{"id":250591,"date":"2019-02-15T15:04:08","date_gmt":"2019-02-15T14:04:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=250591"},"modified":"2020-05-23T02:01:43","modified_gmt":"2020-05-23T00:01:43","slug":"mit-dem-psychiater-auf-albanisch-zu-kommunizieren-erleichtert-den-heilungsprozess","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/mit-dem-psychiater-auf-albanisch-zu-kommunizieren-erleichtert-den-heilungsprozess\/","title":{"rendered":"Mit dem Psychiater auf Albanisch zu kommunizieren erleichtert den Heilungsprozess"},"content":{"rendered":"<p>Dr.Shemsi Bakiu kam im Dorf Bitij\u00eb e Ep\u00ebrme (Gemeinde Sht\u00ebrpc\u00eb) auf die Welt. Hier besuchte er auch die Primarschule, die Mittelschule in der experimentellen Richtung Biologie-Chemie dann in Ferizaj. Darauf folgte das Medizinstudium in Prishtina. Das Postdiplomstudium beziehungsweise die Spezialisierung in der Fachrichtung Psychiatrie und Psychotherapie schloss Bakiu in der Schweiz ab. Seit 2012 und bis vor kurzem arbeitete er als Abteilungsleiter f\u00fcr akute Krankheiten und Rehabilitation in der Psychiatrischen Klinik Chur, w\u00e4hrend er heute als Facharzt f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie in seiner privaten Praxis in Trimmis in der N\u00e4he von Chur arbeitet, schreibt albinfo.ch.<\/p>\n<p>\u201eIn die Schweiz bin ich 1992 gekommen, das war die Zeit, als die politische Situation in Kosovo sich drastisch verschlimmerte. Anf\u00e4nglich machte ich einen Deutschkurs, dann fand ich eine Stelle als Hilfsmedizintechniker, bis ich das Deutsche auf einem gen\u00fcgend hohen Kommunikationsniveau beherrschte\u201c, beginnt Dr. Shemsi Bakiu, heute Leiter einer psychiatrischen Praxis in Chur (Kanton Graub\u00fcnden), seinen Bericht f\u00fcr albinfo.ch.<\/p>\n<p>\u201eDoch dann begannen andere Integrationsprobleme in dem Kanton, wo ich lebte, denn ich h\u00e4tte die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) haben m\u00fcssen. Sie war eine Voraussetzung f\u00fcr das berufliche Vorankommen. Deshalb musste ich diesen Beruf mehrere Jahre lang aus\u00fcben. Mein heisser Wunsch nach beruflicher Entwicklung veranlasste mich, den Kanton zu wechseln. So fand ich eine Stelle als Praktikant in einer Rehabilitationsklinik f\u00fcr rheumatologische Krankheiten in Valens im Kanton St. Gallen. Dort wurde ich zuerst als Unterassistent angestellt, doch nach kurzer Zeit wurde mir die Funktion eines Assistenzarztes anvertraut. Sp\u00e4ter wechselte ich in den Bereich der Psychiatrie, in welchem ich in verschiedenen Schweizer Kliniken arbeitete, so im Psychiatrischen Zentrum Brig (Wallis), dann in der Klinik Beverin in Cazis, in der Psychiatrischen Klinik Chur \u2026 Ich habe die fach\u00e4rztliche Ausbildung f\u00fcr Psychiatrie und Psychotherapie f\u00fcr Erwachsene abgeschlossen, ein Studium, das sechs Jahre dauert. Das Curriculum der Psychotherapie &#8211; Fachrichtung kognitive und Verhaltenstherapie, f\u00fcr die vier Jahre erforderlich sind &#8211; machte ich anf\u00e4nglich in M\u00fcnchen und St. Gallen. Kontinuierlich studierte ich auch eine Methode zur Behandlung von traumatisierten Patienten, die sogenannte EMDR-Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Diese Methode ist neu, aber sehr erfolgreich bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsst\u00f6rungen (PTBS) wie auch bei anderen psychischen sowie auch k\u00f6rperlichen Krankheiten wie beispielsweise verschiedener k\u00f6rperlicher Schmerzen.\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-244031\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-587x392.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0107-262x175.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Schweizer \u00c4rzte gehen der Psychiatrie aus dem Weg, eine Chance f\u00fcr \u00c4rzte ausl\u00e4ndischer Herkunft<\/strong><\/p>\n<p>Man hat den Eindruck, ausl\u00e4ndische \u00c4rzte mit Spezialisierung in Psychiatrie f\u00e4nde in der Schweiz leichter eine Stelle als solche mit Spezialisierungen in anderen Bereichen. Dr. Shemsi Bakiu best\u00e4tigt das. \u201eSicher. Da die jungen Schweizer den zahlreichen Schwierigkeiten, die eine Spezialisierung in Psychiatrie mit sich bringt, meist aus dem Weg gehen wollen, k\u00f6nnen ausl\u00e4ndische Fachleute in diesem Gebiet leichter Fuss fassen, und sie ergreifen diese M\u00f6glichkeit gerne.\u201c<\/p>\n<p>Andererseits gibt es viele Patienten ausl\u00e4ndischer Herkunft, insbesondere Albanerinnen und andere Angeh\u00f6rige von Bev\u00f6lkerungsgruppen aus dem Balkan, f\u00fcr die es von Vorteil ist, dass es in diesem Bereich Fach\u00e4rztinnen gibt, die ihre Muttersprache sprechen.<\/p>\n<p>\u201eDie Zahl albanischer wie auch anderer Patienten aus dem Balkan in der Schweiz ist laut Sch\u00e4tzungen recht hoch. Die meisten von ihnen leiden unter posttraumatischen, psychosomatischen\/rheumatischen und psychischen\/ seelischen Krankheiten\u201c, sagt Dr. Shemsi Bakiu.<\/p>\n<p>\u201ePsychotherapie ist immer noch ein Tabu, beziehungsweise hat sie ein Stigma. Und das wegen des Vorurteils: \u201aWenn ich in psychiatrischer und psychotherapeutischer Behandlung bin, meinen die anderen, ich sei verr\u00fcckt\u2018.<\/p>\n<p>Diese Haltung ist unter den albanischen Patienten in den letzten Jahren deutlich zur\u00fcckgegangen, auch weil sie wissen, dass sie sich in ihrer Muttersprache ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, was ihnen einen einfacheren Zugang verschafft und der Stigmatisierung entgegenwirkt.\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-244047\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-587x392.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0068-262x175.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Doch wie viele albanische Patienten gibt es in der Praxis von Dr. Shemsi Bakiu?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eZieht man in Betracht, dass wir in der Schweiz eine grosse Bev\u00f6lkerungsgruppe sind, so sind ein recht grosser Anteil meiner Patienten Albaner. Sie kommen nicht nur aus meinem Kanton, Graub\u00fcnden, sondern auch aus den umliegenden Kantonen wie St. Gallen, Glarus, Z\u00fcrich und auch aus Lichtenstein. Nebst den albanischen habe ich Patientinnen aus dem \u00fcbrigen Balkan, sodann auch T\u00fcrken, Armenierinnen, Iraker. Einheimische, Schweizerinnen, machen etwas mehr als die H\u00e4lfte aus. Zweifellos stammen die meisten meiner Patienten aus albanischsprachigen Gebieten. Es l\u00e4sst sich sogar sagen, dass sich deren Bedarf an Behandlung noch st\u00e4rker zeigen w\u00fcrde, wenn sie von ihren Familien und ihrem engeren und weiteren Umfeld mehr Unterst\u00fctzung bek\u00e4men gegen die Stigmatisierung der Krankheit, deren Behandlung ebenso wichtig ist wie diejenige von Herzkrankheiten, Diabetes etc.\u201c<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-244060\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-587x392.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0088-262x175.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Was unterscheidet die albanischen von den schweizerischen Patienten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Doch worin besteht der Unterschied zwischen den schweizerischen und den albanischen Patientinnen in Bezug auf ihren Umgang mit psychischen Krankheiten?<\/strong><\/p>\n<p>Dr. Shemsi Bakiu sagt: \u201eDieser Unterschied zeigt sich unter anderem darin, dass schweizerische Patienten\u00a0 auch f\u00fcr einen einfachen Konflikt in der Familie zur Psychiaterin gehen und nach der ersten professionellen Konsultation ihr ganzes Potential mobilisieren, um ihre schwierige Lage zu ver\u00e4ndern. Auf der anderen Seite erwarten \u201aunsere\u2018 Patienten, aber auch die anderen, besonders solche aus dem Balkan, direkte Hilfe vom Doktor. Ihrer Ansicht nach kann ihnen dieser als Autorit\u00e4tsperson bei allen Problemen helfen, seien es k\u00f6rperliche oder psychische Beschwerden, psychosoziale oder finanzielle Schwierigkeiten. Das erkl\u00e4rt sich daraus, dass sie sich in den meisten F\u00e4llen zu sp\u00e4t melden, um professionelle Hilfe zu suchen. Deshalb ist es wichtig, dass der Besuch beim Psychiater als genau gleich normal angeschaut und gesellschaftlich akzeptiert wird wie der Besuch beim Hausarzt f\u00fcr k\u00f6rperliche Beschwerden. Doch immerhin hat sich der Zugang der albanischen Patientinnen in der Schweiz im Vergleich zu fr\u00fcher deutlich verbessert.\u201c<\/p>\n<p>\u201eUnd das auch dank der Tatsache, dass sie sich jetzt bei der \u00c4rztin ohne Dolmetscherin und ohne das Vorurteil, sie k\u00f6nnten von ihr nicht verstanden werden, melden k\u00f6nnen. Doch trotzdem sind die Stigmatisierung von Personen mit psychischen St\u00f6rungen beziehungsweise die starken Vorurteile gegen\u00fcber dieser Gruppe von Kranken eine traurige Tatsache, die entschieden bek\u00e4mpft werden muss, angefangen bei der Familie, dem Arzt, der Lehrerin, und allen die irgendwie in Kontakt mit Kranken sind, so dass Menschenleben gerettet werden k\u00f6nnen\u201c, erg\u00e4nzt Dr. Shemsi Bakiu.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Bev\u00f6lkerung hat schwerste Kriegserlebnisse durchgemacht, viele soziale und finanzielle Probleme lasten auf zahlreichen Menschen, die ohne selbst daran schuld zu sein kein Anrecht auf Invalidenrenten haben. Fehlende Lebensperspektiven sind der Grund, weshalb so viele Leute an psychischen Gesundheitsproblemen leiden. Trotzdem vermeiden sie es, zur Psychiaterin oder zum Psychologen zu gehen. So bleiben die psychischen Krankheiten unbehandelt, und weil sie leider oft in eine chronische Phase \u00fcbergehen, haben sie schwere Folgen und f\u00fchren sogar zu lebenslangen Behinderungen. Solche kranken Menschen sind gleichzeitig eine schwere Last f\u00fcr die Familie und die Gesellschaft. Manche Krankengeschichte endet fatal, eben gerade wegen des Vorurteils, zum Psychiater w\u00fcrden nur \u201edie Verr\u00fcckten\u201c gehen.\u201c<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt dazu, dass jene Patientinnen, die sich bewusst sind, dass ihnen etwas fehlt, zu anderen Fach\u00e4rzten gehen und den Grund der Krankheit bei den k\u00f6rperlichen Organen suchen, einzig und allein weil sie nicht den Mut haben, sich den gesellschaftlichen Vorurteilen entgegenzustellen. Einige versuchen der Krankheit mit sogenannter Selbstbehandlung zu begegnen, und nehmen Alkohol oder Beruhigungsmittel zu sich, suchen den Hodscha oder den Priester auf, etc.<\/p>\n<p>Zuletzt melden sie sich beim Psychiater, wenn alle andern m\u00f6glichen Heilungsquellen versiegt sind, aber dann ist die Krankheit schon in die chronische Phase \u00fcbergegangen und eine Heilung ist viel schwieriger. Oder sie gehen zur Psychiaterin auch in F\u00e4llen, wo jene durch die Polizei oder andere entsprechende Beh\u00f6rden zu einer Zwangsbehandlung verpflichtet ist.<\/p>\n<p><strong>Die gr\u00f6sste Hilfe: elterliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Kinder<\/strong><\/p>\n<p>Doch was empfiehlt Dr. Shemsi Bakiu albanischen oder anderen Eltern und Familien, die in ihrem Umfeld mit Menschen konfrontiert sind, die an psychischen St\u00f6rungen leiden und einer Behandlung bed\u00fcrften?<\/p>\n<p>\u201eAm wichtigsten f\u00fcr Kinder ist die Unterst\u00fctzung durch die Eltern. Eltern m\u00fcssen sorgf\u00e4ltig jedes Verhalten oder jede Verhaltens\u00e4nderung ihrer Kinder beobachten, zum Beispiel ihre seelischen Sorgen, Schlafst\u00f6rungen, Appetitst\u00f6rungen, Ausschluss aus dem Kreis der Gleichaltrigen. Die Eltern m\u00fcssen versuchen, ihr Kind hinsichtlich der Ursachen, die es beunruhigen, zu verstehen, mit ihm offen und nicht emotional zu sprechen, sie m\u00fcssen auch untereinander oder mit der Person, die den engsten Kontakt zum Kind hat, reden. Ihr Kind soll ermutigt werden, \u00fcber seine Gef\u00fchle zu reden, so dass Sie die Ver\u00e4nderungen in seinem Verhalten verstehen. In diesen F\u00e4llen sollen Sie nicht z\u00f6gern, den Hausarzt zu kontaktieren, denn oft\u00a0 wenden sich Menschen wegen des erw\u00e4hnten ausgepr\u00e4gten Stigmas eher ungern an den Psychiater oder die Psychologin. Aber auch die Haus\u00e4rztin muss die betroffene Person richtig behandeln, pr\u00e4ventive und psychoedukative Massnahmen ergreifen und den Patienten dazu ermuntern, die Psychiaterin oder den Psychologen aufzusuchen, und ihm nicht Medikamente der Gruppe der Benzodiazepine verschreiben, womit der psychische Zustand noch komplexer wird wegen der Abh\u00e4ngigkeit, die der Patient den Medikamenten gegen\u00fcber entwickelt.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-244057\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-1024x684.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"428\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-587x392.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/20181221-dsc_0098-262x175.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<p><strong>Es kommen auch Patientinnen aus Z\u00fcrich<\/strong><\/p>\n<p>In meiner Praxis arbeite ich seit dem 1. Januar 2017, anf\u00e4nglich war es mit einem kleinen Pensum. Ich war damals auch noch als Oberarzt in der Psychiatrischen Klinik in Chur angestellt und leitete die Abteilung f\u00fcr die Behandlung akuter psychischer Krankheiten und Rehabilitation. Seit dem 1. Juli 2018 arbeite ich nur noch in meiner privaten Praxis, in enger Zusammenarbeit mit ausw\u00e4rtigen Fachleuten, so wie dem Psychologen, dem Sozialarbeiter und dem Sekret\u00e4r der Praxis. Aufgrund der Stigmatisierung von Patienten, die sich in einer psychiatrischen Klinik anmelden, und weil viele von ihnen auch aus Z\u00fcrich kommen, w\u00e4hrend der Woche arbeiten und nur am Wochenende frei haben, entstand das Bed\u00fcrfnis, etwas f\u00fcr sie zu tun!<\/p>\n<p><strong>Mit dem Psychiater auf Albanisch zu kommunizieren ist von entscheidender Bedeutung<\/strong><\/p>\n<p>\u00ab\u00a0Wenn Therapeutin und Patient in der gleichen Sprache miteinander sprechen, entsteht eine solide therapeutische Basis. Das verhilft zu einer schnelleren Heilung der Krankheit oder schnelleren Milderung ihrer Symptome, was wiederum auf Unterst\u00fctzung in der Gesellschaft st\u00f6sst und auch wissenschaftlich belegt ist. Dass dem so ist, zeigt sich am besten in der grossen Zahl albanischsprachiger Patienten, die Dutzende Kilometer lange Reisen, auch aus den umliegenden Kantonen, auf sich nehmen, um das Gespr\u00e4ch in ihrer Muttersprache f\u00fchren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr.Shemsi Bakiu kam im Dorf Bitij\u00eb e Ep\u00ebrme (Gemeinde Sht\u00ebrpc\u00eb) auf die Welt. Hier besuchte er auch die Primarschule, die Mittelschule in der experimentellen Richtung Biologie-Chemie dann in Ferizaj. Darauf folgte das Medizinstudium in Prishtina. Das Postdiplomstudium beziehungsweise die Spezialisierung in der Fachrichtung Psychiatrie und Psychotherapie schloss Bakiu in der Schweiz ab. 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