heute, da wo wir sind. W\u00e4hrend den letzten Jahren haben wir eine starke Basis des Managementteams entwickeln k\u00f6nnen, worauf jedes Jahr die Zahl der Mitarbeitenden sich verdoppeln konnte. Einen wichtigen Fokus setzen wir Unternehmer auf Weiterbildung und Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden. Darin besteht auch der Kern eines erfolgreichen Unternehmens.<i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Verbrigt sich hinter der Symbo<\/i><i>lik\u00a0 des Wortes \u201cBaruti\u201d irgend<\/i><i>eine Nachricht?<\/i><\/p>\n<p>DS: Das Wort \u201cBaruti\u201d auf Deutsch \u201cSchiesspulver\u201d, ist ein Symbol f\u00fcr unseren Schutz. Schiesspulver hat unser Volk \u00fcber Jahrhunderte hinweg von Feinden besch\u00fctzt. Wir Jungen wollen vermitteln, dass das heutige Schiesspulver zum Schutz des Volkes nicht das der Waffen ist, sondern Bildung, Arbeit und Wissen.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Welche Erfahrungen aus der Schweiz haben Ihnen geholfen?<\/i><\/p>\n<p>DS: Die Kombination von drei unterschiedlichen Pers\u00f6nlichkeiten mit \u00e4hnlichem Background wie wir es sind, Flamur, Muhamet und ich, war sehr zu unseren Gunsten. Alle drei haben wir in der Schweiz gelebt und studiert. Kosovo kennen wir sehr gut aus den Urlaub hier und beide Mentalit\u00e4tetn, die der Schweiz und des Kosovos kennen wir aus erster Hand. Dies hat uns einen Vorteil verschafft, da wir wissen, was unsere Schweizer Kunden wollen und was Kosovo dem internationalen Markt zu bieten hat.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Kann Ihr Erfolg auch der Schweizer Mentalit\u00e4t zugeschrieben werden?<\/i><\/p>\n<p>DS: Gute Arbeit und Qualit\u00e4t ist nicht Sache der Mentalit\u00e4t sondern des Managements. Wir hatten den Vorteil von Nahem mitzuerleben, welche Art oder welcher Stil von F\u00fchrung in der Schweiz am besten funktioniert. Das haben wir versucht nach Kosovo zu \u00fcbertragen. Die Tatsache, dass es sehr wenige Unternehmen beziehungsweise Konkurrenz in diesem Fachgebiet gibt, zeigt, dass die Schweiz ihren Verdienst an unserem Erfolg hat.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Was denken Sie, gibt es erfolgreiche Unternehmen in Kosovo, die von Emigranten gef\u00fchrt werden und wie k\u00f6nnte man ihnen in ihrem Fortschritt behilflich sein?\u00a0<\/i><\/p>\n<p>DS: In Kosovo habe ich verschiedene Unternehmer kennen gelernt, die aus der Diaspora zur\u00fcck gekehrt sind um ein Unternehmen in Kosovo zu errichten, wie Arizona Partners, MIK Agency, Mergim Cahan mit seiner Firma \u201cGjirafat\u201d und viele weitere. Um weitere Investoren zu gewinnen, muss Kosovo eine stabile Infrastruktur schaffen, damit ein starkes Argument geliefert werden kann, dass Kosovo der richtige Ort ist um zu investieren und es alle internationalen Standards erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: W\u00fcrden Sie weitere albanische Unternehmer aus der Diaspora dazu anhalten in Kosovo Business zu betreiben?\u00a0<\/i><\/p>\n<p>DS: Selbstverst\u00e4ndlich. Das tun wir bei jeder M\u00f6glichkeit. Ob in unserem famili\u00e4ren Umkreis, Freundeskreis oder Partner und Kollegen aus verschiedenen Branchen. Wir erz\u00e4hlen vom Potenzial, welches Kosovo zu bieten hat und wie sehr es sich lohnt in dieses Land zu investieren. \u201cBaruti\u201d \u00f6ffnet die T\u00fcren f\u00fcr alle Interessierten, damit sie uns besuchen k\u00f6nnen und sie diesen Schritt auch wagen. Wir unterst\u00fctzen auch bei Fragen, helfen gerne bei Schwierigkeiten usw. Im letzten Fall gibt es auch ein konkretes Beispiel, in dem wir Arbeitsr\u00e4ume zur Verf\u00fcgung gestellt haben um den Start in Kosovo zu vereinfachen.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Denken Sie die Wahrnehmung \u00fcber Kosovo hat sich aufgrund von Baruti ge\u00e4ndert?<\/i><\/p>\n<p>DS: Ja, und daran glaube ich ganz fest. Bis jetzt sind wir vier Mal in den schweizerischen Medien aufgetreten, erkl\u00e4rten was f\u00fcr eine Arbeit wir machen und wie gut unsere Mitarbeitenden Deutsch sprechen. Ich denke, wir konnten die Kunden darauf sensibilisieren und aufzeigen, dass Kosovo ein Markt mit grossem Potenzial ist, mit einer wundervollen Jugend. Jedes Mal wenn unsere Kunden auf Besuch sind, k\u00f6nnen sie sich selber davon \u00fcberzeugen, wie gross die Kapazit\u00e4t dieses Landes ist und Dienstleistungen auf internationalem Niveau angeboten werden k\u00f6nnen. Diese Eindr\u00fccke nehmen die Kunden mit und teilen sie mit weiteren Kontakten, Gesellschaftskreisen und ihren Mitarbeitenden.<\/p>\n<p><i>Albinfo.ch: Sie sind vom Ministerium der Diaspora zur \u201cEmigrantin des Jahres\u201d gew\u00e4hlt worden. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?<\/i><\/p>\n<p>DS: Ich f\u00fchle mich geehrt und bin Stolz auf diesen Preis. Gleichsam ist es eine Verantwortung nicht zu ent\u00e4uschen. Ich hoffe, dies wird uns motivieren weiter zu arbeiten und noch mehr Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Warum \u201cBaruti\u201d?\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Das Wort \u201cBaruti\u201d auf Deutsch \u201cSchiesspulver\u201d, ist ein Symbol f\u00fcr unseren Schutz. Schiesspulver hat unser Volk \u00fcber Jahrhunderte hinweg von Feinden besch\u00fctzt. Wir Jungen wollen vermitteln, dass das heutige Schiesspulver zum Schutz des Volkes nicht das der Waffen ist, sondern Bildung, Arbeit und Wissen.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cEs ist nicht die Menge an Geld, das an erster Stelle steht, sondern die Tatsache, dass wir aus eigener Kraft viele Arbeitstellen schaffen konnten und die Entwicklung unseres Landes unterst\u00fctzen. 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