{"id":520740,"date":"2021-11-25T13:20:42","date_gmt":"2021-11-25T12:20:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=520740"},"modified":"2021-11-25T12:53:13","modified_gmt":"2021-11-25T11:53:13","slug":"schweizer-kmu-sind-mehr-fremdfinanziert-als-vor-der-corona-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/schweizer-kmu-sind-mehr-fremdfinanziert-als-vor-der-corona-pandemie\/","title":{"rendered":"Schweizer KMU sind mehr fremdfinanziert als vor der Corona-Pandemie"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p><strong>Aktuell sind rund 37 Prozent aller kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz ausschliesslich eigenfinanziert. Ihr Anteil hat seit 2016 stark abge-nommen. Dies ergab eine repr\u00e4sentative Umfrage des Staatssekretariats f\u00fcr Wirtschaft SECO, die am 23. November publiziert wurde. Die Corona-Pandemie hat die Schweizer Wirtschaft stark getroffen. Nahezu jedes zweite KMU hatte einen erh\u00f6hten Finanzierungsbedarf. Entsprechend war das Covid-19-Kreditprogramm des Bundes f\u00fcr viele KMU wichtig und wurde stark genutzt.<\/strong><\/p>\n<p>Der Anteil der KMU, die auf Fremdmittel verzichten, hat sich seit 2016 von 62 auf 37 Prozent reduziert. An Bedeutung gewonnen haben insbesondere Darlehen von Familien, Freunden oder Aktion\u00e4ren und das Leasing. Noch st\u00e4rker haben die Covid-19-Kredite die Anzahl derjenigen KMU reduziert, die ausschliesslich eigenfinanziert sind. Bankfinanzierungen sind aber noch immer die zentrale Finanzierungsform von KMU. Das Gesamtvolumen f\u00fcr inl\u00e4ndische Unternehmenskredite von Banken in der Schweiz hat sich seit 2015 von 325 Milliarden Franken um 28 Prozent auf 416 Milliarden Franken per Juni 2021 erh\u00f6ht. Rund 87 Prozent des Gesamtvolumens fallen dabei auf KMU mit weniger als 250 Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<p><strong>Anzahl der entmutigen KMU steigt an<\/strong><br \/>\nDer aktuelle Zugang zu Bankkrediten ist gut. Lediglich drei Prozent aller Kreditantr\u00e4ge wurden abgelehnt, was auch international ein tiefer Wert ist. Auch sonst scheinen Schweizer KMU grunds\u00e4tzlich zufrieden zu sein mit ihren Bankbeziehungen. Nur 1,4 Prozent der Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Hausbank gewechselt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat die Gruppe der \u00abentmutigten Kreditnehmer\u00bb auf 10 Prozent aller KMU weiter zugenommen. Dabei handelt es sich um Firmen mit einem Finanzierungsbedarf, welche aber aus verschiedenen Gr\u00fcnden keinen Kreditantrag stellen. Viele erwarten zu hohe Kosten oder bem\u00e4ngeln das umst\u00e4ndliche Antragsverfahren. Zudem sind vielen entmutigten KMU die Anforderungen der Banken an die Sicherheiten zu hoch. Neben den bereits bestehenden M\u00f6glichkeiten im Bereich des B\u00fcrgschaftswesens f\u00fcr KMU w\u00e4ren deshalb auch Mobiliarsicherheiten oder die Verpf\u00e4ndung von immateriellen Verm\u00f6genswerten interessant. Schon heute k\u00f6nnen sich insgesamt f\u00fcnf Prozent der befragten KMU in der Schweiz vorstellen, solche Instrumente im Bereich von Mobiliarsicherheiten oder der Verpf\u00e4ndung von immateriellen Verm\u00f6genswerten einzusetzen. Derzeit ist diese Art von Finanzierungen hierzulande rechtlich aber nicht erlaubt und entsprechend wenig bekannt.<\/p>\n<p><strong>Grosse Bedeutung der Covid-19-Kredite<\/strong><br \/>\nZwei Drittel der KMU geben an, dass sie von der Corona-Krise negativ betroffen sind. Die Covid-19-Kredite waren und sind f\u00fcr die Unternehmen und damit auch die Volkswirtschaft von grosser Bedeutung. 30 Prozent der KMU mit mehr als zwei Vollzeitstellen haben einen Covid-19-Kredit aufgenommen. Analysen haben nur einen tempor\u00e4ren Substitutionseffekt von bestehenden Bankkrediten zugunsten von Covid-19-Krediten gezeigt. Elf Prozent der befragten KMU mit einem Covid-19-Kredit plant, diesen bereits bis Ende 2021 zur\u00fcckzuzahlen. Acht Prozent der KMU glaubt nicht, dass sie die Kredite vollst\u00e4ndig tilgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Laufende Beobachtung durch SECO<\/strong><br \/>\nUm die Finanzierungssituation von Schweizer KMU periodisch zu analysieren, hat das SECO in den vergangenen Jahren mehrere Umfragen in Auftrag gegeben. Die aktuelle Befragung wurde im Fr\u00fchjahr 2021 durchgef\u00fchrt. Insgesamt wurden 2&#8217;712 Schweizer KMU zu ihrem Finanzierungsbedarf sowie ihren Finanzierungsarten, -quellen und -bedingungen befragt. Daneben gab es bei der Befragung zwei Sonderteile zu den beiden Themen \u00abAuswirkungen der Corona-Krise auf die KMU\u00bb und \u00abMobilien und immaterielle Verm\u00f6genswerte als Kreditsicherheiten\u00bb. Aufgrund der Stichproben-Auswahl und des Gewichtungsverfahrens k\u00f6nnen die hier vorstellten Resultate als repr\u00e4sentativ f\u00fcr die Schweizer KMU-Landschaft angesehen werden. Die Studie wurde vom Institut f\u00fcr Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern erstellt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona-Pandemie hat die Schweizer Wirtschaft stark getroffen. 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