{"id":570542,"date":"2022-06-22T21:26:59","date_gmt":"2022-06-22T19:26:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=570542"},"modified":"2022-06-22T21:26:59","modified_gmt":"2022-06-22T19:26:59","slug":"sicherheit-2022-sicherheit-vor-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/sicherheit-2022-sicherheit-vor-freiheit\/","title":{"rendered":"\u00abSicherheit 2022\u00bb: Sicherheit vor Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>I<\/strong><strong>m Januar 2022, also vor Beginn des Krieges in der Ukraine, gewichtete die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung Sicherheit h\u00f6her als Freiheit, f\u00fchlte sich sicher und hatte grosses Vertrauen in Institutionen. Dies zeigen die Ergebnisse der diesj\u00e4hrigen Studie \u00abSicherheit\u00bb, die von der Milit\u00e4rakademie (MILAK) an der ETH Z\u00fcrich und dem Center for Security Studies (CSS) der ETH Z\u00fcrich herausgegeben wird. Ob sich die Einstellung der Bev\u00f6lkerung aufgrund des Ukraine-Krieges ge\u00e4ndert hat, dar\u00fcber wird eine Nachbefragung Aufschluss geben, deren Ergebnisse im Sommer vorliegen werden.<\/strong><\/p>\n<p>Stimmb\u00fcrgerinnen und Stimmb\u00fcrger haben im Januar 2022 Sicherheit h\u00f6her als Freiheit gewichtet (57%, +1 Prozentpunkt [Pp] gegen\u00fcber 2018). Der Anteil derjenigen, die Freiheit h\u00f6her als Sicherheit gewichten, ist gegen\u00fcber 2018 signifikant gesunken (45%, -9 Pp). Im Vergleich zu 2008 sind die Befragten weniger stark der Meinung, dass der Staat immer mehr Aufgaben \u00fcbernehmen muss (50%, -7 Pp). Die Auffassung, \u00abin der Schweiz sind wir bald soweit, dass sich der Staat \u00fcberall einmischt, alles reglementiert und die Freiheit des einzelnen verloren geht\u00bb, ist gegen\u00fcber 2007 ebenfalls gesunken.<\/p>\n<h2><strong>Unver\u00e4ndert grosses Vertrauen<\/strong><\/h2>\n<p>Das Vertrauen in ausgew\u00e4hlte Institutionen ist unver\u00e4ndert gross (10er-Skala, 1 = \u00abkein Vertrauen\u00bb, 10 = \u00abvolles Vertrauen\u00bb). Die ersten Pl\u00e4tze belegen nach wie vor die Polizei (7.9, \u00b10.0), die Wissenschaft (7.8, \u00b10.0), die Gerichte (7.6, \u00b10.0) und der Bundesrat (7.3, \u00b10.0). Neuerdings belegt die Wirtschaft (7.0, +0.1) vor dem Parlament (6.8, -0.1) den f\u00fcnften Rang, gefolgt von der Armee (6.7, -0.1). Den politischen Parteien (5.5, -0.1) und den Medien (5.4, -0.1) vertraut die Stimmbev\u00f6lkerung am wenigsten.<\/p>\n<p>Mit 94% (-1 Prozentpunkte) ist das allgemeine Sicherheitsempfinden Anfang 2022 bei der Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung unver\u00e4ndert hoch gewesen. Der Zukunftsoptimismus in Bezug auf die Schweiz ist gegen\u00fcber 2021 signifikant gestiegen (86%, +3 Pp). Die pessimistische Einsch\u00e4tzung hinsichtlich der zuk\u00fcnftigen Entwicklung der weltpolitischen Lage blieb statistisch unver\u00e4ndert bestehen (68%, +3 Pp).<\/p>\n<h2><strong>Neutral und geringe aussenpolitische \u00d6ffnungsbereitschaft<\/strong><\/h2>\n<p>Die Stimmbev\u00f6lkerung h\u00e4lt auch im Januar 2022 fast einstimmig an der Neutralit\u00e4t fest (97%, +1 Pp). Aussenpolitisch zeigt sie sich unver\u00e4ndert und wenig \u00f6ffnungsbereit. W\u00e4hrend der vermehrten Konfliktvermittlung (75%, +4 Pp), der Entwicklungshilfe (66%, +1 Pp) und einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der EU (83%, \u00b10 Pp) mehrheitlich zugestimmt wird, wird auch im Januar 2022 ein Beitritt zur EU (16%, +3 Pp) oder zur NATO (26%, +1 Pp) abgelehnt. Auch wenn Kooperationen mit der UNO signifikant weniger stark unterst\u00fctzt werden, liegen diese immer noch klar im Mehrheitsbereich.<\/p>\n<h2><strong>Unver\u00e4ndert positive Einstellung gegen\u00fcber der Schweizer Armee<\/strong><\/h2>\n<p>Die Notwendigkeit (75%, +2 Pp) der Armee sowie das Milizsystem (60%, +2 Pp) werden von einer Bev\u00f6lkerungsmehrheit bef\u00fcrwortet. Die Stimmbev\u00f6lkerung stimmt im Januar 2022 signifikant st\u00e4rker einer \u00absehr gut ausgebildeten\u00bb (88%, +15 Pp) und \u00abvollausger\u00fcsteten\u00bb (70%, +12 Pp) Armee zu. Zudem sind Schweizerinnen und Schweizer signifikant zufriedener mit den Leistungen der Armee.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu 2018 unterst\u00fctzt die Schweizer Bev\u00f6lkerung einen obligatorischen Orientierungstag f\u00fcr Schweizer Frauen weniger stark \u2013 er wird aber weiterhin von einer Mehrheit bef\u00fcrwortet. Gleichzeitig m\u00f6chte aber auch eine Mehrheit den Orientierungstag f\u00fcr Frauen nach wie vor auf freiwilliger Basis belassen.<\/p>\n<h2><strong>Regul\u00e4re Durchf\u00fchrung der Studie \u00abSicherheit 2022\u00bb im Januar 2022<\/strong><\/h2>\n<p>Die Daten wurden zwischen dem 4. und dem 20. Januar 2022 und damit vor dem Krieg in der Ukraine durch das Meinungsforschungsinstitut LINK repr\u00e4sentativ erhoben. Insgesamt wurden 1217 Stimmb\u00fcrgerinnen und Stimmb\u00fcrger aus der Deutschschweiz, der Romandie und dem Tessin telefonisch befragt. Der Stichprobenfehler liegt bei einem Sicherheitsgrad von 95% im ung\u00fcnstigsten Fall bei \u00b12.9%.<\/p>\n<h2><strong>Nachbefragung aufgrund des Ukraine-Krieges<\/strong><\/h2>\n<p>Aufgrund des Ukraine-Krieges (24. Februar 2022) haben die Milit\u00e4rakademie und das Center for Security Studies (CSS) eine Nachbefragung durchgef\u00fchrt. Diese soll Aufschluss dar\u00fcber geben, ob sich die Einstellung der Bev\u00f6lkerung ge\u00e4ndert hat. Die repr\u00e4sentative Nachbefragung fand zwischen dem 30. Mai und dem 17. Juni 2022 bei rund 1000 Stimmberechtigten statt und die Resultate werden im Sommer vorgestellt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Januar 2022, also vor Beginn des Krieges in der Ukraine, gewichtete die Schweizer Stimmbev\u00f6lkerung Sicherheit h\u00f6her als Freiheit, f\u00fchlte sich sicher und hatte grosses Vertrauen in Institutionen. Dies zeigen die Ergebnisse der diesj\u00e4hrigen Studie \u00abSicherheit\u00bb, die von der Milit\u00e4rakademie (MILAK) an der ETH Z\u00fcrich und dem Center for Security Studies (CSS) der ETH Z\u00fcrich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":524102,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-570542","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570542","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=570542"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/570542\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/524102"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=570542"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=570542"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=570542"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=570542"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=570542"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}