{"id":404852,"date":"2020-09-05T13:23:42","date_gmt":"2020-09-05T11:23:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=404852"},"modified":"2020-09-05T14:13:04","modified_gmt":"2020-09-05T12:13:04","slug":"migrationsvereine-stellen-sich-gegen-die-kuendigungsinitiative-der-svp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/migrationsvereine-stellen-sich-gegen-die-kuendigungsinitiative-der-svp\/","title":{"rendered":"Migrationsvereine stellen sich gegen die K\u00fcndigungsinitiative der SVP"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die K\u00fcndigungsinitiative der SVP ist perfide. Sie gibt vor, die Migration begrenzen zu wollen. In Tat und Wahrheit will sie Migrant\/innen ohne Rechte und Arbeitnehmende ohne Lohnschutz. Vertreter\/innen der Migrationsvereine appellieren an alle Migrant\/innen und die schweizerische Zivilgesellschaft, sich zu engagieren, um die gef\u00e4hrliche Initiative haushoch zu bodigen. Sie haben dazu ein Manifest verabschiedet.<\/strong><\/p>\n<p>Zahlreiche Migrationsvereine der Schweiz haben ein Manifest gegen die K\u00fcndigungsinitiative der SVP verabschiedet. Das Manifest zeigt auf, wie wichtig der Beitrag der Migrant\/innen zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Erfolg der Schweiz ist. Es ist auch Ausdruck einer offenen und solidarischen Schweiz.<\/p>\n<p><strong>Kein Zur\u00fcck zur Baracken-Schweiz<\/strong><\/p>\n<p>Die Migrationsvereine lehnen die K\u00fcndigungsinitiative ab, denn sie wollen nicht zur\u00fcck zur Baracken-Schweiz des Saisonnierstatuts. Damals lebten und arbeiteten in der Schweiz Hunderttausende unter unhaltbaren Bedingungen. Tausende Kinder von Saisonniers wuchsen im Versteckten auf<\/p>\n<p>Daran erinnerte an einem Treffen der Migrationsvereine Unia-Pr\u00e4sidentin und SGB-Vizepr\u00e4sidentin Vania Alleva. \u00abDie Initiative der SVP greift unsere Rechte als Arbeitnehmende an, sie greift das Recht auf freie Niederlassung an und das Recht, mit der Familie zusammenleben zu k\u00f6nnen\u00bb, so Alleva. Vor allem \u00f6ffnet die Initiative T\u00fcr und Tor f\u00fcr Machtmissbrauch, Ausbeutung und Lohndumping.<\/p>\n<p><strong>Personenfreiz\u00fcgigkeit und Lohnschutz geh\u00f6ren zusammen<\/strong><\/p>\n<p>Auch der SP-Nationalrat Fabian Molina nahm eine klare Position ein: \u00abDiese Initiative ist viel radikaler und gef\u00e4hrlicher als die sogenannte Masseneinwanderungsinitiative von 2014. Die SVP will nicht nur die Migration steuern, sondern mehr Migranten und Migrantinnen ohne Rechte. Daf\u00fcr will sie die Personenfreiz\u00fcgigkeit k\u00fcndigen. Zudem beabsichtigt sie, die Gewerkschaften zu schw\u00e4chen\u00bb.<\/p>\n<p>Das ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein gef\u00e4hrliches Spiel mit Arbeitspl\u00e4tzen und dem Lohnschutz. Auch die \u00fcber 450&#8217;000 Schweizer\/innen, die im EU-Raum leben, arbeiten, studieren und forschen, profitieren von der Personenfreiz\u00fcgigkeit.<\/p>\n<p>Eine K\u00fcndigung der Personenfreiz\u00fcgigkeit gef\u00e4hrdet auch den Lohnschutz, weil die Flankierenden Massnahmen (FlaM) ebenfalls fallen w\u00fcrden. Mit den FlaM hat die Schweiz ein Instrument, um die L\u00f6hne in der Schweiz zu sch\u00fctzen und Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge schneller allgemeinverbindlich zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Nicht eine r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte isolationistische Politik bietet L\u00f6sungen f\u00fcr die Herausforderungen der Zukunft, sondern eine nicht diskriminierende und solidarische Politik, die die Rechte aller garantiert. Wohlstand bedeutet nicht nur wirtschaftliche St\u00e4rke, sondern auch solidarische Verantwortung f\u00fcr unsere Mitmenschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertreter\/innen der Migrationsvereine appellieren an alle Migrant\/innen und die schweizerische Zivilgesellschaft, sich zu engagieren, um die gef\u00e4hrliche Initiative haushoch zu bodigen. 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