{"id":179785,"date":"2018-01-18T11:00:08","date_gmt":"2018-01-18T10:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=179785\/"},"modified":"2018-01-18T11:42:02","modified_gmt":"2018-01-18T10:42:02","slug":"chancengleichheit-den-einfluss-soziookonomischer-faktoren-auf-die-gesundheit-ausgleichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/chancengleichheit-den-einfluss-soziookonomischer-faktoren-auf-die-gesundheit-ausgleichen\/","title":{"rendered":"Chancengleichheit: den Einfluss sozio\u00f6konomischer Faktoren auf die Gesundheit ausgleichen"},"content":{"rendered":"<p>Um das Ausmass des Ph\u00e4nomens besser absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, machte das BAG eine Bestandsaufnahme, indem es die vorhandenen Daten zusammentrug. Dabei zeigte sich der Einfluss sozio\u00f6konomischer Faktoren auf zahlreiche Krankheiten. So tritt Diabetes bei Menschen mit tieferem Bildungsniveau zweimal h\u00e4ufiger auf. Ausserdem besteht bei diesen Personen ein 2,3-mal h\u00f6heres Risiko an R\u00fcckenschmerzen zu leiden, und 37 Prozent von ihnen haben Bluthochdruck. Bei den Personen mit h\u00f6herem Bildungsniveau sind es 25 Prozent.<\/p>\n<p>Auch unser Verhalten wird durch sozio\u00f6konomische Faktoren beeinflusst: In der Schweiz lebende Migrantinnen und Migranten verzichten sechsmal h\u00e4ufiger auf medizinische Leistungen als Einheimische. Personen mit h\u00f6herem Einkommen und h\u00f6herem Bildungsniveau bewegen sich \u00f6fter: 75 Prozent von ihnen sind mindestens einmal pro Woche k\u00f6rperlich aktiv, w\u00e4hrend es bei den Menschen mit tieferem Einkommen und tieferem Bildungsniveau lediglich 54 Prozent sind. Was die Ern\u00e4hrung angeht, essen 22 Prozent der Personen mit h\u00f6herem Bildungsniveau gen\u00fcgend Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse. Dem gegen\u00fcber sind es 15 Prozent bei den Menschen mit tieferem Bildungsniveau.<\/p>\n<p><strong>Massnahmen zur F\u00f6rderung der Chancengleichheit<\/strong><\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen zur F\u00f6rderung der Chancengleichheit konzentrierten sich bisher auf den Migrationsbereich. Interkulturelle Dolmetscherinnen und Dolmetscher erm\u00f6glichen beispielsweise die Verst\u00e4ndigung zwischen Gesundheitsfachpersonen und Patientinnen und Patienten, die keine Landessprache sprechen. Letztere k\u00f6nnen auch die Plattform migesplus (migesplus.ch) des Schweizerischen Roten Kreuzes nutzen, die Informationsmaterial zur Gesundheit in zahlreichen Fremdsprachen bereitstellt.<\/p>\n<p>Gesundheitsf\u00f6rderung Schweiz f\u00f6rdert die Chancengleichheit durch die Unterst\u00fctzung mehrerer Projekte, die Teil von kantonalen Aktionsprogrammen sind. Im Rahmen des Projekts Vitalina suchen interkulturelle Vermittlerinnen und Vermittler Orte wie zum Beispiel Spielpl\u00e4tze auf, wo sozial benachteiligte Familien (Migranten\/innen oder Alleinerziehende) mit Kleinkindern anzutreffen sind und beraten diese zum Thema Ern\u00e4hrung und Bewegung.<\/p>\n<p>Nebst den Aktivit\u00e4ten in den kantonalen Aktionsprogrammen waren acht Kantone im Rahmen des vom BAG finanzierten Programms \u00abMigration und Gesundheit\u00bb aktiv. Vier Kantone realisierten Projekte zur Vernetzung des Gesundheits- und Integrationsbereichs (BS, JU, NE, SG), und vier Kantone entwickelten niederschwellige Angebote zur F\u00f6rderung der Gesundheitskompetenz schwer erreichbarer Gruppen (OW, NW, FR, VS). So wurde im Kanton Obwalden zum Beispiel ein Generationentreff ins Leben gerufen.<\/p>\n<p><strong>Vermehrte Ber\u00fccksichtigung von Einkommen und Bildungsniveau<\/strong><\/p>\n<p>Diese auf die Migration ausgerichteten Massnahmen f\u00fchrten zu ermutigenden Ergebnissen, sie m\u00fcssen aber ausgebaut werden und weitere benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen einbeziehen. Insbesondere das Einkommen und das Bildungsniveau sind vermehrt zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\nDaher sehen Gesundheitsf\u00f6rderung Schweiz, das BAG und die GDK vor, die Kriterien zur Auswahl neu zu unterst\u00fctzender Projekte ab 2018 in diesem Sinne zu erg\u00e4nzen. Zur Verst\u00e4rkung der Chancengleichheit in den kantonalen Aktionsprogrammen werden auch Empfehlungen zuhanden der Kantone abgegeben. Schliesslich achtet Gesundheitsf\u00f6rderung Schweiz darauf, dass die von ihr finanziell unterst\u00fctzten Pr\u00e4ventionsprojekte in der Gesundheitsversorgung die benachteiligten Bev\u00f6lkerungsgruppen einbeziehen.<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen f\u00fcr Pr\u00e4ventionsprojekte und die Gesundheitsfachpersonen m\u00fcssen eine wichtige Rolle im Bereich der Chancengleichheit spielen und den m\u00f6glichen Einfluss sozio\u00f6konomischer Faktoren auf die Gesundheit vermehrt ber\u00fccksichtigen. Das kann Massnahmen zur Schulung und Sensibilisierung der Fachpersonen sowie Anpassungen bei der medizinischen oder der sozialen Patientenbetreuung erfordern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Bezug auf Krankheiten sind wir nicht alle gleichgestellt: Sozio\u00f6konomische Faktoren wie Einkommen, Bildungsniveau oder Migrationshintergrund haben bedeutende Auswirkungen auf unsere Gesundheit. In der Schweiz besteht beispielsweise f\u00fcr Personen mit tieferem Einkommen ein sechsmal h\u00f6heres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Um gegen dieses Problem vorzugehen, r\u00e4umen das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG), Gesundheitsf\u00f6rderung Schweiz und die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und direktoren (GDK) der Chancengleichheit im Jahr 2018 eine hohe Priorit\u00e4t im Rahmen der Nationalen Strategie zur Pr\u00e4vention nicht\u00fcbertragbarer Krankheiten (NCD) ein. Die 19. Nationale Gesundheitsf\u00f6rderungs-Konferenz und die 4. NCD-Stakeholderkonferenz vom 18. Januar 2018 befassten sich mit diesem Thema.<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":179786,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,3954,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-179785","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-shendetesi-2-de","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=179785"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179785\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/179786"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=179785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=179785"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=179785"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=179785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}