{"id":129216,"date":"2016-10-24T12:54:31","date_gmt":"2016-10-24T10:54:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/ekspansioni-turk-ne-ballkan-permes-ekonomise\/"},"modified":"2016-10-27T09:48:22","modified_gmt":"2016-10-27T07:48:22","slug":"ekspansioni-turk-ne-ballkan-permes-ekonomise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/ekspansioni-turk-ne-ballkan-permes-ekonomise\/","title":{"rendered":"T\u00fcrkische wirtschaftliche Expansion auf dem Balkan"},"content":{"rendered":"<p>Trotz grosser Investitionen in\u00a0 Kosova und Albanien ist die T\u00fcrkei bei Weitem nicht der wichtigste Wirtschaftspartner dieser L\u00e4nder. Aus welcher t\u00fcrkischen politischen Str\u00f6mung die Investitionen kommen, ist eigentlich eine Sache der T\u00fcrkei, sagen Wirtschaftsexperten. Wichtig ist nur, dass die Investitionen korrekt und gesetzeskonform erfolgen und somit Geldw\u00e4scherei verhindert wird. Dennoch best\u00e4tigen viele H\u00e4ndler und Gesch\u00e4ftsleute, dass der Handel mit der T\u00fcrkei nicht immer sauber vonstattengeht.<\/p>\n<p>Albinfo.ch hat eine Studie durchgef\u00fchrt, um besser zu verstehen, was die t\u00fcrkische \u201eInvasion\u201c in Kosova und Albanien bedeutet. Der Zwietracht brach just vor Beginn des neuen Schuljahres aus. Die Medien wurden mit der Meldung \u00fcberflutet, dass die Uhren mit der \u00dcberschrift \u201eTika\u201c \u2013 eine t\u00fcrkische Regierungsorganisation &#8211; , die an Schulw\u00e4nden in der Hauptstadt Prishtina h\u00e4ngen, durch Bilder des albanischen Nationalhelden Skanderberg \u201aersetzt\u2018 wurden. Die darauf folgende Debatte zeigten die grossen Reserven, die in Teilen der kosovarischen Gesellschaft gegen\u00fcber der T\u00fcrkei herrschen.<\/p>\n<p>Ein Teil der Kosovaren betrachtet die T\u00fcrken als \u201eBr\u00fcdervolk\u201c. Ein anderer Teil sieht die t\u00fcrkischen Investitionen sehr kritisch und als Tendenz der Ausbreitung des t\u00fcrkischen Einflusses im Gebiet des ehemaligen osmanischen Reiches. Die beiden st\u00e4rksten politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Str\u00f6mungen in der T\u00fcrkei haben ihren Einfluss auch auf dem Balkan, in Kosova und in Albanien, ausgebreitet: die Str\u00f6mung von Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdo\u011fan und die Str\u00f6mung von seinem einstigem Weggef\u00e4hrten und jetzigen Widersacher Fethullah G\u00fclen.<\/p>\n<p><b><strong>Der Kampf zwischen Erdo\u011fan und G\u00fclen um die Vorherrschaft auf dem Balkan<\/strong><\/b><\/p>\n<p>Wirtschaftsexperten und Analysten in Kosova bewerten den Kampf zwischen Erdo\u011fan und G\u00fclen um die Vorherrschaft auf dem Balkan und in Kosova unterschiedlich. Es gebe keine aussagekr\u00e4ftige Analyse, die zeigen w\u00fcrde, von welcher t\u00fcrkischen Str\u00f6mung die t\u00fcrkische Expansion in Kosova und Albanien kommt, sagt Ibrahim Rexhepi, Wirtschaftsexperte aus Prishtina. \u201eOb die Gelder aus dem Umfeld von Erdo\u011fan und G\u00fclen kommen, ist im Grunde egal und ein rein t\u00fcrkisches Problem\u201c, so Rexhepi.<\/p>\n<p>Den Menschen auf dem Balkan sollte es eigentlich egal sein, aus welcher t\u00fcrkischen politischen Str\u00f6mung die Investitionen kommen \u2013 genauso wie sie nicht die eine oder die andere Seite unterst\u00fctzen sollten. \u201eDie Albaner sind keine T\u00fcrken. Wir haben zwei unabh\u00e4ngige albanische Staaten auf dem Balkan. Darum denke ich, dass wir uns vielmehr Gedanken dar\u00fcber machen m\u00fcssten, wie wir unsere Wirtschaft vorw\u00e4rts bringen und wie wir Fortschritte auf dem Weg der euro-atlantischen Integration machen\u201c, so Liridon Lika, Forscher der t\u00fcrkischen Pr\u00e4senz auf dem Balkan.<\/p>\n<p>Erdo\u011fan und G\u00fclen f\u00fchren einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft auf dem Balkan und besonders im albanischen Sprachraum, stellt der kosovarische Publizist Gani Mehmetaj fest. \u201eBeide islamischen Str\u00f6mungen von Erdo\u011fan und G\u00fclen standen quasi im Wettbewerb, welche von Ihnen tiefere Spuren in Kosova und Albanien hinterlassen wird. Die G\u00fclenisten haben religi\u00f6se Schulen gebaut, um die albanische nationale Identit\u00e4t zu schw\u00e4chen oder gar zu l\u00f6schen. Die Lehrer in diesen Schulen erz\u00e4hlen die albanische Geschichte immer aus der Perspektive der osmanischen Eroberer. Und die Erdo\u011fanisten wollen soviele Moscheen bauen wie m\u00f6glich, in denen, wie in milit\u00e4rische Kasernen, Albaner f\u00fcr die Jihad-Kampf rekrutiert worden sind\u201c, so Mehmetaj. Und beide Str\u00f6mungen haben ihr Ziel erreicht.<\/p>\n<p><strong>Kosovarische Islamische Gemeinschaft antwortet nicht<\/strong><\/p>\n<p>Die kosovarische Islamische Gemeinschaft (BIK) hat auf unserer Anfragen gar nicht geantwortet. Der Mufti Naim T\u00ebrnava sagte am Telefon nur, er sei auf einer Reise in Saudi-Arabien. Auch der Sprecher von BIK, Bahri Simnica, wollte mit uns \u00fcber die Anzahl der aus der T\u00fcrkei finanzierten Moscheen in Kosova, oder \u00fcber den t\u00fcrkischen Einfluss bei der Ernennung von Imamen in kosovarischen Moscheen nicht sprechen.<\/p>\n<p>Auch das Netzwerk t\u00fcrkischer Schulen in Kosova, wollte nicht mit uns \u00fcber deren Pr\u00e4senz und Mission auf dem Balkan und in Kosova reden. Die G\u00fclenisten haben drei Grundschulen und ein Gymnasium in Kosova gegr\u00fcndet, in Prishtina, Prizren und Gjakova. Ein Schuljahr kostet den Eltern bis zu 3600 Euro.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnliches Netz von Schulen gibt es auch in Mazedonien (Skopje, Struga und Gostivar) unter dem Namen Yahya Kemal, sowie in Albanien. Teil dieses Netzwerkes ist auch die Universit\u00e4t Epoka in Albanien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albinfo.ch hat eine Analyse durchgef\u00fchrt, um herauszufinden, was die t\u00fcrkische Expansion auf dem Balkan, besonders in Kosova und Albanien bedeutet und in welchem Ausmass diese Expansion stattfindet.<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1131,1129,1158,1412,2015],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-129216","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-investitionen","category-ch-balkan","category-themen-vor-ort","category-newsletter-de","category-newsletter-media-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=129216"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/129216\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=129216"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=129216"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=129216"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=129216"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=129216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}