{"id":135260,"date":"2016-12-20T12:20:33","date_gmt":"2016-12-20T11:20:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/de\/?p=135260"},"modified":"2019-04-02T00:29:22","modified_gmt":"2019-04-01T22:29:22","slug":"zugang-zum-arbeitsmarkt-neu-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/zugang-zum-arbeitsmarkt-neu-denken\/","title":{"rendered":"Zugang zum Arbeitsmarkt neu denken"},"content":{"rendered":"<p>Die Eidgen\u00f6ssische Migrationskommission EKM empfiehlt mit ihrem Positionspapier, die Arbeitsintegration neu zu denken. Globalisierung und Digitalisierung bringen es mit sich, dass die Nachfrage nach besser qualifizierten Personen w\u00e4chst. Auch die Zusammensetzung der Zuwanderungsgruppen hat sich ver\u00e4ndert. Jede zweite Person kommt als Angeh\u00f6rige im Familiennachzug, als Studierende oder als Asylsuchende in die Schweiz. Es braucht neue Strukturen, die diesem Wandel gerecht werden und f\u00fcr alle, Einheimische und Zugewanderte, Perspektiven f\u00fcr einen nachhaltigen Zugang zum Arbeitsmarkt schaffen.<\/p>\n<p>Die Ver\u00e4nderungen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Zuwanderung verlangen mehr als die geplante Umsetzung des \u00abInl\u00e4ndervorrangs light\u00bb, um den nachhaltigen Zugang f\u00fcr Einheimische und Zugewanderte zum Arbeitsmarkt auch in Zukunft zu sichern. Es braucht Massnahmen, die verst\u00e4rkt auf das inl\u00e4ndische Potenzial ausgerichtet sind, und es ben\u00f6tigt Strukturen, welche diesem doppelten Wandel gerecht werden und die Arbeitsmarktintegration neu regeln. Die EKM pr\u00e4sentiert vier Hauptanliegen.<\/p>\n<h3>Potenziale abkl\u00e4ren und validieren<\/h3>\n<p>Das Potenzial aller in der Schweiz wohnhaften Personen soll gef\u00f6rdert werden. Bei neu zugezogenen Migrantinnen und Migranten \u00fcber den Familiennachzug, bei Fl\u00fcchtlingen und Personen mit vorl\u00e4ufiger Aufnahme sowie bei Personen mit Schwierigkeiten beim Zugang zum Arbeitsmarkt sind Qualifikationen sorgf\u00e4ltig abzukl\u00e4ren. Informelles Wissen und informell erworbene Kompetenzen sind ebenso zu ber\u00fccksichtigen wie formelle Berufs- und Bildungsabschl\u00fcsse. Wichtig ist es auch, die Qualifikationen zu validieren und wertzusch\u00e4tzen. Erg\u00e4nzend zum heutigen System der Anerkennung von Diplomen m\u00fcssen auch vorhandenes Wissen und Erfahrungen gepr\u00fcft werden, z.B. mit Praxis-Assessments. Darauf basierend sind spezifische Angebote einzurichten, die es den Personen erm\u00f6glichen, ihr Wissen und ihre Potenziale zu entfalten. Die Berufsverb\u00e4nde sollen gezielt einbezogen werden.<\/p>\n<h3>Bildung und Bildungserwerb f\u00f6rdern<\/h3>\n<p>Die fr\u00fche Bildung bietet ein grosses Potenzial. Im Vorschulalter k\u00f6nnen die Chancen der F\u00f6rderung am besten genutzt werden. Darum muss das Angebot insbesondere auch f\u00fcr benachteiligte Gruppen ausgebaut werden.<\/p>\n<p>Der Erwerb von Bildung muss an die neuen Bed\u00fcrfnisse der Arbeitswelt angepasst werden, und zwar auf allen Stufen, vom Vorschulalter bis zur Erwachsenenbildung. Bildungs- und Umschulungsm\u00f6glichkeiten m\u00fcssen f\u00fcr Menschen in jedem Alter offenstehen.<\/p>\n<p>Die Arbeitsintegration muss nachhaltig gestalten sein: Es geht nicht darum, m\u00f6glichst schnell m\u00f6glichst viele Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese Integration muss vom Ziel geleitet sein, eine Qualifizierung zu erreichen, die den F\u00e4higkeiten der Personen und den Anspr\u00fcchen des Arbeitsmarktes angemessen ist. Eine solche Politik verursacht zwar h\u00f6here Bildungs- und Ausbildungskosten; sie ist aber eine Investition in die Zukunft. Die zus\u00e4tzlichen Kosten k\u00f6nnen durch h\u00f6here Steuereinnahmen, durch das vermehrte Angebot an einheimischen Fachkr\u00e4ften und durch die Vermeidung von prek\u00e4ren Arbeitssituationen, die in die Sozialhilfe f\u00fchren k\u00f6nnen, kompensiert werden.<\/p>\n<h3>Faire Bedingungen f\u00fcr alle garantieren<\/h3>\n<p>In vielen Haushalten findet eine Verlagerung von unbezahlter Hausarbeit zu externen Dienstleistungen statt: in der privaten Pflege, in der Kinderbetreuung, in der Hausarbeit, in der Reinigung(<a href=\"https:\/\/cityservices.ch\/gebaudereinigung\/\">Geb\u00e4udereinigung<\/a>) etc. Es muss sichergestellt werden, dass die Angestellten fair entl\u00f6hnt und die Arbeitsbedingungen unb\u00fcrokratisch geregelt werden.<\/p>\n<h3>Hindernisse abbauen und Anreize schaffen<\/h3>\n<p>Hindernisse f\u00fcr die Integration in den Arbeitsmarkt m\u00fcssen konsequent abgebaut werden. Langwierige Bewilligungsverfahren und Sonderabgaben sind abzuschaffen; die Integration soll ab dem ersten Tag beginnen. In einer ersten Phase des Aufenthaltes, vor allem von Fl\u00fcchtlingen, vorl\u00e4ufig Aufgenommenen aber auch von Asylsuchenden, sind Angebote zu schaffen, bei denen Spracherwerb und erste Arbeitserfahrungen Hand in Hand gehen. Mentoring und Coaching \u2013 auch im Rahmen des zivilgesellschaftlichen Engagements \u2013 k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich den Weg in die berufliche Integration ebnen.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft, den Sozialpartnern, dem Staat und den Betroffenen muss intensiviert und ausgebaut werden. Es braucht gezielte Anreize f\u00fcr Firmen, die sich f\u00fcr Betreuungsangebote, f\u00fcr die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Weiterbildung ihrer Angestellten einsetzen. Auch die Gr\u00fcndung von Startups und Bestrebungen von Menschen, sich selbstst\u00e4ndig zu machen, sind verst\u00e4rkt zu f\u00f6rdern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ver\u00e4nderungen auf dem Arbeitsmarkt und bei der Zuwanderung verlangen mehr als die geplante Umsetzung des \u00abInl\u00e4ndervorrangs light\u00bb, um den nachhaltigen Zugang f\u00fcr Einheimische und Zugewanderte zum Arbeitsmarkt auch in Zukunft zu sichern<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-135260","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135260","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=135260"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/135260\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=135260"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=135260"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=135260"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=135260"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=135260"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}