{"id":129498,"date":"2016-10-28T11:57:22","date_gmt":"2016-10-28T09:57:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=129498"},"modified":"2016-10-28T11:57:22","modified_gmt":"2016-10-28T09:57:22","slug":"pirmin-mueller-der-brueckenbauer-der-svp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/pirmin-mueller-der-brueckenbauer-der-svp\/","title":{"rendered":"Pirmin M\u00fcller, der Br\u00fcckenbauer der SVP"},"content":{"rendered":"<p>\u00abHeute hat sich der Ruf der Albaner wieder verbessert. Denn die meisten Kosovaren sind fleissig und haben sich gesellschaftlich und beruflich integriert. Dieser Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber auf gutem Weg\u00bb, sagt Pirmin M\u00fcller, Kantonsrat von Luzern in einem Interview mit\u00a0<a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?hl=de&amp;q=http:\/\/albinfo.ch&amp;source=gmail&amp;ust=1477734150467000&amp;usg=AFQjCNGReiOQIT69mTCnzz_oFRgKyJSv4w\">albinfo.ch<\/a>.\u00a0M\u00fcller reiste k\u00fcrzlich nach Kosovo und kehrte mit guten Erfahrungen zur\u00fcck.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\/\" data-saferedirecturl=\"https:\/\/www.google.com\/url?hl=de&amp;q=http:\/\/albinfo.ch\/&amp;source=gmail&amp;ust=1477734150467000&amp;usg=AFQjCNFuis5LhpHam596FJ70tdSe2qZq2w\"><strong>albinfo.ch<\/strong><\/a><strong>:<\/strong> <strong>Was f\u00fcr eine Meinung hatten Sie \u00fcber Kosovoalbaner bevor Sie nach Kosovo reisten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pirmin M\u00fcller:<\/strong>\u00a0Als Katholik habe ich im Grundsatz immer eine gute Meinung von allen Menschen, bis ich vom Gegenteil \u00fcberzeugt werde. Was die Kosovaren allgemein angeht: Ich kam seit meiner Kindheit mit ihnen in Kontakt. Mein Vater stellte in seiner Firma etliche Kosovaren ein. Ich bin darum mit ihnen aufgewachsen und kenne die Mentalit\u00e4t. Wir pflegen bis heute noch punktuellen und guten Kontakt zu unseren ehemaligen Angestellten.<\/p>\n<p><strong>Kosovaren haben in der Schweiz einen schweren Stand. Ist es Ihrer Meinung nach besser geworden oder hat sie die hiesige \u00d6ffentlichkeit fr\u00fcher nicht richtig eingesch\u00e4tzt?<\/strong><\/p>\n<p>Als Kosovaren als Saisoniers in die Schweiz kamen, hatten sie einen sehr guten Ruf. Denn fielen durch grossen Fleiss und Leistungsbereitschaft auf. Als dann der Krieg anfing und sehr viele Kosovaren als Fl\u00fcchtlinge einwanderten, \u00e4nderte sich dieses Bild. Das fiel auch unseren ehemaligen Angestellten auf. Sie haben sich bei mir als Jugendlichen mehrmals beklagt, dass einzelne Fl\u00fcchtlinge ihren guten Ruf ruinieren. Das widerspiegelte sich auch in Medienartikel, in denen \u00fcber Raser oder Gewalttaten berichtet wurden.<\/p>\n<p>Heute hat sich der Ruf wieder verbessert. Denn die meisten Kosovaren sind fleissig und haben sich gesellschaftlich und beruflich integriert. Dieser Prozess ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber auf gutem Weg. Mittlerweile treffe ich auch in meiner Partei vermehrt Kosovaren. Diese sehen ihre Zukunft in der Schweiz und wollen sie mitgestalten.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass Kosovaren in der Schweiz mehr Verantwortung \u00fcbernehmen. Ein Beispiel: Wenn mein Vater einen neuen Mitarbeiter suchte, dann haben die Albaner schnell einen Verwandten oder Bekannten aus dem Dorf empfohlen. Wenn diese dann die Arbeitsleistung nicht brachten oder negativ auffielen, wurden sie sofort diszipliniert. Denn der Ruf desjenigen, der ihn empfohlen hat, stand auf dem Spiel. Wenn sich nun einzelne Kosovaren in der Schweiz schlecht benehmen, dann sollten die gut integrierten Albaner sich klar und deutlich dazu \u00e4ussern und sagen, dass ein solches Verhalten nicht geht. Das w\u00fcrde von den Schweizern sehr positiv aufgenommen.<\/p>\n<p><strong>Hat die SVP vor etwa 17 Jahren mit dem Plakat \u00abKosovoalbaner Nein\u00bb, sozusagen ihre \u00abkosovokritische\u00bb Haltung statuiert?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Plakat stand \u00fcbrigens: \u00abKontaktnetz f\u00fcr Kosovo-Albaner. Nein.\u00bb Es ist aber schon so, dass die SVP bereits vor 20 Jahren heisse Eisen thematisch angepackt hat. Sie hat sich nicht davor gef\u00fcrchtet. Und das ist wichtig und richtig! Ein aktuelles Beispiel ist die Diskussion um das Thema Islamismus. Ich selbst habe das Thema bereits 2002 angepackt, die Partei hat es dann national behandelt. Heute sehen wir, dass sich die Bedenken bewahrheitet haben. Es ist wichtig, unsere demokratischen und rechtsstaatlichen Werte zu sch\u00fctzen und notfalls zu verteidigen.<\/p>\n<p><strong>In dem Artikel kann man auch lesen, dass die Kosovoalbaner muslimischen Glaubens, leger bzw. pragmatisch mit ihrer Religion umgehen. K\u00f6nnen Sie vielleicht ein paar Beispiele nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Religion ist im Kosovo sicher wichtig, Identit\u00e4tsstiftend ist aber die Nationalit\u00e4t. Das zeigt sich darin, dass es im Kosovo und Albanien viele multireligi\u00f6se Ehen gibt. Die Verwandten meiner Frau stammen aus einem Dorf an der Grenze zu Kosovo\/Albanien. Sehr viele Einwohner sind Katholiken. Das Zusammenleben zwischen Katholiken und Muslimen (Dervish) gestaltet sich gut.<\/p>\n<p><strong>Wie w\u00fcrden Sie einem Ihrer Parteikollegen den einfachen und von Vorurteil befreiten Umgang mit den Andersglaubenden erkl\u00e4ren, so wie in Kosovo und in Albanien Alltag ist?<\/strong><\/p>\n<p>Die Schweiz ist ein sehr tolerantes Land und was das Zusammenleben von verschiedenen Religionen und Sprachen angeht, hat sich unser System sehr bew\u00e4hrt. Wir m\u00fcssen aufpassen, dass unsere Toleranz nicht von Feinden unserer Werte missbraucht wird, um ihre Zwecke durchzusetzen. Was den politischen Islam und den Islamismus angeht, haben wir eine solche Gefahr.<\/p>\n<p><strong>Kosovo ist ein neues Land. Vieles ist dort schiefgegangen, manches auch gut. Sie sind privat dorthin gereist. Aber Sie sind auch dann ein Politiker, wenn Sie reisen. Was haben Sie\u00a0w\u00e4hrend diesen Tagen\u00a0bemerkt: in welche Richtung entwickelt sich der Kosovo und besteht die Chance, dass sich das Land zu einem gut funktionierenden Staat entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p>Das gr\u00f6sste Problem ist die sehr hohe Arbeitslosenquote. Das macht den Menschen extrem zu schaffen. Ihre Tr\u00e4ume und W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft enden in einer Sackgasse. Viele sehen ihre Zukunft nur in der Diaspora. Das macht mir Sorgen. Denn auf diesem Weg reisen vor allem junge, intelligente und leistungsf\u00e4hige Menschen weg. Und genau diese Menschen braucht der Kosovo f\u00fcr eine gute wirtschaftliche Entwicklung. Hier ist die Politik gefordert! Sie sollen f\u00fcr gute Rahmenbedingungen f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung einsetzen.<\/p>\n<p>Mir scheint aber, dass sehr viele Politiker am G\u00e4ngelband von Amerika und der Europ\u00e4ischen Union sind. Etliche der aufgezwungenen Auflagen erschweren eine positive wirtschaftliche Zukunft des Kosovo. Ich bin der Meinung, dass es nicht weniger sondern mehr Selbstbestimmung braucht. Oder wie soll man ein Land bewerten, das nicht einmal demokratisch \u00fcber eine eigene Flagge oder Hymne bestimmen kann, ohne dass vom Ausland ein Veto eingelegt wird? Als Schweizer w\u00fcrde ich mir dies nicht gefallen lassen, mich politisch engagieren und Verantwortung \u00fcbernehmen. Das kann ich allen Albanern nur empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Was ist Ihnen\u00a0w\u00e4hrend der Kosovoreise\u00a0besonders in Erinnerung geblieben?<\/strong><\/p>\n<p>Ganz besonders beeindruckt hat es mich, dass Kosovaren in der Schweiz jeden Monat Geld sparen, um ihre Familien im Kosovo unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Dieser Familienzusammenhalt ist grossartig und ein Vorbild f\u00fcr die Schweiz. Auch die albanische Gastfreundschaft hat mich erfreut. Ein altes albanisches Sprichwort besagt ja: \u00abDu sollst deinen Gast gleich gut oder gar besser als deine Familienmitglieder behandeln.\u00bb Genau so wurde ich empfangen. Das ist grossartig!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Nationalit\u00e4t z\u00e4hlt <\/strong><\/p>\n<p>Religion ist im Kosovo sicher wichtig, Identit\u00e4tsstiftend ist aber die Nationalit\u00e4t. Das zeigt sich darin, dass es im Kosovo und Albanien viele multireligi\u00f6se Ehen gibt. Die Verwandten meiner Frau stammen aus einem Dorf an der Grenze zu Kosovo\/Albanien. Sehr viele Einwohner sind Katholiken. Das Zusammenleben zwischen Katholiken und Muslimen (Dervish) gestaltet sich gut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00abMittlerweile treffe ich auch in meiner Partei vermehrt Kosovaren. 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