{"id":565337,"date":"2022-05-29T17:20:39","date_gmt":"2022-05-29T15:20:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=565337"},"modified":"2022-05-31T23:44:18","modified_gmt":"2022-05-31T21:44:18","slug":"runder-tisch-studieren-nach-der-flucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/runder-tisch-studieren-nach-der-flucht\/","title":{"rendered":"Runder Tisch: Studieren nach der Flucht"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\">\n<p><strong style=\"font-size: 16px;\">Aktuell gelangen t\u00e4glich Gefl\u00fcchtete aus der Ukraine, aber auch aus Afghanistan, Syrien, Russland und anderen L\u00e4ndern in die Schweiz. Unter den Schutzsuchenden sind viele Studierende sowie Akademikerinnen und Akademiker, die den Zugang zu Studien und Nachqualifikationskursen an Schweizer Hochschulen suchen. Dies erweist sich jedoch als grosse Herausforderung. Viele Gefl\u00fcchtete erleben eine Dequalifizierung. Ihre Vorbildungen werden oft nicht anerkannt. Der Zugang zu weiterf\u00fchrenden Sprachkursen und Zulassungspr\u00fcfungen ist schwierig und sie m\u00fcssen teils einen langen Weg durch verschiedene Bildungsinstitutionen gehen, bevor sie ihr Studium weiterf\u00fchren k\u00f6nnen. Der steinige Weg an die Schweizer Hochschulen bedeutet f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten wie auch f\u00fcr die Schweizer Gesellschaft, dass vorhandenes Potenzial nicht ausgesch\u00f6pft werden kann. Um dies zu \u00e4ndern, hat die Eidgen\u00f6ssische Migrationskommission EKM gemeinsam mit dem Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS am 24. Mai zu einer fachlichen Diskussion \u00fcber m\u00f6gliche L\u00f6sungswege zum &#8220;Runden Tisch: Studieren nach der Flucht&#8221; in Bern eingeladen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Rund<b>\u00a0<\/b>70 Vertreterinnen und Vertreter von nationalen und kantonalen Beh\u00f6rden, von verschiedenen Hochschulen und der Politik sowie Betroffene selbst haben am Runden Tisch teilgenommen. Im Fokus stand die Frage, wie der Zugang zu den Schweizer Hochschulen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete besser gelingen kann.<\/p>\n<p>Dimitri Sudan, Bereichsleiter Internationale Beziehungen swissuniversities, Cornelia L\u00fcthy, Vizedirektorin Staatssekretariat f\u00fcr Migration SEM, Direktionsbereich Zuwanderung und Integration und Mathieu Crettenand, Integrationsdelegierter der Universit\u00e4t Genf, haben den Anlass er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Bei der Begr\u00fcssung wies Dimitri Sudan darauf hin: &#8220;Beim Hochschulzugang f\u00fcr Gefl\u00fcchtete handelt es sich nicht nur um ein Anliegen der Integration, sondern auch um eines der Bildung. Nur mit einem koordinierten Effort aller beteiligten Akteurinnen und Akteure k\u00f6nnen die Herausforderungen struktureller und finanzieller Art \u00fcberwunden werden.&#8221;<\/p>\n<p>Cornelia L\u00fcthy betonte, dass &#8220;eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt nur mit einem guten Bildungsrucksack funktioniert.&#8221;<\/p>\n<p>Mathieu Crettenand pr\u00e4sentierte das Projekt Horizon acad\u00e9mique. Er ist der einzige Integrationsdelegierte einer Schweizer Hochschule und Programmverantwortlicher an der Universit\u00e4t Genf. Horizon acad\u00e9mique ist ein Vorzeigemodell, das hochqualifizierte Gefl\u00fcchtete auf dem Weg zum Studium spezifisch f\u00f6rdert und unterst\u00fctzt. Aktuell nehmen \u00fcber 276 Personen am Programm teil.<\/p>\n<h3>Andere Kantone und Hochschulen m\u00fcssen nun ebenfalls die Initiative ergreifen.<\/h3>\n<p>Soll die Bildungsintegration auch f\u00fcr Hochqualifizierte gelingen, m\u00fcssen auch andere Kantone und Hochschulen aktiv werden. Wer soll nun welche Massnahmen ergreifen? Diese Frage diskutierten im Podiumsgespr\u00e4ch Metin Turker, Projektverantwortlicher Bureau de l&#8217;int\u00e9gration des \u00e9trangers Genf, Ren\u00e9 Graf, Vizerektor Lehre HES-SO, Simone Keller, Vorstandsmitglied des Vereins Offener H\u00f6rsaal Basel, Elischa Link, Co-Pr\u00e4sident des VSS und Julien Eggenberger, Kantonsrat SP Waadt.<\/p>\n<p>Bildung ist ein Grundrecht. Um es zur Geltung zu bringen, braucht es ein klares Commitment und Rahmenbedingungen, welche den Zugang zu Hochschulen f\u00f6rdern. Ziehen die Beh\u00f6rden, die Hochschulen, die Zivilgesellschaft und die Politik am gleichen Strick, kann der Hochschulzugang auch f\u00fcr Gefl\u00fcchtete und Schutzsuchende gelingen.<\/p>\n<h3>Der steinige Weg zum Studium<\/h3>\n<p>Moderiert wurde der Anlass von\u00a0<b>Fatemeh A.<\/b>\u00a0und\u00a0<b>Sherefedin M.<\/b>\u00a0Die geb\u00fcrtige Iranerin und der geb\u00fcrtige Eritreer sind selbst in die Schweiz gefl\u00fcchtet. Sherefedin M. hat Sozialp\u00e4dagogik studiert, Fatemeh A. studiert im zweiten Semester Rechtswissenschaften. Sie hat im Iran bereits einen Bachelor in Jura abgeschlossen. Dass dieser hier in der Schweiz nicht einfach anerkannt wird, versteht sie. Jedoch musste sie auf ihrem Weg zum Jurastudium viele aus ihrer Sicht unn\u00f6tige H\u00fcrden \u00fcberwinden. Sie sagt: &#8220;Als ich in die Schweiz kam, war ich in einem Asylheim, das weit weg vom n\u00e4chsten Dorf lag. Es gab keinen Bus und nur dreimal am Tag einen Shuttledienst des Asylheims. Um einen Gratis-Deutschkurs zu besuchen, bin ich um 4 Uhr aufgestanden und zwei Stunden zu Fuss gelaufen&#8221;. Auch von ihrer ehemaligen Sozialarbeiterin hat sie wenig Unterst\u00fctzung erfahren. So wurde ihr immer wieder gesagt, ein Studium k\u00e4me f\u00fcr sie nicht in Frage. Erst durch das Projekt START! Studium an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich erhielt sie die n\u00f6tige Unterst\u00fctzung beim Zulassungsprozess. Fatemeh A. ist froh, dass sie nicht nachgegeben hat und ihr Studium nun endlich weiterf\u00fchren kann. Ihre Erfahrungen zeigen beispielhaft, was auch viele andere Gefl\u00fcchtete in der Schweiz erleben.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der steinige Weg an die Schweizer Hochschulen bedeutet f\u00fcr die Gefl\u00fcchteten wie auch f\u00fcr die Schweizer Gesellschaft, dass vorhandenes Potenzial nicht ausgesch\u00f6pft werden kann<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":358789,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1188,1141,1140,1412,2015],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888],"class_list":["post-565337","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-shkurt-ch-de","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","category-newsletter-de","category-newsletter-media-de","content_country-zvicer"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565337","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=565337"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/565337\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/358789"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=565337"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=565337"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=565337"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=565337"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=565337"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}