{"id":283353,"date":"2019-06-15T09:00:56","date_gmt":"2019-06-15T07:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=283353"},"modified":"2019-06-17T00:51:53","modified_gmt":"2019-06-16T22:51:53","slug":"migrantinnen-was-sie-fuer-die-schweiz-leisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/migrantinnen-was-sie-fuer-die-schweiz-leisten\/","title":{"rendered":"Migrantinnen: was sie f\u00fcr die Schweiz leisten"},"content":{"rendered":"<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><strong><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Migrantinnen geh\u00f6ren zum Schweizer Alltag und leisten in vielen Berufen einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Schweiz. Migrantinnen sind als F\u00fchrungskr\u00e4fte, qualifizierte Fachkr\u00e4fte, initiative Firmeninhaberinnen, aber auch als Hilfskr\u00e4fte Teil der Schweizer Wirtschaft. Wo aber stehen sie in der Gesellschaft im Vergleich zu migrierten M\u00e4nnern oder zu einheimischen Frauen und M\u00e4nnern? Welche Chancen haben sie und welchen Barrieren sehen sie sich ausgesetzt? Welchen Beitrag leisten sie \u00fcber das \u00d6konomische hinaus? Die Eidgen\u00f6ssische Migrationskommission EKM ver\u00f6ffentlicht anl\u00e4sslich des Frauenstreiktags einen Bericht, der Fakten und Antworten zu diesen Fragen liefert.<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Lange herrschte in der Politik und in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung das Bild vor, Migranten k\u00e4men zum Zweck der Erwerbst\u00e4tigkeit in die Schweiz und w\u00fcrden ihre Familien nachziehen. Damit wurde ein Bild zementiert, das stark auf dem Modell des Mannes als Ern\u00e4hrer und der Frau als zust\u00e4ndig f\u00fcr famili\u00e4re Angelegenheiten beruht. Ein Blick in die Geschichte und in die Statistiken zur Migration in die Schweiz zeigt, dass diese Darstellung auf einer geschlechtlichen Rollenzuschreibung und Normierung beruht, welche Frauen in der Migration unsichtbar macht. Entgegen dieser Darstellung sind die meisten Migrationsentscheidungen von Frauen vergleichbar mit denen von M\u00e4nnern. Sie suchten schon damals und auch heute noch f\u00fcr sich und unter Umst\u00e4nden f\u00fcr ihre Familie ein besseres Leben. Dazu geh\u00f6rt in der Regel auch eine Form von Erwerbsarbeit, um die finanziellen Ressourcen f\u00fcr ein besseres Leben aufzubringen.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"background: white; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><b><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Migrantinnen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt<\/span><\/b><\/h3>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Ein Grossteil der Migrantinnen kommt aus Europa (83\u00a0Prozent). Die Erwerbst\u00e4tigenquote von Ausl\u00e4nderinnen (68,6\u00a0Prozent) ist im Vergleich zu den Schweizerinnen (83\u00a0Prozent) und Schweizern (85\u00a0Prozent) wie auch zu den Ausl\u00e4ndern (78\u00a0Prozent) am tiefsten. Ausl\u00e4nderinnen arbeiten jedoch viel eher zu einem hohen Pensum (Erwerbsquote in Vollzeit\u00e4quivalenten entspricht 61,7\u00a0Prozent), w\u00e4hrend Schweizerinnen eher Teilzeit (Erwerbsquote in Vollzeit\u00e4quivalenten 59,2\u00a0Prozent) arbeiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Dass Ausl\u00e4nderinnen weniger oft eine Stelle finden, hat jedoch nicht mit mangelnder Ausbildung zu tun. Im Schnitt sind sie besser ausgebildet als Schweizerinnen, ungef\u00e4hr gleich gut ausgebildet wie Ausl\u00e4nder, aber weniger gut als Schweizer.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Auffallend ist auch, dass vergleichsweise viele Ausl\u00e4nderinnen als Hilfskr\u00e4fte arbeiten. Viele sind im Dienstleistungssektor und in Berufen des Verkaufs zu finden. Gleichzeitig sind Ausl\u00e4nderinnen in akademischen Berufen zwar untervertreten, aber viel weniger, als es die hohe Anzahl an Erwerbst\u00e4tigen auf der Stufe Hilfskr\u00e4fte vermuten lassen w\u00fcrde. Noch bedeutender ist der Blick auf die F\u00fchrungskr\u00e4fte. Hier ist der Anteil der Ausl\u00e4nderinnen, welche eine F\u00fchrungsposition innehaben, h\u00f6her als der Anteil der erwerbst\u00e4tigen Schweizerinnen in der gleichen Funktion.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"background: white; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><b><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Dequalifikation<\/span><\/b><\/h3>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Migrantinnen und Migranten sind in der Schweiz gem\u00e4ss Bericht eher von Dequalifikation betroffen als Einheimische. Sie finden auf dem Arbeitsmarkt oft keine ihrer Qualifikation entsprechende Stelle und arbeiten auf einer weniger qualifizierten Stufe. Dies trifft in besonderem Masse auf Frauen zu. Obwohl Migrantinnen besser ausgebildet sind als Schweizerinnen und etwa gleich gut wie migrierte M\u00e4nner, m\u00fcssen sie bei der Stellensuche h\u00f6here H\u00fcrden \u00fcberwinden. Auf Migrantinnen wirken demnach mehrere Kategorien gleichzeitig \u2013 Diskriminierung aufgrund des Geschlechts und beispielsweise Herkunft und Religion \u2013 und f\u00fchren zu einer verst\u00e4rkten Benachteiligung im Vergleich zu Einheimischen und migrierten M\u00e4nnern.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"background: white; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><b><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Care-Arbeit<\/span><\/b><\/h3>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Die Pflege stellt f\u00fcr Migrantinnen eine M\u00f6glichkeit dar, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Oft verf\u00fcgen sie \u00fcber andere Qualifikationen, k\u00f6nnen aber auf ihrem angestammten Beruf keine Arbeit finden. In Spit\u00e4lern wie auch in der Langzeitpflege finden sich vermehrt Migrantinnen, welche eine andere Ausbildung und vor allem auch eine h\u00f6here Qualifikation haben und jetzt auf der Stufe von Hilfspflegerinnen arbeiten, um eine Anstellung und ein Einkommen zu haben.<\/span><\/p>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Aufgrund des Betreuungsnotstands sowie des Wunsches nach tiefer Pflegefinanzierung und Betreuung in den eigenen vier W\u00e4nden hat sich zudem ein Vermittlungsgesch\u00e4ft von Pflege- und Betreuungspersonen f\u00fcr Privathaushalte gebildet. Diese gesetzlich weitgehend ungeregelte T\u00e4tigkeit beg\u00fcnstigt verschiedene Formen von Ausbeutung, da die \u00f6ffentliche Kontrolle fehlt und die Frauen von ihren jeweiligen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern abh\u00e4ngig sind. Dies f\u00fchrt in verschiedener Hinsicht zu einer prek\u00e4ren Situation der Migrantinnen. Auch sind sie potentiell h\u00e4ufiger Misshandlungen oder \u00dcbergriffen ausgesetzt.<\/span><\/p>\n<h3 style=\"background: white; margin: 16.5pt 0cm 8.25pt 0cm;\"><b><span style=\"font-family: 'inherit',serif; color: black;\">Migrantinnen geben Impulse f\u00fcr die Schweizer Gesellschaft<\/span><\/b><\/h3>\n<p style=\"background: white; margin: 0cm 0cm 16.3pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.5pt; font-family: 'Helvetica',sans-serif; color: #454545;\">Der Bericht zeigt auch auf, dass Migrantinnen nicht nur einen wirtschaftlichen und sozialen Beitrag f\u00fcr die Schweiz leisten, sondern dass sie die Schweizer Gesellschaft in innovativer Weise mitgepr\u00e4gt haben. Migrantinnen erk\u00e4mpften sich beispielsweise Rechte, welche den Frauen an Universit\u00e4ten noch nicht zustanden und wurden so zu Wegbereiterinnen der akademischen Laufbahn f\u00fcr Frauen in der Schweiz. Auch inspirierten sie stark die Frauenstimmrechtsbewegung, indem sie Debatten initiierten und mobilisierten. Des Weiteren stellten sie schon fr\u00fch Forderungen in der Familien- und Bildungspolitik und trugen etwa zur Einrichtung familienexterner Betreuung bei.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Migrantinnen geh\u00f6ren zum Schweizer Alltag und leisten in vielen Berufen einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Schweiz. Migrantinnen sind als F\u00fchrungskr\u00e4fte, qualifizierte Fachkr\u00e4fte, initiative Firmeninhaberinnen, aber auch als Hilfskr\u00e4fte Teil der Schweizer Wirtschaft. Wo aber stehen sie in der Gesellschaft im Vergleich zu migrierten M\u00e4nnern oder zu einheimischen Frauen und M\u00e4nnern? 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