{"id":593509,"date":"2022-10-03T18:21:21","date_gmt":"2022-10-03T16:21:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=593509"},"modified":"2022-10-03T18:22:52","modified_gmt":"2022-10-03T16:22:52","slug":"weniger-als-1000-suizide-im-jahr-2020-langjaehrige-tendenz-weiter-sinkend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/weniger-als-1000-suizide-im-jahr-2020-langjaehrige-tendenz-weiter-sinkend\/","title":{"rendered":"Weniger als 1000 Suizide im Jahr 2020 &#8211; Langj\u00e4hrige Tendenz weiter sinkend"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><b>Im Jahr 2020 hat die Gesamtzahl der Suizide weiter abgenommen. Seit dem H\u00f6chststand in der Periode 1980\u20131985 gehen die Zahlen kontinuierlich zur\u00fcck und haben 2020 mit insgesamt 972 F\u00e4llen erstmals seit 1964 die Tausendergrenze unterschritten. Bei unter 25-j\u00e4hrigen Frauen wurden etwas mehr F\u00e4lle gez\u00e4hlt als im Vorjahr, bei jungen M\u00e4nnern blieben die Zahlen hingegen konstant. Dies zeigt eine neue Spezialauswertung aus der Todesursachenstatistik des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS).<\/b><\/div>\n<div>\n<div class=\"mod mod-ws_detail\">\n<div class=\"ws_detail-press\">\n<p>Das Thema psychischer Auswirkungen der Corona-Krise war im ersten Jahr der Pandemie medial stark pr\u00e4sent. Forschungsberichte f\u00fcr das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) zeigen, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung im ersten Pandemiejahr nicht in ihrer psychischen Gesundheit tangiert war. Bei gewissen Bev\u00f6lkerungsgruppen, etwa bei jungen Menschen, haben psychische Belastungen hingegen zugenommen, bei jungen Frauen auch zum Beispiel Hospitalisierungen aufgrund mutmasslicher Suizidversuche. Erste Daten zeigten keinen Anstieg von Suiziden.<\/p>\n<p>Diese vorl\u00e4ufigen Erkenntnisse werden nun durch die Todesursachenstatistik 2020 best\u00e4tigt. In diesem Jahr haben schweizweit 696 M\u00e4nner und 276 Frauen Suizid begangen, im Vergleich zu 2019 sind das gleichviele Frauen und 46 M\u00e4nner weniger. Wie schon in der Vergangenheit zeigten sich auch im Jahr 2020 wieder deutliche Unterschiede nach Geschlecht und Alter: Zwei Drittel der Suizide wurden von M\u00e4nnern begangen, ein Drittel von Frauen. \u00dcber 70% der Suizide geschahen bei Personen \u00fcber 45 Jahren, 7% bis 8% der F\u00e4lle betrafen M\u00e4nner und Frauen unter 25 Jahren.<\/p>\n<p><b>Bei \u00e4lteren M\u00e4nnern Abnahme, bei j\u00fcngeren bleiben die Zahlen gleich<\/b><\/p>\n<p>Im Jahr 2020 haben sich im Alter ab 25 Jahren 638 M\u00e4nner das Leben genommen. Das sind 48 weniger als 2019 oder 59 weniger als im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019. Bei j\u00fcngeren M\u00e4nnern unter 25 Jahren blieben die Zahlen im Jahr 2020 mit 58 F\u00e4llen gegen\u00fcber dem Vorjahr mit 56 F\u00e4llen praktisch unver\u00e4ndert. Im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019 lag die Zahl in dieser Altersgruppe bei 59 pro Jahr.<\/p>\n<p><b>Bei \u00e4lteren Frauen Abnahme, bei j\u00fcngeren Frauen unter 20 mehr F\u00e4lle<\/b><\/p>\n<p>Bei den Frauen ab 25 Jahren wurden 243 Todesf\u00e4lle durch Suizid im Jahr 2020 gez\u00e4hlt, 8 weniger als 2019 und 17 weniger als im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019. Bei j\u00fcngeren Frauen unter 25 Jahren waren die Zahlen im Jahr 2020 mit 33 F\u00e4llen h\u00f6her als im Vorjahr mit 25 F\u00e4llen. Im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019 lag die Zahl in dieser Altersgruppe bei 18 F\u00e4llen pro Jahr.<\/p>\n<p>Eine weitere Aufteilung dieser Altersgruppe zeigt, dass es bei 20-24-j\u00e4hrigen jungen Frauen im Jahr 2020 16 Suizide gab, 3 weniger als im Vorjahr und 5 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019. Bei jungen Frauen unter 20 Jahren wurden 17 Suizide im Jahr 2020 gez\u00e4hlt, dies gegen\u00fcber 6 im Vorjahr und 7 im Durchschnitt der Jahre 2010\u20132019. Schwankungen dieser Gr\u00f6ssenordnung \u00fcber die Zeit m\u00fcssen vor dem Hintergrund der kleinen Fallzahlen beurteilt werden und sind f\u00fcr sich genommen nicht eindeutig interpretierbar.<\/p>\n<p><b>Am wenigsten Suizide gibt es im Tessin<\/b><\/p>\n<p>Um die regionalen Entwicklungen beurteilen zu k\u00f6nnen, werden die Suizidraten des Jahres 2020 mit den F\u00fcnf-Jahres-Durchschnitten von 2010\u20132014 und 2015\u20132019 verglichen. Raten pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner erlauben den Vergleich zwischen Regionen unterschiedlicher Gr\u00f6sse und Altersstruktur.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der Periode 2015\u20132019 haben die Suizidraten im Jahr 2020 in allen Regionen abgenommen. Im Vergleich zu 2010\u20132014 sind sie mit Ausnahme von Z\u00fcrich ebenfalls zur\u00fcckgegangen. Waren in der Periode 2010\u20132014 die Suizidraten in der Genferseeregion am h\u00f6chsten, waren sie in der folgenden Periode und im Jahr 2020 in Z\u00fcrich am h\u00f6chsten. Das Tessin weist \u00fcber das gesamte Jahrzehnt hinweg die geringsten Suizidraten auf.<\/p>\n<p><b>Starker R\u00fcckgang der Suizidrate im Langzeitvergleich<\/b><\/p>\n<p>Die Suizidzahlen zeigten in der ersten H\u00e4lfte der 1980er Jahre einen H\u00f6chststand mit etwa 1600 F\u00e4llen j\u00e4hrlich. Diese Zahl hat sich um 40% auf gegenw\u00e4rtig unter 1000 F\u00e4lle reduziert.<br \/>\nDie Suizidrate pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner sank dabei sogar von 24,9 auf 9,5 und ging also um \u00fcber 60% zur\u00fcck. Die standardisierte Rate ber\u00fccksichtigt das starke Wachstum der Bev\u00f6lkerungsgruppe in h\u00f6herem Alter mit h\u00f6herem Suizidrisiko.<\/p>\n<p><b>Assistierte Suizide nehmen zu<\/b><\/p>\n<p>Die assistierten Suizide haben dagegen von 1196 im Jahr 2019 auf 1251 im Jahr 2020 zugenommen, also um 4,6%. Die grosse Mehrzahl der Sterbehilfef\u00e4lle betraf Menschen ab 65 Jahren (88% der F\u00e4lle) oder Menschen mit einer unheilbaren Krankheit, die in absehbarer Zeit zu einem nat\u00fcrlichen Tod gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese vorl\u00e4ufigen Erkenntnisse werden nun durch die Todesursachenstatistik 2020 best\u00e4tigt. In diesem Jahr haben schweizweit 696 M\u00e4nner und 276 Frauen Suizid begangen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":593510,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24006,1140],"tags":[1633],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-593509","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-lajme-jeta-ne-zvicer-de","category-leben-in-der-schweiz","tag-zvicer-de","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/593509","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=593509"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/593509\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/593510"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=593509"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=593509"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=593509"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=593509"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=593509"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}