{"id":64603,"date":"2013-10-15T08:58:44","date_gmt":"2013-10-15T06:58:44","guid":{"rendered":""},"modified":"2013-10-22T13:54:32","modified_gmt":"2013-10-22T11:54:32","slug":"die-rettung-von-juden-kommt-dem-image-der-albaner-in-der-schweiz-zu-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/die-rettung-von-juden-kommt-dem-image-der-albaner-in-der-schweiz-zu-gut\/","title":{"rendered":"Die Rettung von Juden kommt dem Image der Albaner in der Schweiz zu gut"},"content":{"rendered":"<p>Sandra Hoffmann ist bei ihrer Lekt\u00fcre auf schriftliche Quellen gestossen, in welchen es um die Rolle der albanischen Besa bei der Rettung von Juden im Zweiten Weltkrieg geht. Das brachte sie zur \u00dcberzeugung, dass diese Tatsache einer breiteren \u00d6ffentlichkeit bekanntgemacht werden sollte.<\/p>\n<p>\u00abIch, als Judaistin&nbsp;besch\u00e4ftige mich viel mit j\u00fcdischer Geschichte. Im Verlauf der Forschungsarbeit staunte ich immer wieder \u00fcber das, was ich bez\u00fcglich der Beziehungen zwischen Albanern und Israeliten erfuhr. Diese Entdeckung brachte mich dazu, mich in diese Richtung zu engagieren. Und nat\u00fcrlich wurde meine Motivation verst\u00e4rkt durch die Tatsache, dass in der Schweiz eine grosse albanische Gemeinschaft lebt.\u201c<\/p>\n<p>So schilderte vor Vertreterinnen und Vertretern der albanischen Bev\u00f6lkerung der Schweiz, die sich in der kosovarischen Botschaft in Bern eingefunden hatten, Sandra Hoffmann, eine der Organisatorinnen, wie es zur Fotoausstellung \u00ab&nbsp;Besa&nbsp;\u00bb kam.<\/p>\n<p>Esther H\u00f6rnlimann, Kultur-und Presseattach\u00e9 in der israelischen Botschaft in Bern, sprach \u00fcber die Details bei der Organisation der Ausstellung. \u201eDie Idee wurde drei Botschaften vorgestellt: der israelischen, der albanischen und der kosovarischen. Wir wollen die Ausstellung auf nationaler Ebene zeigen, in zehn St\u00e4dten der Schweiz. Der Begleittext der Ausstellung wird deutsch und franz\u00f6sisch sein\u201c, erkl\u00e4rte H\u00f6rnlimann.<\/p>\n<p>Doch das Ganze beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf die Ausstellung. \u201eIn jeder Stadt wird es auch ein reiches Begleitprogramm geben. Vor der Ausstellung wird etwa ein Fussballspiel zwischen albanischen und j\u00fcdischen Kindern stattfinden, es wird Konzerte, Vorlesungen, Treffen und Gespr\u00e4che zwischen albanischen und j\u00fcdischen Personen etc. geben.\u201c<\/p>\n<p>H\u00f6rnlimann unterstrich, es sei den Organisatoren sehr wichtig, dass m\u00f6glichst viele Kinder und Jugendliche im Schulalter, albanische und schweizerische, teiln\u00e4hmen. \u201eWir sind deshalb in Kontakt mit Hochschulen, Kulturzentren etc.\u201c<\/p>\n<p>Der Botschafter der Republik Kosovo in Bern, Naim Malaj, Gastgeber und Mitglied des Ausstellungspatronats, sprach \u00fcber die bekannte Geschichte des Schutzes, den Albaner Juden gew\u00e4hrten, als jene von den Nazis verfolgt wurden.<\/p>\n<p>\u201eDie Besa, in deren Namen die Albaner handelten und dabei sich selbst gef\u00e4hrdeten, ist eine Eigenschaft, auf die wir stolz sein k\u00f6nnen\u201c, sagte Malaj. Weiter betonte er, dass das Volk des Staates Israel den Albanern w\u00e4hrend des Krieges in Kosovo \u201eGutes mit Gutem\u201c vergalt, indem es jene aufnahm und beherbergte, die vor der Verfolgung flohen.<\/p>\n<p>Die Anwesenheit des Botschafters von Israel \u2013 eines Staates, der Kosova noch nicht anerkannte &#8211; in der kosovarischen Botschaft zeugte deutlich von der hohen Wertsch\u00e4tzung, die die Institutionen seines Landes dem Projekt \u201eBesa\u201c entgegenbrachten.<\/p>\n<p>Der israelische Botschafter in der Schweiz, Yigal Baruch Caspi, dr\u00fcckte schon zu Beginn der Vorbereitungen seine Anerkennung f\u00fcr die Ausstellung aus. \u201eEs geht um ein aussergew\u00f6hnliches Projekt. Wir wollen damit eine Botschaft an die Bev\u00f6lkerung in der Schweiz und anderswo senden.<\/p>\n<p>Das Projekt wurde zuerst von Yad Vashem, dem Museum zur Erinnerung an den j\u00fcdischen Holocaust im Zweiten Weltkrieg, realisiert. \u201eDie Ausstellung zeigt, dass unseres Erachtens Israel kein Problem mit dem Islam als Glauben hat. Viele unterscheiden den Islam als Glauben nicht von der Politik und begehen damit einen Fehler. Mit diesem Projekt wollen wir die Tatsache darstellen, dass nur in Albanien die Muslime den Juden w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs halfen. Das albanische Volk zeigte Toleranz und Mut und handelte in \u00dcbereinstimmung mit dem Kodex der albanischen Besa und&nbsp; der Gastfreundschaft\u201c, sagte Botschafter Caspi.<\/p>\n<p>Lahor Jakrlin, der dem Projektteam angeh\u00f6rt, sprach \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6pfer der Idee, den Bieler Lehrer Alain Pichard. Als Lehrer von zahlreichen albanischen Kindern und in Anbetracht der Vorurteile gegen\u00fcber den Albanern \u00fcberlegte Pichard, was er zur Verbesserung des albanischen Images tun k\u00f6nnte. Die Verbindung mit dieser Ausstellung war die Idee von Pichard.\u201c<\/p>\n<p>Nach der Projektvorstellung fand eine Diskussion statt, an welcher Schweizerinnen und Albaner ihr Interesse am Projekt bekundeten und Bemerkungen und Anregungen machten. Einige anwesende albanische Gesch\u00e4ftsleute meldeten sich sodann, um das Projekt finanziell zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Remo Coller, ein Freund der Albaner, der eine Zeit lang in Prishtina gelebt hatte, unterst\u00fctzt die Projektidee und setzt sich daf\u00fcr ein, dass sie m\u00f6glichst viel in Schulen und Universit\u00e4ten in der ganzen Schweiz gezeigt wird.<\/p>\n<p>Der Z\u00fcrcher Herzchirurg Dr. Omer Xhemaili \u00e4usserte sich auch kritisch zu einem Aspekt der Ausstellung. \u201eDer Begriff \u201aBesa\u2018 sollte nicht mit Religion verwechselt werden\u201c, sagte er mit Verweis auf den Text im Prospekt, wo \u201edie muslimischen Albaner\u201c erw\u00e4hnt werden. \u201eWir Albaner identifizieren uns gew\u00f6hnlich nicht als Muslime oder Christen, sondern als Albaner\u201c, sagte Dr. Xhemaili.<\/p>\n<p>Von allen Anwesenden betont wurde, wie wichtig es sei, dass viele Menschen die Ausstellung zu Gesicht bekommen und m\u00f6glichst viele junge Leute durch sie sensibilisiert w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anwesenheit des Botschafters von Israel \u2013 eines Staates, der Kosova bis jetzt nicht anerkannte &#8211; in der kosovarischen Botschaft ist Ausdruck der hohen Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr das Projekt \u201eBesa\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":47482,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1133,1138],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64603","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-e-diaspora-de","category-kultur"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64603","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64603"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64603\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/47482"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64603"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64603"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64603"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64603"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64603"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}