{"id":129091,"date":"2016-10-24T13:04:18","date_gmt":"2016-10-24T11:04:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=129091"},"modified":"2016-10-24T13:06:01","modified_gmt":"2016-10-24T11:06:01","slug":"oh-wie-schoen-ist-es-ein-guter-freund-der-albaner-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/oh-wie-schoen-ist-es-ein-guter-freund-der-albaner-zu-sein\/","title":{"rendered":"\u201cOh wie sch\u00f6n ist es, ein guter Freund der Albaner zu sein\u201d*"},"content":{"rendered":"<div class=\"galery-slider\"><ul class=\"slides\"><li>\n\t\t\t\t\t\t\t<a data-litebox-text=\"\" data-litebox-group=\"article-gallery\" href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/barbara-burri-ok-1.jpg\" class=\"litebox\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/barbara-burri-ok-1-586x389.jpg\"\/><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"articleIntro articleText\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n                        <\/li><li>\n\t\t\t\t\t\t\t<a data-litebox-text=\"\" data-litebox-group=\"article-gallery\" href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/julia-schmid.jpg\" class=\"litebox\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/julia-schmid-586x389.jpg\"\/><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"articleIntro articleText\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n                        <\/li><li>\n\t\t\t\t\t\t\t<a data-litebox-text=\"\" data-litebox-group=\"article-gallery\" href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/sarah-1.jpg\" class=\"litebox\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/sarah-1-586x389.jpg\"\/><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"articleIntro articleText\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n                        <\/li><li>\n\t\t\t\t\t\t\t<a data-litebox-text=\"\" data-litebox-group=\"article-gallery\" href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/schader-1.jpg\" class=\"litebox\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/schader-1-586x389.jpg\"\/><\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"articleIntro articleText\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<p><\/p>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n                        <\/li><\/ul><div class=\"slidesounter\"><span class=\"slide-current-slide\"><\/span><span class=\"slide-total-slides\"><\/span><\/div><\/div><link href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/themes\/albinfo\/assets\/css\/litebox.css\" rel=\"stylesheet\" type=\"text\/css\" media=\"all\" \/><script src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/themes\/albinfo\/assets\/js\/images-loaded.min.js\" type=\"text\/javascript\"><\/script><script src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/themes\/albinfo\/assets\/js\/litebox.min.js\" type=\"text\/javascript\"><\/script>\n        <script type=\"text\/javascript\">\n            jQuery(window).load(function() {\n              jQuery(\".flexslider7\").flexslider({\n                animation: \"slide\",\n                controlNav: false,\n                animationLoop: false,\n                slideshow: false,\n              });\n            });\n\t\t\tjQuery(\".litebox\").liteBox();\n        <\/script>\n<p>Die Schweiz ist sicher das Land mit am meisten Albaner \u201cpro Kopf\u201d ausserhalb der albanischen Siedlungsgebiete. Trotz aller Probleme mit Integration und Image haben die Albanerinnen und Albaner in der Schweiz nunmehr unzertrennliche Banden mit den Schweizern gekn\u00fcpft. Ein Ergebnis dieser freundschaftlichen, famili\u00e4ren, professionellen u.a. Bindungen ist eine wenn auch noch bescheidene Zahl von Schweizerinnen und Schweizern, die sich in der albanischen Kultur und vor allem in der Sprache zuhause f\u00fchlen. Die Zeitschrift <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a>\u00a0 hat in ihrer vorliegenden Nummer f\u00fcnf Schweizer Frauen und M\u00e4nner interviewt, die Albanisch gelernt haben und gut in der albanischen Kultur \u201cintegriert\u201d sind.<\/p>\n<p>Der bedeutende Albanologe und P\u00e4dagoge Basil Schader, die Fachfrau und Aktivistin Barbara Burri-Sharani, liebevoll auch Nusja e Kosov\u00ebs (Braut Kosovas) genannt, die bekannte \u00dcbersetzerin und Buchautorin Sarah Gretler, der Journalist Florian Blumer und die Wissenschafterin Julia Schmid beantworteten gemeinsame Fragen. Im Folgenden geben wir Ausz\u00fcge aus ihren Antworten wieder.<\/p>\n<p>Auf die Frage, wann sie zum ersten Mal albanisch geh\u00f6rt hatten und wie das in ihren Ohren damals klang, antwortete Basil Schader, das sei 1992\/1993 gewesen. \u201cIch erinnere mich nicht mehr, wie es anfangs f\u00fcr mich klang. Ich weiss nur, dass ich, nachdem ich es ein wenig gelernt hatte, erkannte, dass sich Albanisch recht verschieden anh\u00f6ren kann, je nach Dialekt des Sprechers und der Sprecherin.\u201d<\/p>\n<p><strong>Albanisch, ein sehr faszinierendes Ph\u00e4nomen<\/strong><\/p>\n<p>Sarah Gretler machte interessante Erfahrungen beim Erlernen des Albanischen. \u201cEs war 1978. Damals gab es hier viele Saisonniers aus Kosova und Makedonien. Sie arbeiteten auf dem Bau. Ich hatte damals einen kosovarischen Freund, der mir diese \u00e4usserst interessante und zu jener Zeit in der Schweiz praktisch unbekannte Sprache als Erinnerung hinterliess. F\u00fcr mich war Albanisch ein sehr faszinierendes Ph\u00e4nomen, denn beim ersten Hinh\u00f6ren glich es keiner andern Sprache, doch als ich im Wortschatz und den Strukturen der g\u00e4ngigsten Sprachen und des Lateins nachzuforschen begann, entdeckte ich viele Beziehungen zwischen dem Albanischen und anderen Sprachen.\u201d<\/p>\n<p>F\u00fcr Barbara Burri-Sharani kam es vor siebenundzwanzig Jahren zum ersten Kontakt mit dem Albanischen. \u201cEs war 1989, als ich in einem Fl\u00fcchtlingsheim arbeitete. Dort war ein Ehepaar aus Kosova und dort h\u00f6rte ich zum ersten Mal die albanische Sprache. Die ersten W\u00f6rter waren \u2018qika jeme\u2019 (meine Tochter).\u201d<\/p>\n<p>Julia Schmid sagt, dass sie die albanische Sprache in der Stadt als Kind geh\u00f6rt hatte. \u201cErstmals bei Aktivit\u00e4ten mit Jugendlichen. Ich arbeitete in einem Jugendtreff in Winterthur. Die Sprache klang f\u00fcr mich sehr sch\u00f6n, doch auch sehr fremd. Dann, je besser ich sie kennenlernte, und wenn ich jeweils meine Freundin albanisch reden h\u00f6rte, h\u00f6rte sie sich immer sch\u00f6ner und vertrauter an.\u201d<\/p>\n<p><strong>Die Aussprache des Albanischen kein \u00fcberm\u00e4ssig grosses Problem\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Auch Florian kann Interessantes \u00fcber seine Bekanntschaft mit dem Albanischen (eigentlich mit Shpresa [Symbol]) berichten: \u201cZum ersten Mal bewusst wahrgenommen, dass albanisch gesprochen wird, habe ich erst, als ich Shpresa kennenlernte (Shpresa Jashari, Anm. d. Red.), beziehungsweise als sie am Telefon mit ihrem Bruder albanisch sprach. So fremd, so fern kam mir diese Sprache vor, wie wenn es Chinesisch w\u00e4re.\u201d<\/p>\n<p>Doch wie schwer fiel es unseren Gespr\u00e4chspartnern, die Lautzeichen der albanischen Sprache auszusprechen? Das Deutsche kennt ja bekanntlich einige davon nicht. \u201cEin wenig schwierig sind sicher die Unterschiede zwischen q, \u00e7, xh und gj; ansonsten glaube ich, ist die Aussprache des Albanischen kein \u00fcberm\u00e4ssig grosses Problem\u201d, sagt Professor Schader.<\/p>\n<p>\u201cNur den Unterschied zwischen r und rr und zwischen l und ll bekomme ich nicht hin. Bis heute passiert es mir regelm\u00e4ssig, dass ich die \u201cpull\u00eb\u201d, also die Briefmarke, mit der \u201cpul\u00eb\u201d des Gockels, also der Henne, verwechsle\u201d, sagt Sarah Gretler. Sie f\u00fcgt bei: \u201cDie gr\u00f6sste Schwierigkeit bestand darin, dass es lange Zeit keine Instanz gab, wohin ich mich zur Selbstkontrolle h\u00e4tte wenden k\u00f6nnen, es gab weder Schulen noch Kurse noch Grammatiken f\u00fcr Nichtalbanischsprachige &#8230; .\u201d<\/p>\n<p>Barbara Burri lernte Albanisch nur \u00fcbers Sprechen. \u201cIch lebte eine Zeit lang in Kosova, doch die albanische Sprache habe ich nur im Gespr\u00e4ch gelernt, ohne Kurse. Nur drei Albanischlektionen habe ich gehabt, doch habe ich die Sprache in Gespr\u00e4chen mit Familienangeh\u00f6rigen und Verwandten in Kosova gelernt\u201d, sagt sie.<\/p>\n<p><strong>\u201cEin paar Mal verwechselte ich Albanisch mit Portugiesisch\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem mit der Aussprache der Lautzeichen \u201cr\u201d und \u201cll\u201d scheinen viele Deutschsprachige zu teilen. Mit diesen beiden Zeichen hat auch Julia Schmid Probleme, ebenso Barbara Burri. \u201cMir f\u00e4llt es schwer, die Zeichen \u2018ll\u2019 und \u2018r\u2019 auszusprechen. Doch \u2018r\u2019 ist auch in anderen Sprachen schwierig, wie etwa im Spanischen\u201d, sagt Julia. W\u00e4hrend Blumer sich diesbez\u00fcglich weniger bescheiden gibt und meint: \u201cDie meisten Laute, die sich vom Deutschen unterscheiden, kenne ich vom Englischen her, da ich Englisch studierte.\u201d<\/p>\n<p>Die Frage nach einer eventuellen \u00c4hnlichkeit zwischen dem Albanischen und anderen Sprachen und nach der Musikalit\u00e4t des Albanischen beantworteten unsere Gespr\u00e4chspartnerinnen unterschiedlich. \u201cEinige gegische Unterdialekte h\u00f6ren sich ziemlich schwerf\u00e4llig an, einige Mundarten klingen sehr elegant&#8230; \u201c, sagte Schader. \u201cEin paar Mal verwechselte ich Albanisch mit Portugiesisch. Es kommt auf die Dialekte an\u201d, pr\u00e4zisiert Julia Schmid. W\u00e4hrend Blumer leicht ironisch sagt: \u201cDem Englischen gleicht es bestimmt nicht. Ich denke nicht, dass Albanisch \u00e4hnlich wie Englisch klingt. Und eigentlich auch nicht wie irgendeine andere Sprache die ich kenne.\u201d<\/p>\n<p>Die Schweizer Albanischsprechenden unterscheiden sich auch darin, wie weit sie die albanische Kultur kennen. So sagt Professor Schader: \u201cIch hoffe gut, denn ich habe Kontakt mit vielen Menschen aus den verschiedenen albanischsprachigen Gebieten; doch es gibt immer auch \u00dcberraschungen.\u201d F\u00fcr Sarah Gretler \u201cist die albanische Kultur vor allem mit der ausserordentlichen Gastfreundschaft verbunden, die ich erlebte!\u201d Sie kennt auch die Entwicklung dieser Kultur aus den Lebensbedingungen der patriarchalen Gesellschaft heraus bis heute.<\/p>\n<p><strong>Es gibt \u201csehr verschiedene\u201d Albaner<\/strong><\/p>\n<p>\u201cJa, die Kultur kenne ich sehr gut. Ich habe sie gelebt und bin gut in diese Kultur integriert\u201d, antwortet ohne Z\u00f6gern die Nusja e Kosov\u00ebs, Barbara Burri. Eine differenziertere Haltung zeigt Julia Schmid. \u201cGleicht die Kultur in Prizren der Kultur in Himar\u00eb, wo die Leute auch griechisch sprechen? So kenne ich vielleicht die Kultur nicht gut, aber ich kenne viele albanische Menschen die sich sehr voneinander unterscheiden.\u201d<\/p>\n<p>Florian Blumer sagt, jetzt kenne er diese Kultur einigermassen, \u201cvon den Reisen in die Gebiete, wo albanisch gesprochen wird, und von der Familie meiner Frau.\u201d<\/p>\n<p>Als Bewunderer von Sprache und Kultur der Albanerinnen sind unsere Freunde alle schon mehrmals in den Gebieten mit albanischer Bev\u00f6lkerung gewesen. \u201cIch war noch nie bei den Albanern in Montenegro, auch nicht bei den Arbreschen, noch bei den Arvanitinnen, doch ich bin viel in Kosova und in Albanien und war drei oder vier Mal in Makedonien\u201d, antwortet Professor Schader.<\/p>\n<p>\u201cIch war an vielen Orten in Kosova, ausserdem in Bujanovc, in Shkup-Skopje, in Struga, in Ohrid, in Tetova, in Albanien\u201d, sagt Sarah Gretler. \u201cIn Albanien war ich unter anderem 1991 mit einer Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, in den Gef\u00e4ngnissen von Tirana, Saranda, Fier und Burrel, und ich vergesse nie, was ich dort gesehen und geh\u00f6rt habe. Ich verglich diese Erfahrungen mit den Berichten der albanischen politischen Fl\u00fcchtlinge aus Jugoslawien \u00fcber die Verh\u00e4ltnisse in der Haft, und am meisten Leid taten mir jene, die von den jugoslawischen Gef\u00e4ngnissen in die Gef\u00e4ngnisse Albaniens kamen.\u201d<\/p>\n<p><strong>Ziemlich genau: Alle haben was von <\/strong><strong>Kadare<\/strong><strong> gelesen<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Frage war: Haben Sie ein albanisches Buch gelesen, oder ein \u00fcbersetztes von einer albanischen Autorin? \u201cIch habe viele albanische B\u00fccher gelesen \u2013 \u00fcber 200 \u2013 in albanischer Sprache und einige in deutscher \u00dcbersetzung. Selbst habe ich drei albanische B\u00fccher auf deutsch \u00fcbersetzt, unter anderem auch die fabelhaften Erinnerungen von Arif Demolli \u2018Es war ein Dorf in Kosova\u2019 (Originaltitel: T\u00eb gjall\u00ebt dhe t\u00eb vdekurit e nj\u00eb f\u00ebmij\u00ebrie)\u201d, sagt Basil Schader.<\/p>\n<p>Barbara Burri sagt auf diese Frage: \u201cB\u00fccher zu verstehen f\u00e4llt mir schwer, \u00fcbersetzte Romane d\u00fcnken mich einfacher f\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis\u201d. Julia Schmid antwortet kurz: \u201cJa, ich habe die B\u00fccher Kadares gelesen.\u201d Ebenfalls Kadare, aber nur in deutscher \u00dcbersetzung, hat auch Blumer gelesen: \u201cMein Albanisch gen\u00fcgt daf\u00fcr immer noch nicht. Auf Deutsch las ich \u2018Die Pyramide\u2019 und \u2018Konzert am Ende des Winters\u2019 von Ismail Kadare.\u201d<\/p>\n<p>Je mehr Sprachen wir k\u00f6nnen, desto besser ist unser Ged\u00e4chtnis &#8211; glauben Sie das? war die n\u00e4chste Frage. Schaders Antwort ist deutlich: \u201cJa, unbedingt. Und weil mehrsprachig sein auch heisst, die verschiedenen Sprachen in Lekt\u00fcre und Schrift zu\u00a0 beherrschen, engagiere ich mich aus vollem Herzen f\u00fcr den erg\u00e4nzenden Unterricht in albanischer Sprache, wo die Kinder lernen, ihre Muttersprache zu lesen und zu schreiben.\u201d<\/p>\n<p><strong>Die Sprache hilft beim Verst\u00e4ndnis der Kultur<\/strong><\/p>\n<p>\u201cJa. Ich denke auch, dass Mehrsprachigkeit unseren Horizont erweitert und Zugang zu unbekannten Welten schafft\u201d, meint Florian Blumer diesbez\u00fcglich.<\/p>\n<p>Die folgende Frage \u201cVerstehen Sie dank der Kenntnis der albanischen Sprache die Albanerinnen und Albaner besser?\u201d erhielt nur positive Antworten von unseren f\u00fcnf Freundinnen. \u201cAuf jeden Fall! Auch in den Projekten zur Unterst\u00fctzung der Schulen in Nordalbanien, in welchen meine Frau und ich uns seit langem einsetzen, sind meine Sprachkenntnisse \u00fcberaus wertvoll und sind der Ausgangspunkt f\u00fcr viele authentische und freundschaftliche Beziehungen\u201d, sagt Schader. Auch Barbara Burri best\u00e4tigt diese Verbundenheit: \u201cJa, sicher viel besser. Die Sprache hilft beim Verst\u00e4ndnis der Kultur.\u201d<\/p>\n<p>Julia Schmid antwortet: \u201cJa. Ich verstehe sie besser. Aber nicht nur dank der Sprache. Auch durch verschiedene Beziehungen und Erfahrungen.\u201d Und Florian Blumer hat die k\u00fcrzeste Antwort auf diese Frage: \u201cJa.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a>\u00a0 bat alle Gespr\u00e4chsteilnehmerinnen, einen albanischen Satz oder Spruch, der sie besonders beeindruckt, aus einem Text, einem Lied oder einer albanischen Begr\u00fcssungsformel zu zitieren.<\/p>\n<p>\u201cIch glaube, ich habe genug albanisch geredet \u2013 hoffentlich nicht mit zu vielen Fehlern \u2013 so dass ich dieses Interview mit einem freundschaftlichen TUNG! (ciao!, tschau!, mach\u2019s gut!) beschliessen m\u00f6chte\u201d, ist die Antwort von Professor Schader.<\/p>\n<p>Sarah Gretler gef\u00e4llt der Spruch \u201c \u2018Ta mbajsh me sh\u00ebndet!\u2019 (M\u00f6gest du es gesund tragen!). Dieser Ausspruch ist sch\u00f6n, er wird oft verwendet, im Alltag, und, obwohl er jeweils dann gesagt wird, wenn jemand etwas Materielles erh\u00e4lt, wenn jemand ein Kleidungsst\u00fcck kauft oder geschenkt bekommt, lenkt dieser Satz die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit, diese Worte weisen also t\u00e4glich auf die Zusammenh\u00e4nge hin, die zwischen materiellen und tieferen Werten bestehen.\u201d<\/p>\n<p>Ein Ausdruck aus den kosovarischen Dialekten, der Barbara Burri gef\u00e4llt, ist: \u2018Muhabet me bo\u2019 (bei freundschaftlichem Zusammensitzen ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren). Doch interessant d\u00fcnken mich auch die alten deutschen W\u00f6rter, die wir im Albanischen antreffen. Ebenfalls gef\u00e4llt mir der Ausruf \u2018po valla!\u2019 (doch, tats\u00e4chlich!)\u201d, schliesst sie.<\/p>\n<p>Julia Schmid gibt eine spezifische Antwort mit politischer Konnotation: \u201cDie albanische Sprache ist eine sehr sch\u00f6ne Sprache. Sprecht albanisch, wo ihr wollt. Auch in der Schule, auch auf dem Schulareal in Egerkingen! [Symbol]\u201d<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der \u201cbegeisterte Albanophile\u201d Florian Brunner sich den unter Albanern coolsten und aktuellsten Spruch zu eigen gemacht hat: \u201cO sa mir\u00eb me qen\u00eb shqiptar! (Oh wie sch\u00f6n ist es, Albaner zu sein!) [Symbol]\u201d.<\/p>\n<p><em><strong>Sarah Gretler: Heute ist die Arbeit als \u00dcbersetzerin einfacher geworden\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Heute ist es viel einfacher geworden, als \u00dcbersetzerin zu arbeiten, es stehen nebst dem Langenscheidt die grossen W\u00f6rterb\u00fccher (mit je rund 2000 Seiten) Albanisch-Deutsch und Deutsch-Albanisch der Autoren Ali Dhrimo und Hamlet Bezhani zur Verf\u00fcgung, und f\u00fcr die juristische \u00dcbersetzung gibt es das Rechtsw\u00f6rterbuch von Dritan Halili. Ich freue mich auch sehr ob dem 1600-seitigen W\u00f6rterbuch der gesprochenen Sprache vom Autor Mehmet Elezi.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Anspielung an bekannten albanischen Spruch: \u00abO samir\u00ebmeqen\u00ebshqiptar\u00bb (Oh wie sch\u00f6n ist es, ein Albaner zu sein\u201d<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeitschrift albinfo.ch  hat in ihrer vorliegenden Nummer f\u00fcnf Schweizer Frauen und M\u00e4nner interviewt, die Albanisch gelernt haben und gut in der albanischen Kultur \u201cintegriert\u201d sind <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":127926,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1135,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-129091","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-frauen","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=129091"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129091\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/127926"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=129091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=129091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=129091"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=129091"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=129091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}