{"id":563386,"date":"2022-05-20T16:51:02","date_gmt":"2022-05-20T14:51:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=563386"},"modified":"2022-05-20T16:51:02","modified_gmt":"2022-05-20T14:51:02","slug":"ukraine-zwischenbilanz-der-aufnahme-von-gefluechteten-nach-knapp-drei-monaten-krieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/ukraine-zwischenbilanz-der-aufnahme-von-gefluechteten-nach-knapp-drei-monaten-krieg\/","title":{"rendered":"Ukraine: Zwischenbilanz der Aufnahme von Gefl\u00fcchteten nach knapp drei Monaten Krieg"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\">\n<p><strong>Die Schweiz ist mit der gr\u00f6ssten Fluchtbewegung seit dem zweiten Weltkrieg konfrontiert. In weniger als drei Monaten haben \u00fcber 50&#8217;000 Personen aus der Ukraine Schutz in der Schweiz gesucht und erhalten. Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter hat an einer Medienkonferenz am 19. Mai 2022 zusammen mit der Pr\u00e4sidentin der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren, Regierungsr\u00e4tin Nathalie Barthoulot, eine Zwischenbilanz zur Aufnahme der Gefl\u00fcchteten gezogen. Das Zusammenspiel von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie Hilfsorganisationen funktioniert grunds\u00e4tzlich gut. Eine Evaluationsgruppe soll die Herausforderungen und Fragen identifizieren, die sich bei der Anwendung des Schutzstatus S stellen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Seit am 24. Februar die russische Armee in die Ukraine einmarschiert ist, haben rund 6 Millionen Menschen die Ukraine verlassen, rund 50&#8217;000 von ihnen kamen bisher in die Schweiz. Es ist die gr\u00f6sste Fluchtbewegung in Europa seit dem zweiten Weltkrieg und sie l\u00e4uft extrem schnell ab. In nur zwei Monaten sind mehr Menschen in die Schweiz gekommen als in der Kosovo-Krise 1999 insgesamt.<\/p>\n<p>Am st\u00e4rksten betroffen von der Fluchtbewegung sind die Nachbarl\u00e4nder der Ukraine. Die Schweiz zeigt sich solidarisch im Sinne ihrer humanit\u00e4ren Tradition und engagiert sich ebenfalls stark.<\/p>\n<p>Bund, Kantone, Hilfswerke und Private haben in dieser Situation mit einer beispiellosen Solidarit\u00e4t reagiert, um den Gefl\u00fcchteten in der Schweiz Schutz zu bieten. Der Bundesrat hat fr\u00fch die erstmalige Anwendung des Schutzstatus S und rasch eine zus\u00e4tzliche finanzielle Hilfe f\u00fcr den Spracherwerb beschlossen. Die Kantone stehen vor der grossen Herausforderung, die bisher rund 12&#8217;000 aus der Ukraine gefl\u00fcchteten Kinder einzuschulen, gleichzeitig haben sie laufend zus\u00e4tzliche Unterk\u00fcnfte organisiert. Bei der Unterbringung profitierten Bund und Kantone zudem von der grossen Solidarit\u00e4t in der Bev\u00f6lkerung. Von den 25&#8217;000 Personen, die privat untergebracht sind, haben rund 21&#8217;000 selbst\u00e4ndig einen Platz gefunden. Rund 4&#8217;000 Personen wurden durch die Schweizerische Fl\u00fcchtlingshilfe vermittelt. Das alles zeigt, wie gut die Bew\u00e4ltigung dieser historischen Krise in der Schweiz unter hohem Zeitdruck funktioniert, auch wenn nicht auf Anhieb alles immer perfekt lief.<\/p>\n<p>Mittlerweile kommen weniger Schutzsuchende in der Schweiz an als in den ersten Wochen. Das SEM kann derzeit bei der Registrierung jederzeit freie Termine anbieten und Pendenzen abbauen. Aber der Krieg ist noch nicht vorbei. Es ist damit zu rechnen, dass weiterhin monatlich \u00fcber 10&#8217;000 Personen aus der Ukraine in der Schweiz Schutz suchen werden. Und je nach Kriegsverlauf kann die Zahl der Schutzsuchenden auch wieder ansteigen. Hinzu kommen rund 1500 Asylsuchende pro Monat aus anderen Staaten. Die Suche nach Unterbringungsm\u00f6glichkeiten muss darum weitergehen.<\/p>\n<p>Auch drei Monate nach Kriegsbeginn stellen sich immer wieder neue Fragen. Deswegen setzt Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter eine Evaluationsgruppe ein. Die Evaluationsgruppe soll laufend die Herausforderungen und Fragen identifizieren, die sich bei der Anwendung des Schutzstatus S stellen. Sie soll zugleich auch den Schutzstatus S im Kontext des Schweizer Asylsystems beurteilen.<\/p>\n<p class=\"nsbtextkasten\"><b>Chronologie: Die wichtigsten Etappen seit dem Beginn des Krieges<\/b><\/p>\n<p>27. Februar: Ukraine-Sondertreffen der Innenminister der Schengen Staaten in Br\u00fcssel<\/p>\n<p>03. M\u00e4rz: Treffen der Innenminister der Schengen Staaten in Br\u00fcssel<\/p>\n<p>07. M\u00e4rz: Bund, Kantone und Hilfswerke organisieren Unterbringung<\/p>\n<p>11. M\u00e4rz: Bundesrat aktiviert Schutzstatus S ab dem 12. M\u00e4rz. Ab diesem Tag werden Gefl\u00fcchtete registriert und der Schutzstatus S erteilt.<\/p>\n<p>16. M\u00e4rz: Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter trifft sich mit den Sozialpartnern<\/p>\n<p>17. M\u00e4rz: SEM startet Terminvereinbarung f\u00fcr die Registrierung<\/p>\n<p>21. M\u00e4rz: Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter setzt den Sonderstab Asyl SONAS ein.<\/p>\n<p>28. M\u00e4rz: Sondertreffen der Innenminister der Schengen Staaten in Br\u00fcssel<\/p>\n<p>06. April: Bundesrat bietet Zivilschutz f\u00fcr die Notfallunterbringung von Schutzsuchenden auf. Bundesr\u00e4tin Karin Keller-Sutter vergibt das Mandat zur Erkennung von mittelfristigen Herausforderungen im Migrationsbereich an Thomas W\u00fcrgler<\/p>\n<p>13. April: Bundesrat beschliesst Beitrag von 3000 Franken pro Person zur F\u00f6rderung des Spracherwerbs<\/p>\n<p>25. April: Schutzsuchende werden wieder gem\u00e4ss dem \u00fcblichen bev\u00f6lkerungsproportionalen Verteilschl\u00fcssel auf die Kantone verteilt.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In nur zwei Monaten sind mehr Menschen in die Schweiz gekommen als in der Kosovo-Krise 1999 insgesamt<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":547107,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-563386","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=563386"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/563386\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/547107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=563386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=563386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=563386"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=563386"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=563386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}