{"id":146421,"date":"2017-04-13T13:28:41","date_gmt":"2017-04-13T11:28:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=146421\/"},"modified":"2017-04-24T01:04:23","modified_gmt":"2017-04-23T23:04:23","slug":"zweiter-nationaler-aktionsplan-gegen-menschenhandel-verabschiedet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/zweiter-nationaler-aktionsplan-gegen-menschenhandel-verabschiedet\/","title":{"rendered":"Zweiter Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel verabschiedet"},"content":{"rendered":"<p style=\"background: white; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Der zweite Nationale Aktionsplan der an der Bek\u00e4mpfung von Menschenhandel beteiligten Beh\u00f6rden und Organisationen legt den Schwerpunkt insbesondere auf die Sensibilisierung und Ausbildung der Mitarbeitenden der Polizei, der Staatsanwaltschaften, der Nichtregierungsorganisationen und der kantonalen Migrationsbeh\u00f6rden. Neben der Ausbildung und Sensibilisierung werden Leitlinien f\u00fcr eine Harmonisierung der kantonalen Praktiken festgelegt. Mit diesen Massnahmen werden zwei Ziele verfolgt: Die richtigen Mittel finden, um Opfer zu identifizieren und unterst\u00fctzen sowie die Strafverfolgung der T\u00e4ter zu verst\u00e4rken.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Ein weiterer Schwerpunkt sind Massnahmen zur Sensibilisierung der Fachleute, insbesondere jener, die im Gesundheitswesen t\u00e4tig sind. Aufgrund ihrer besonderen beruflichen Stellung k\u00f6nnen sie n\u00e4mlich zur Identifizierung von Opfern sexueller Ausbeutung oder von Ausbeutung der Arbeitskraft beitragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; font-size: 1.2rem; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Opfer von Menschenhandel unter Asylbewerbern erkennen<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Menschen auf der Flucht vor Krieg in ihrem Heimatland sind auf dem Weg nach Europa verschiedenen Gefahren ausgesetzt. In ihrer Not sind sie besonders verletzlich und k\u00f6nnen so Opfer von Menschenhandel werden. Schlepper nutzen die Notlage dieser Menschen schamlos aus, sowohl entlang der Migrationsrouten als auch in der Umgebung von Registrierungszentren und Asylunterk\u00fcnften. Um die Opfer von Menschenhandel unter den Asylsuchenden besser identifizieren zu k\u00f6nnen, hatte eine Arbeitsgruppe im Rahmen des ersten Aktionsplans 2012-2014 damit begonnen, sich mit dieser Problematik zu befassen. Die Arbeit wird im Rahmen des zweiten Aktionsplans fortgesetzt, insbesondere was die Optimierung der Prozesse zur Opferidentifizierung und die Gew\u00e4hrleistung der Opferhilfe im Asylverfahren anbelangt.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; font-size: 1.2rem; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Ausbeutung als Arbeitskraft<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">In der Schweiz begegnet man dem Menschenhandel vor allem in Verbindung mit Prostitution; weniger bekannt ist aber die Tatsache, dass in der Schweiz auch Personen als Arbeitskraft ausgebeutet werden. Eine k\u00fcrzlich im Auftrag von fedpol durchgef\u00fchrte Studie[1] zeigt: Die Bandbreite der Schwere dieser Art von Ausbeutung reicht von der einfachen Nichteinhaltung branchen\u00fcblicher L\u00f6hne \u00fcber Freiheitsberaubung am Arbeitsplatz bis hin zum Einzug von Identit\u00e4tsdokumenten und zu Drohungen gegen\u00fcber den Arbeitnehmenden oder deren Angeh\u00f6rigen. Der Aktionsplan will einerseits die Wirtschaftssektoren und die Arbeitsinspektorate sensibilisieren. Andererseits soll ein Leitfader erarbeitet werden, der helfen soll, Situationen zu identifizieren, in denen Menschen als Arbeitskraft ausgebeutet werden. Ausserdem soll die polizeiliche Kriminalstatistik angepasst werden, damit F\u00e4lle von Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft von jenen der sexuellen Ausbeutung unterschieden werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Mit Aktionen am europ\u00e4ischen Tag gegen den Menschenhandel (18. Oktober) soll die \u00d6ffentlichkeit jeweils f\u00fcr diese besondere Form von Menschenhandel sensibilisiert werden.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; font-size: 1.2rem; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Verst\u00e4rkte Zusammenarbeit in der Schweiz und mit dem Ausland<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">F\u00fcr die Strafverfolgung von Menschenhandel sind die Kantone zust\u00e4ndig; fedpol unterst\u00fctzt sie dabei, indem die Ermittlungen koordiniert, eine gemeinsame Strategie ausgearbeitet\u00a0 und die verschiedenen Akteure in der Schweiz miteinander vernetzt werden. Zu diesen Akteuren geh\u00f6ren etwa das Staatssekretariat f\u00fcr Migration (SEM), das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft (SECO), das Grenzwachtkorps (GWK), die kantonalen Polizeikorps und Justizbeh\u00f6rden und auch Nichtregierungsorganisationen.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">fedpol engagiert sich auch international und sorgt als zentrale Anlaufstelle f\u00fcr den Austausch des kriminalpolizeilichen Schriftverkehrs mit Interpol und Europol. fedpol arbeitet ausserdem in der Interpol-Expertengruppe f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Menschenhandel mit. Diese Interpol-Expertengruppe unterst\u00fctzt weltweit zahlreiche Projekte, die das Ziel verfolgen, die kriminellen Organisationen in den Herkunfts- und Transitl\u00e4ndern effizienter zu bek\u00e4mpfen. fedpol beteiligt sich auch an den operativen Aktionentagen von Europol und koordiniert diese auf nationaler Ebene. An diesen operativen Aktionstagen f\u00fchren zahlreiche Sicherheitskr\u00e4fte in der ganzen Europ\u00e4ischen Union (EU) gleichzeitig Operationen durch, mit dem Ziel, vor Ort potenzielle Opfer und kriminelle Organisationen besser identifizieren zu k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; box-sizing: border-box; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Und schliesslich koordiniert fedpol im Rahmen des Schweizer Beitrages an die erweiterte EU Projekte mit Rum\u00e4nien und Bulgarien. Ziel dieser Projekte ist es, F\u00e4lle von Menschenhandel an ihrem Entstehungsort und gemeinsam mit den lokalen Beh\u00f6rden leichter aufdecken zu k\u00f6nnen und die Ermittlungen gegen dieses Verbrechen zu vereinfachen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>fedpol ver\u00f6ffentlicht heute den zweiten Nationalen Aktionsplan zur Bek\u00e4mpfung von Menschenhandel. Der neue Aktionsplan legt die strategischen Schwerpunkte f\u00fcr die Jahre 2017\u20132020 fest und schl\u00e4gt 28 konkrete und gezielte Massnahmen zur Bek\u00e4mpfung dieses menschenverachtenden Verbrechens vor. Ziel des Aktionsplans ist es, die \u00d6ffentlichkeit und die Fachleute f\u00fcr die Problematik zu sensibilisieren, die Strafverfolgung zu verst\u00e4rken, die Opferidentifizierung zu verbessern und die Zusammenarbeit der Schweiz mit dem Ausland zu intensivieren.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-146421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=146421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/146421\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=146421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=146421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=146421"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=146421"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=146421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}