{"id":209506,"date":"2018-08-01T16:11:25","date_gmt":"2018-08-01T14:11:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=209506"},"modified":"2018-08-01T16:11:25","modified_gmt":"2018-08-01T14:11:25","slug":"1-august-rede-bundesrat-plaediert-auf-kompromis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/1-august-rede-bundesrat-plaediert-auf-kompromis\/","title":{"rendered":"1 August Rede: Bundesrat pl\u00e4diert auf Kompromis"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\">\n<p>Wir leben in der Schweiz in Frieden und Wohlstand. Das verdanken wir zu grossen Teilen unseren Institutionen und unserer Bundesverfassung. Sie wurde 1848 verabschiedet und mit ihr die moderne Schweiz gegr\u00fcndet. Sie ist bis heute das Fundament unseres Zusammenlebens und unseres Erfolges.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Die Verfassung entstand nach einem halben Jahrhundert grosser politischer Spannungen, die zu einem B\u00fcrgerkrieg f\u00fchrten. Am Ende gingen die Sieger auf die Verlierer zu. Sie liessen den Kantonen betr\u00e4chtliche Macht und verzichteten auf einen starken Zentralstaat. Sie wussten, dass die moderne Schweiz ohne ihre tiefen Wurzeln in der Alten Eidgenossenschaft &#8211; bis zur\u00fcck zum Jahre 1291 &#8211; schlicht undenkbar war.<\/p>\n<p>Unsere Verfassung beweist, dass beide Seiten gewinnen k\u00f6nnen. Dass der Sieg der einen Seite nicht die Niederlage der anderen Seite bedeuten muss.<\/p>\n<p>Gute Kompromisse sind eben gr\u00f6sser als der kleinste gemeinsame Nenner. Aus guten Kompromissen entstehen oft nachhaltige L\u00f6sungen.<\/p>\n<p>Gerade bei der Altersvorsorge und im Gesundheitswesen sind heute solche L\u00f6sungen gefragt. Unsere Vorfahren haben hier hervorragende Einrichtungen geschaffen, die wir nun sichern und weiterentwickeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen alles daf\u00fcr tun, dass unsere AHV weiterhin die Renten bezahlen kann und das Rentenniveau f\u00fcr alle erhalten bleibt. Und wir m\u00fcssen alles daf\u00fcr tun, das Wachstum der Gesundheitskosten zu bremsen. Familien mit mittleren und tiefen Einkommen leiden immer st\u00e4rker unter den steigenden Pr\u00e4mien.<\/p>\n<p>Alle stehen in der Verantwortung hier gute Kompromisse zu finden.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr weitere Bereiche, die f\u00fcr unser gutes Zusammenleben und unseren Wohlstand wichtig sind. Etwa Steuer- und Verteilungsfragen. Oder wie organisieren wir unsere Mobilit\u00e4t und wie\u00a0tragen wir Sorge zur Umwelt?<\/p>\n<p>Wir leben in Zeiten der Polarisierung. Umso mehr gilt: Wir m\u00fcssen uns unsere Kompromissf\u00e4higkeit erhalten. Kompromissf\u00e4higkeit ist ein Zeichen der St\u00e4rke. Kompromisse brauchen Weitsicht, Mut, Selbstsicherheit.<\/p>\n<p>Aus guten Kompromissen kann eine kraftvolle Identit\u00e4t entstehen. Eine Identit\u00e4t die sich wandeln kann, die Neues aufnimmt und es mit dem Alten verbindet. Eine Identit\u00e4t, die spannungsreich ist &#8211; aber eben auch spannend. Eine Identit\u00e4t, die wie geschaffen ist f\u00fcr die Welt der Gegenwart. Eine Welt, in der sich in den n\u00e4chsten Jahren sehr vieles ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>La culture du compromis constructif a marqu\u00e9 notre histoire. Et elle le fait encore aujourd&#8217;hui. La Suisse se porte bien\u00a0:<\/p>\n<ul>\n<li>L&#8217;\u00e9conomie est forte, le taux de ch\u00f4mage faible.<\/li>\n<li>Quand quelqu&#8217;un tombe malade, il re\u00e7oit rapidement et partout des soins m\u00e9dicaux de qualit\u00e9.<\/li>\n<li>Nos \u00e9coles, nos universit\u00e9s et notre formation professionnelle comptent parmi les meilleures au monde &#8211; et elles sont ouvertes \u00e0 tous et \u00e0 toutes.<\/li>\n<li>Nous concilions de mieux en mieux vie familiale et professionnelle &#8211; m\u00eame s&#8217;il reste beaucoup \u00e0 faire.<\/li>\n<li>De nombreuses personnes s&#8217;engagent pour le bien commun durant leur temps libre.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Notre pays est plus fort si nous rendons tous ses habitants plus forts. En garantissant \u00e0 chacun et \u00e0 chacune de bonnes conditions de vie.<\/p>\n<p>Cette exp\u00e9rience de la Suisse est aujourd&#8217;hui particuli\u00e8rement pr\u00e9cieuse. Il suffit de jeter un regard aux nombreux pays dans lesquels le foss\u00e9 ne cesse de se creuser entre certaines r\u00e9gions ou groupes de population.<\/p>\n<p>Que faut-il pour que ce qui unit un pays soit plus fort que ce qui le divise\u00a0? Pour qu&#8217;un pays reste comp\u00e9titif \u00e0 long terme\u00a0?<\/p>\n<ul>\n<li>Il faut de la stabilit\u00e9 et de la fiabilit\u00e9.<\/li>\n<li>Une solide culture du droit.<\/li>\n<li>De bonnes infrastructures.<\/li>\n<li>D&#8217;excellentes \u00e9coles, universit\u00e9s et entreprises formatrices qui sont ax\u00e9es sur l&#8217;innovation.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Et il faut une \u00e9galit\u00e9 des chances.<\/p>\n<ul>\n<li>Une \u00e9galit\u00e9 des chances qui permette \u00e0 tous<\/li>\n<li>d&#8217;exploiter son potentiel et de s&#8217;\u00e9panouir pleinement.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au fond, c&#8217;est \u00e9vident\u00a0:<\/p>\n<ul>\n<li>Plus les possibilit\u00e9s de formation de la population et les perspectives de chaque individu sont bonnes, plus la force d&#8217;innovation d&#8217;un pays est grande.<\/li>\n<li>Plus la position des femmes sur le march\u00e9 du travail est forte, plus la performance \u00e9conomique d&#8217;un pays est bonne.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Les soci\u00e9t\u00e9s qui donnent \u00e0 chacun et \u00e0 chacune de bonnes chances de formation et d&#8217;emploi sont aussi plus comp\u00e9titives que celles qui laissent leur potentiel inexploit\u00e9.<\/p>\n<p>Le progr\u00e8s politique et social ne va pas de soi et n&#8217;est pas lin\u00e9aire. De plus, il ne s&#8217;arr\u00eate jamais.<\/p>\n<p>Il y a encore beaucoup \u00e0 faire en mati\u00e8re d&#8217;\u00e9galit\u00e9 dans notre pays.<\/p>\n<ul>\n<li>Les plus de 55 ans ont moins d&#8217;opportunit\u00e9s sur le march\u00e9 du travail. Alors que nous vivons dans une soci\u00e9t\u00e9 vieillissante.<\/li>\n<li>Aujourd&#8217;hui encore, les femmes sont discrimin\u00e9es au niveau du salaire.<\/li>\n<li>Une question devient en outre de plus en plus urgente: comment allons-nous garantir la protection sociale des travailleurs \u00e0 l&#8217;\u00e8re de l&#8217;\u00e9conomie num\u00e9rique?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Et comment garantir qu&#8217;ils touchent un salaire \u00e9quitable? Qu&#8217;ils touchent un salaire quand ils tombent malades?<\/p>\n<p>La questione sociale \u00e8 sempre anche una questione di stabilit\u00e0 della societ\u00e0. Certo, assume forme di volta in volta diverse e la sua urgenza oscilla nel tempo &#8211; ma \u00e8 costantemente presente.<\/p>\n<p>Stiamo dunque bene attenti a non perdere l&#8217;equilibrio squisitamente svizzero tra bisogni economici e bisogni sociali. Perch\u00e9 \u00e8 la ricetta pi\u00f9 importante del nostro successo. La vera formula magica elvetica.<\/p>\n<p>Auch in unseren Aussenbeziehungen gilt: Andere Staaten sind nicht nur Konkurrenten, sondern immer auch potentielle Partner. Beim Handel und bei anderen Formen der Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Wir sind keine Supermacht und wir sind nicht Mitglied der EU. Wirtschaftlich aber spielen wir eine gewichtige Rolle, ebenso in den internationalen Beziehungen. Deshalb m\u00fcssen wir uns auf klare internationale Regeln verlassen k\u00f6nnen. Und uns f\u00fcr diese v\u00f6lkerrechtlichen Regeln und ihre Institutionen engagieren &#8211; gerade, weil wir unabh\u00e4ngig bleiben wollen.<\/p>\n<p>Deshalb wird sich unser Land auch weiterhin f\u00fcr eine internationale Ordnung einsetzen, die auf Fairness und auf gegenseitigem Respekt beruht. Denn eine solche Politik st\u00e4rkt auch die Schweiz. Das Land der Stabilit\u00e4t. Das seinerseits auf ein m\u00f6glichst stabiles internationales System angewiesen ist.<\/p>\n<p>Besonders wichtig sind unsere Beziehungen zu Europa, zu unseren Nachbarn. Die EU ist unser mit Abstand wichtigster Handelspartner. Die kulturellen Beziehungen mit unseren Nachbarn sind eng und vielf\u00e4ltig.<\/p>\n<p>Sicher ist: Beide Seiten sind an guten und geregelten Beziehungen interessiert. Wir wollen diese Beziehungen deshalb weiter entwickeln und zukunftsf\u00e4hig machen. Wenn ein Ergebnis vorliegt, wird das Volk dar\u00fcber entscheiden, ob die Balance stimmt.<\/p>\n<p>Eines d\u00fcrfen wir nicht vergessen: Wir leben heute auf einem friedlichen Kontinent. Oder genauer: Auf einem befriedeten Kontinent. Denn Europa wurde bekanntlich \u00fcber Jahrhunderte von Konflikten und Kriegen gepr\u00e4gt. Zu dieser Befriedung hat die europ\u00e4ische Integration entscheidend beigetragen.<\/p>\n<p>Trotz aller Probleme mit dem Euro, der Arbeitslosigkeit und mit der Migration darf man nicht vergessen: Der heutige Zustand Europas ist so gut, wie er es nur selten war in der Geschichte. Damit ist auch die Position der Schweiz auf diesem Kontinent weit komfortabler, als sie es in den meisten fr\u00fcheren Epochen war.<\/p>\n<p>1848 hat sich die Schweiz eine Verfassung gegeben und ist in die politische Moderne aufgebrochen. Dazu brauchte es Optimismus, Selbstvertrauen und die \u00dcberzeugung, dass wir zusammen st\u00e4rker sind.<\/p>\n<p>Auch heute braucht es diesen Mut zum Kompromiss und zur St\u00e4rkung der Schw\u00e4cheren.<\/p>\n<p>Der Erfolg der Schweiz ist der Erfolg aller Menschen in diesem Land.<br \/>\nIl successo della Svizzera \u00e8 il successo di tutti i suoi abitanti.<br \/>\nLe succ\u00e8s de la Suisse est le succ\u00e8s de tous ses habitants.<br \/>\nIl success da la Svizra \u00e8 il success da tut ils umans en quest pajais.<\/p>\n<p>Der Erfolg der Schweiz ist unteilbar.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen sch\u00f6nen 1. August.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gute Kompromisse sind eben gr\u00f6sser als der kleinste gemeinsame Nenner. Aus guten Kompromissen entstehen oft nachhaltige L\u00f6sungen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":209485,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-209506","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/209506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=209506"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/209506\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/209485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=209506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=209506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=209506"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=209506"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=209506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}