{"id":64651,"date":"2013-12-06T09:46:55","date_gmt":"2013-12-06T08:46:55","guid":{"rendered":""},"modified":"2013-12-13T15:30:03","modified_gmt":"2013-12-13T13:30:03","slug":"bosnien-appelliert-an-die-diaspora-in-der-alten-heimat-zu-investieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/bosnien-appelliert-an-die-diaspora-in-der-alten-heimat-zu-investieren\/","title":{"rendered":"Bosnien appelliert an die Diaspora, in der alten Heimat zu investieren"},"content":{"rendered":"<p>Bosnien und Herzegowina als Staat mit fragiler territorialer Integrit\u00e4t und einer Wirtschaft in Transition kann noch nicht als eine Erfolgsgeschichte pr\u00e4sentiert werden, was ausl\u00e4ndische Investitionen angeht.<\/p>\n<p>Dies zeigte sich auch am Montag im Forum &#8220;Investitionen und Handel in und mit Bosnien und Herzegowina&#8221;, das in Z\u00fcrich unter der Leitung der Z\u00fcrcher Handelskammer f\u00fcr Zentraleuropa (SEC) stattfand.<\/p>\n<p>An der Veranstaltung nahmen der Schweizer Botschafter in Bosnien, Andr\u00e9 Schaller, sein bosnischer Amtskollege in der Schweiz, Boro Bonza, schweizerische und bosnische Investoren aus der Schweiz, Vertreter ausl\u00e4ndischer Banken in Bosnien u.a. teil.<\/p>\n<p>Die Schweiz und Bosnien und Herzegowina pflegen sehr gute Beziehungen untereinander, hiess es am Forum. Diese Beziehungen entstanden haupts\u00e4chlich w\u00e4hrend der Zeit des Krieges in den 90er-Jahren, als die Schweiz viele bosnische Fl\u00fcchtlinge aufnahm und sp\u00e4ter, als sie einen grossen Beitrag zum Wiederaufbau des Landes leistete. In gewissem Umfang besteht diese Hilfe auch heute noch.<\/p>\n<p>Botschafter Schaller berichtete in allgemeiner Form \u00fcber die schweizerische Unterst\u00fctzung f\u00fcr Bosnien. Angesichts der interethnischen Probleme Bosniens sagte er, dass die Schweizer Hilfe in Bosnien gleichzeitig ein Versuch zur Vers\u00f6hnung und zum Aufbau von Beziehungen zwischen den dortigen Bev\u00f6lkerungsgruppen gewesen sei. Er illustrierte dies anhand des Baus einer Wasserleitung im Grenzgebiet zweier Gemeinden und zweier Bev\u00f6lkerungsgruppen. &#8220;Das verpflichtet die Bosniaken und die Serben Bosniens, zusammenzuarbeiten und gemeinsame Verantwortung zu \u00fcbernehmen&#8221;, sagte er.<\/p>\n<p><strong>&#8220;Z\u00e4hlt nie auf die Unterst\u00fctzung, die euch lokale Politiker versprechen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Doch die schweizerischen Investitionen (wie auch jene anderer Staaten) in Bosnien sind nicht so hoch wie gew\u00fcnscht und erwartet. Es seien die Angeh\u00f6rigen der bosnischen Diaspora in der Schweiz, die die bedeutendsten Investitionen in ihrer alten Heimat get\u00e4tigt h\u00e4tten, sagte er, und erw\u00e4hnte einige erfolgreiche schweizerisch-bosnische Investitionen. Die Textilfabrik &#8220;Bontex&#8221;in Maglaj, die rund 300 Personen besch\u00e4ftigt und unter anderem Konfektion produziert, die auch in der Schweiz verkauft wird, ist nur eines der Beispiele.<\/p>\n<p>In der Schweiz lebt eine Gemeinschaft von etwa 70&#8217;000 gut integrierten Bosnierinnen und Bosniern, sagte der Botschafter. Er rief diese Diaspora dazu auf, nicht nur Kapital zu geben, sondern auch Berufskenntnisse und Erfahrungen mit der Arbeitskultur in der Schweiz weiterzugeben.<\/p>\n<p>Einen interessanten Auftritt am Forum hatte der Besitzer der Firma f\u00fcr Fenster- und Fassadenproduktion &#8220;Juwal Group&#8221;, der Schweizer Ralph Junker. &#8220;Z\u00e4hlt nie auf die Unterst\u00fctzung, die euch lokale Politiker versprechen&#8221;, &#8220;Lasst eure Firma nie alleine ohne eure Anwesenheit im Land zur\u00fcck&#8221;, oder &#8220;Ihr m\u00fcsst immer daran denken: Ihr seid G\u00e4ste in einem fremden Land&#8221; waren einige seiner Ratschl\u00e4ge.<\/p>\n<p>Doch neben all diesen Hindernissen erw\u00e4hnte Junker auch die positiven Seiten seiner Investitionen in Bosnien. Andernfalls w\u00fcrde er dort nicht weiterarbeiten, gab er zu bedenken. So erw\u00e4hnte er: &#8220;Anders als es die verbreitete Meinung will, verbringen die bosnischen M\u00e4nner ihre Zeit nicht nur in den Caf\u00e9s, sondern auch an der Arbeit. Die Arbeiter haben ein zufriedenstellendes technisches Berufsniveau. Die Arbeitskraft ist billig.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Bosnien und Kosova: Unterschiede und \u00c4hnlichkeiten<\/strong><\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche \u00dcbersicht \u00fcber das Bankenwesen in Bosnien machte der Chef der Raiffeisenbank aus Wien, Michael M\u00fcller. Er sagte, Bosnien habe ein solides Banksystem, das sich zu \u00fcber 90 Prozent in ausl\u00e4ndischen H\u00e4nden befinde. Allein die Raiffeisenbank hat 92 Filialen und 1550 Angestellte.<\/p>\n<p>Max Steiner, Vertreter der Z\u00fcrcher Handelskammer f\u00fcr Zentraleuropa, SEC, die das Forum organisiert hatte, sprach auf Bitte von albinfo.ch \u00fcber die \u00c4hnlichkeiten und Unterschiede zwischen Kosovo und Bosnien hinsichtlich ausl\u00e4ndischer Investitionen bzw. Investitionen aus der jeweiligen Diaspora.<\/p>\n<p>&#8220;Beginnen wir mit dem Positiven. Gemeinsam ist den beiden Staaten, dass sie eine grosse und starke Diaspora haben. Beide haben grosses Potenzial hinsichtlich Personal, haben vergleichsweise stabile Regierungen und offerieren niedrige Produktionskosten&#8221;, sagte Steiner. Doch sowohl Bosnien wie auch Kosova litten unter mehreren \u00e4hnlichen Problemen, f\u00fcgte er hinzu. &#8220;In beiden L\u00e4ndern haben wir ein politisches Problem, die territoriale Gliederung, wobei dieses Problem in Bosnien st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Wie wir es heute auch bei den Ausf\u00fchrungen der Bankenvertreter gesehen haben, gibt es im Fall von Bosnien Schwierigkeiten hinsichtlich der Durchsetzung der Gesetze im ganzen Gebiet. Es gibt immer wieder Gesetze, die im einen oder im andern Landesteil nicht ausgef\u00fchrt werden. Und wir haben hier auch ein Imageproblem, dies ist ein Kosovo und Bosnien gemeinsames Problem. An der Verbesserung dieses Image arbeiten auch wir als Handelskammer, doch auch ihr bei <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a> wie auch die Diaspora&#8221;, schloss Steiner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Z\u00fcrich veranstaltete die Handelskammer SEC das Forum &#8220;Investitionen und Handel in und mit Bosnien und Herzegowina&#8221;<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":48586,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1188,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64651","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-shkurt-ch-de","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64651","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64651"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64651\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/48586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64651"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64651"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64651"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64651"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64651"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}