{"id":381377,"date":"2020-05-26T14:21:41","date_gmt":"2020-05-26T12:21:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=381377"},"modified":"2020-05-28T00:08:39","modified_gmt":"2020-05-27T22:08:39","slug":"appell-der-schweiz-zur-abfederung-des-starken-rueckgangs-der-geldueberweisungen-in-laender-mit-niedrigem-einkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/appell-der-schweiz-zur-abfederung-des-starken-rueckgangs-der-geldueberweisungen-in-laender-mit-niedrigem-einkommen\/","title":{"rendered":"Appell der Schweiz zur Abfederung des starken R\u00fcckgangs der Geld\u00fcberweisungen in L\u00e4nder mit niedrigem Einkommen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Viele im Ausland lebende Migrantinnen und Migranten \u00fcberweisen regelm\u00e4ssig einen Teil ihres Einkommens an ihre Familien in der Heimat. Aufgrund der COVID-19-Pandemie verzeichnen L\u00e4nder mit niedrigem Einkommen jedoch einen massiven Einbruch bei diesen Geldzufl\u00fcssen aus dem Ausland. Deshalb ruft die Schweiz die internationale Gemeinschaft zusammen mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich dazu auf, die Kan\u00e4le f\u00fcr diese \u00dcberweisungen weiterhin offen zu halten, da sie f\u00fcr die am st\u00e4rksten benachteiligten Gemeinschaften lebenswichtig sind. F\u00fcr Bundesrat Ignazio Cassis ist dieser gemeinsame Appell auch Ausdruck der engen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/strong><\/p>\n<p>R\u00fcck\u00fcberweisungen sind die Lebensgrundlage f\u00fcr viele Familien von Arbeitsmigrantinnen und -migranten in L\u00e4ndern niedrigen und mittleren Einkommens. In mehreren L\u00e4ndern machen die R\u00fcck\u00fcberweisungen inzwischen mindestens 25 Prozent des BIP aus. Nach einem Rekordhoch von 550 Milliarden US-Dollar R\u00fcck\u00fcberweisungen im Jahr 2019 droht angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der aktuellen COVID-19-Pandemie ein massiver Einbruch. Die Weltbank prognostiziert einen R\u00fcckgang der \u00dcberweisungen in L\u00e4nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen um etwa 20 Prozent oder 110 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020. Ohne eingehende \u00dcberweisungen der Migrantinnen und Migranten und Mitgliedern der Diaspora k\u00f6nnen sich viele Familien keine lebensnotwendigen G\u00fcter und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Wohnen, Bildung und Gesundheitsversorgung mehr leisten. Dies kann auch zu einem erh\u00f6hten Migrationsdruck f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsamer Appell der Schweiz und des Vereinigten K\u00f6nigreichs<\/strong><\/p>\n<p>Deshalb startet die Schweiz heute einen weltweiten Appel um \u00abR\u00fcck\u00fcberweisungen w\u00e4hrend der Krise am Laufen zu halten\u00bb. Zusammen mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich und mit der Unterst\u00fctzung von multilateralen Entwicklungsorganisationen (UNO-Kapitalentwicklungsfonds UNCDF, Weltbank, Internationale Organisation f\u00fcr Migration IOM und UNO-Entwicklungsprogramm UNDP) und privaten Finanzakteuren lanciert die Schweiz diesen internationalen Aufruf zum Handeln.<\/p>\n<p>Mit diesem Appell soll sichergestellt werden, dass weltweit \u00dcberweisungen auch w\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie ungehindert get\u00e4tigt werden k\u00f6nnen, damit die Familien der Arbeitsmigrantinnen und\u00a0 migranten diese lebenswichtige Hilfe weiterhin erhalten und nicht in Armut geraten. Die COVID-19-Lockdown-Massnahmen und die Schliessung von Wechselstuben und Finanztransferdienstleistern erschweren oder verunm\u00f6glichen es ihnen, Geld zu \u00fcberweisen. Zum Teil ist auch die mangelnde Liquidit\u00e4t dieser Dienstleister ein Problem. Der Appell will den Zugang der Migrantinnen und Migranten zu Transferdienstleistungen verbessern, indem zus\u00e4tzliche digitale Zahlungsm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Er will zudem politische Entscheidungstr\u00e4ger, Regulierungsbeh\u00f6rden und Dienstleistungs-anbieter weltweit ermuntern, Geld\u00fcberweisungen zu erleichtern. Schliesslich sollen die Migrantinnen und Migranten durch Informationskampagnen auf die neuen M\u00f6glichkeiten einschliesslich der digitalen Transferkan\u00e4le hingewiesen werden.<\/p>\n<p>\u00abR\u00fcck\u00fcberweisungen sind wichtig, wegen COVID-19 aber schwierig. Sorgen wir daf\u00fcr, dass die H\u00fcrden weltweit beseitigt werden! Neue Technologien k\u00f6nnen hier helfen.\u00bb, unterstreicht Bundesrat Ignazio Cassis. Einige L\u00e4nder schlossen sich dem Aufruf zum Handeln bereits an, einschliesslich \u00c4gypten, Ecuador, El Salvador, Jamaika, Mexiko, Nigeria, und Pakistan.<\/p>\n<p><strong>Schweizer Know-how und enge Kooperation mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich<\/strong><\/p>\n<p>Gest\u00fctzt auf ihr langj\u00e4hriges Engagement im Migrations- und Entwicklungsbereich sowie ihre Kontakte und ihr Know-how im Finanzsektor legt die Schweiz den Fokus auf Dienstleistungen, welche die neuen \u00dcberweisungstechnologien \u2013 beispielsweise via Mobiltelefon \u2013 nutzen.<\/p>\n<p>Der gemeinsame Appell unterstreicht die engen bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten K\u00f6nigreich. Er ist ein Zeichen f\u00fcr die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden L\u00e4ndern. Im Hinblick auf den Austritt des Vereinigten K\u00f6nigreichs aus der EU (Brexit) arbeitete die Schweiz im Rahmen der \u00abMind the Gap\u00bb-Strategie des Bundesrates eng mit den britischen Beh\u00f6rden zusammen. Ziel der Strategie ist es, die bestehenden gegenseitigen Rechte und Pflichten so weit als m\u00f6glich zu sichern. Die Schweiz hat deshalb mit dem Vereinigten K\u00f6nigreich fr\u00fchzeitig eine Reihe neuer Abkommen in den Bereichen Handel, Migration, Land- und Luftverkehr sowie Versicherungen abgeschlossen. Sie werden nach dem Ende der \u00dcbergangsphase zwischen dem Vereinigten K\u00f6nigreich und der EU in Kraft treten. In einem zweiten Schritt soll die Zusammenarbeit zwischen den beiden L\u00e4ndern \u2013 wo dies im beidseitigen Interesse ist \u2013 \u00fcber den bestehenden Stand hinaus ausgebaut werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weltbank prognostiziert einen R\u00fcckgang der \u00dcberweisungen in L\u00e4nder mit niedrigem und mittlerem Einkommen um etwa 20 Prozent oder 110 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":381378,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,22520,1133,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[31836],"class_list":["post-381377","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-coronavirus-minute-fuer-minute","category-e-diaspora-de","category-leben-in-der-schweiz","content_country-austria-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381377","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381377"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381377\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/381378"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381377"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381377"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381377"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=381377"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=381377"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}