{"id":64639,"date":"2013-11-27T09:36:34","date_gmt":"2013-11-27T08:36:34","guid":{"rendered":""},"modified":"2013-12-03T08:46:39","modified_gmt":"2013-12-03T06:46:39","slug":"gewalt-bei-jugendlichen-als-folge-von-vernachlassigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/gewalt-bei-jugendlichen-als-folge-von-vernachlassigung\/","title":{"rendered":"Gewalt bei Jugendlichen als Folge von Vernachl\u00e4ssigung"},"content":{"rendered":"<p>Letzten Samstag fand der vierte und letzte Abend in der Reihe von Informationsveranstaltungen statt, die Parandalo dieses Jahr durchf\u00fchrte. Parandalo \u2013 was deutsch etwa \u201ePr\u00e4vention\u201c bedeutet \u2013 ist ein Verein mit Sitz in Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Das Thema des Abends trug den Titel \u201eUnter welchen gesellschaftlichen Bedingungen entsteht Gewalt bei Jugendlichen und in der Familie?\u201c und stiess auf grosses Interesse.<\/p>\n<p>Als Referentin und Referent f\u00fcr den Abend waren Hava Shala, bekannte Aktivistin, interkulturelle Vermittlerin und Beraterin an der Fachstelle Integration Winterthur, und Enver Osmani, P\u00e4dagoge und Soziologe aus Z\u00fcrich, geladen.<\/p>\n<p>Zu Beginn erkl\u00e4rte Enver Osmani grundlegend und aus soziologischer Sicht, welche Arten von Gewalt es in einer Gesellschaft geben kann. So gibt es etwa eine expressive, eine instrumentelle und eine personale Gewalt. Er sprach auch \u00fcber die Ursachen von Gewalt und die Folgen von Gewalt in der Familie, in der Schule und andernorts.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich sprach Osmani \u00fcber Gewalt von Jugendlichen in Schulen und im \u00f6ffentlichen Raum. Diese sei eine Erscheinung, die es auch fr\u00fcher schon gegeben habe, jedoch nicht wie im jetzigen Ausmass, wo sie in den Medien und den betreffenden Institutionen zu einem Diskussionsthema geworden sei.<\/p>\n<p> <strong>Gewalt unter Jugendlichen ist f\u00fcr diese \u201eein Kommunikationsmittel\u201c<\/strong><\/p>\n<p> Gewalt unter Jugendlichen ist, wie Osmani ausf\u00fchrte, \u201eein Trend und dient als modernes Kommunikationsmittel\u201c. Er ging anschliessend auf die verschiedenen Methoden zur Pr\u00e4vention von Jugendgewalt und auf den Umgang mit dieser durch Eltern wie auch Unterrichtende in den Schulen und anderen Institutionen ein.<\/p>\n<p>Hava Shala mit ihrer langj\u00e4hrigen Erfahrung als Beraterin er\u00f6ffnete ihren Beitrag mit der Frage: \u201eWann wird Gewalt als Gewalt und wann wird Gewalt nicht als Gewalt bezeichnet?\u201c Sie brachte dazu viele konkrete Beispiele aus Kosova und aus der Schweiz. Sie verglich die Ansichten miteinander, je nachdem welche Faktoren sie als Ursache f\u00fcr ein solches Verhalten beziehungsweise solche Gewalt bezeichnen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Shala tragen alle Menschen Belastungen und Erfahrungen des Lebens mit sich. \u201eDiese kann man sich vorstellen wie eine Tasche voller Codes, Regeln, Erfahrungen, famili\u00e4rer und gesellschaftlicher Erziehung, die direkt auf unser Verhalten im Alltag einwirken. Die im Lauf des Lebens erlebte Gewalt, sei sie physischer, psychischer, emotionaler, ethnischer, sozialer oder geschlechtlicher Natur, ist unter Umst\u00e4nden ein Faktor, der auf unser Verhalten einwirkt, denn sie ist Modell und Norm, mit welchen wir erzogen wurden und aufwuchsen, und ein anderes Modell kennen wir nicht. Es sind Modelle, die oft in Widerspruch geraten mit den Lebens- und Gesellschaftsmodellen der L\u00e4nder, in welche wir auswanderten und in welchen wir heute leben\u201c, sagte Hava Shala. <\/p>\n<p> <strong>Albanische Jugendliche erhalten sehr wenig Unterst\u00fctzung von ihren Eltern<\/strong><\/p>\n<p> Sie begr\u00fcndete die Gewalt von Jugendlichen und \u201ederen Schuld\u201c f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen mit den vielf\u00e4ltigen Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, wie dem Erfolgsdruck und den hohen Anforderungen an sie, sowie mit verminderten Ressourcen, fehlenden Perspektiven und geringer Unterst\u00fctzung durch die Eltern. Die Kinder albanischer und anderer Familien ausl\u00e4ndischer Herkunft nutzen die M\u00f6glichkeiten, die ihnen die Schule und andere schweizerische Einrichtungen bieten &#8211; wie Kindergarten, Spielgruppe, Informationsabende im BIZ etc. &#8211; sehr wenig. Dies bewirkt bei albanischen Kindern nach Ansicht der Referentin ein Gef\u00fchl der Ungleichheit und Minderwertigkeit gegen\u00fcber schweizerischen Kindern, deren Familien diese Angebote ausgiebig nutzen.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen den Generationen und die unterschiedliche Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit hier in der Schweiz f\u00fchren oft zu Auseinandersetzungen in den Familien und zu Widerspr\u00fcchen zwischen Kindern und Eltern. Letztere kamen einzig mit der Absicht in die Schweiz, hier zu arbeiten und dann zur\u00fcckzukehren. Doch nun sind sie immer noch hier und sehen sich unerwarteten Herausforderungen gegen\u00fcber. Zu deren \u00dcberwindung brauchen sie Hilfe, die zu suchen bei den entsprechenden Einrichtungen sie nicht z\u00f6gern sollten, sagte Hava Shala abschliessend.<\/p>\n<p>Die Anwesenden hatten Gelegenheit, den beiden Referenten Fragen zu stellen und Themen vorzuschlagen, die ihre albanischsprachigen Landsleute in der Schweiz besch\u00e4ftigen und die nach M\u00f6glichkeit n\u00e4chstes Jahr in der Veranstaltungsreihe des Vereins Parandalo aufgegriffen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>An der Diskussion beteiligten sich auch die Vizekonsulin der Republik Kosova in Bern, Ajmane Veseli, der Aktivist und Gewerkschafter Osman Osmani und andere.<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Teilnahme und ihr Engagement in der Diskussion dankte&nbsp; Valdete Hoti, Pr\u00e4sidentin von Parandalo, allen Anwesenden. Sie forderte das Publikum auf, sich zu den Themen zu engagieren, die den Verein und die Bev\u00f6lkerung albanischsprachiger Herkunft allgemein besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p> Vjollca Popova &nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Thema \u201eUnter welchen gesellschaftlichen Bedingungen entsteht Gewalt bei Jugendlichen und in der Familie?\u201c referierten Hava Shala und Enver Osmani<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":48363,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1188,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64639","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-shkurt-ch-de","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64639"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64639\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64639"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64639"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}