{"id":64729,"date":"2014-02-11T08:35:34","date_gmt":"2014-02-11T07:35:34","guid":{"rendered":""},"modified":"2015-02-16T15:54:53","modified_gmt":"2015-02-16T14:54:53","slug":"arbeiten-ohne-unterlass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/arbeiten-ohne-unterlass\/","title":{"rendered":"Arbeiten ohne Unterlass"},"content":{"rendered":"<p>Fehmi Sabedini (46) von Luzern lebt seit 25 Jahren in der Schweiz und seit ebenso langer Zeit arbeitet er in der gleichen Baufirma. Sabedini geht jeden Tag nach Beendigung der ordentlichen Arbeit auf dem Bau und nachdem er sich zu Hause etwas ausgeruht hat um ungef\u00e4hr sechs Uhr abends in sein B\u00fcro, das sich in der N\u00e4he seiner Wohnung befindet, und macht sich an die Arbeit in seinem Reiseb\u00fcro, wo er Flugbillets verkauft.<\/p>\n<p>Wie schwierig es ist, zwei Arbeitsstellen innezuhaben, erz\u00e4hlt Ramadan Sabedini gleich selbst: &#8220;Nat\u00fcrlich macht es dich m\u00fcde, wenn du zwei Stellen hast, das ist klar, aber jede Arbeit, die dich interessiert und von der du einen Gewinn hast, machst du gerne und du vergisst die ganze M\u00fcdigkeit. Dieses Reiseb\u00fcro habe ich vor sechs Jahren er\u00f6ffnet, Arbeit gibt es, aber freie Zeit habe ich sehr wenig, vor allem an den Wochenenden bin ich sehr besch\u00e4ftigt.&#8221;<\/p>\n<p>Der 46-J\u00e4hrige, der urspr\u00fcnglich aus Gjilan kommt, sagt zudem, dass es auch die Unterst\u00fctzung der Familie brauche und die Arbeitsbedingungen stimmen m\u00fcssen, um der Arbeit an zwei Stellen nachgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8220;Ich arbeite den ganzen Tag auf dem Bau, doch bei meiner zweiten Arbeit hilft mir auch mein Sohn ab und zu, und mein Gl\u00fcck ist es, dass ich das B\u00fcro hier in der N\u00e4he der Wohnung habe&#8221;, sagt Sabedini.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel, wie jemand zwei Arbeiten nachgeht, zeigt uns Ramadan Robelli aus St. Gallen, der Gleisarbeiter ist und meistens Nachtschicht arbeitet.<\/p>\n<p>&#8220;Als ich diese Wohnung erhielt, wo wir jetzt Mieter sind, nahm ich auch die Arbeit als Hauswart an. Ich bin verantwortlich f\u00fcr den Unterhalt von zwei Bl\u00f6cken mit 28 Wohnungen. Es gibt wirklich viel zu tun, um dieser ganzen Verantwortung nachzukommen. Ich arbeite auf den Bahngleisen, doch auch die Hauswartarbeit mache ich leidenschaftlich gern. Die gr\u00fcne Umgebung gef\u00e4llt mir, und wenn ich in der Natur arbeite, ist es f\u00fcr mich auch einfach Entspannung&#8221;, sagt Robelli.<\/p>\n<p>Er sagt, er habe ein klares Ziel, f\u00fcr das er an zwei Arbeitsstellen arbeite.<\/p>\n<p>&#8220;Ich wollte, dass meine Kinder in meinem Haus und in der Kultur meiner Familie aufwachsen und erzogen werden, und nicht dass ich sie von einer Krippe zur andern bringen muss. Lieber arbeite ich an zwei Stellen, und meine Frau soll Zeit haben, selber f\u00fcr die Kinder zu schauen. Das andere Ziel, f\u00fcr welches ich an zwei Stellen arbeite, hat damit zu tun, dass ich meinen Vater und meinen Bruder in Kosova habe, und wenn ich ihnen dort nicht helfe, ist es f\u00fcr sie sehr schwer, nur mit einem dortigen Lohn zu leben&#8221;, sagt Robelli.<\/p>\n<p>Nicht allen ist es m\u00f6glich, einen Arbeitsplatz zu finden, geschweige denn, dass sie gleich an zwei Arbeitsstellen einem Erwerb nachgehen k\u00f6nnten, und am schwierigsten ist es f\u00fcr jene, die gerade erst in die Schweiz gekommen sind und sich noch nicht auf dem Arbeitsmarkt zurechtfinden.<\/p>\n<p>Einer von ihnen ist Agron Xhymshiti aus dem Kanton Z\u00fcrich. Er erz\u00e4hlt: &#8220;Ich bin schon seit zwei Jahren in der Schweiz, doch gelang es mir bisher nicht, eine feste Stelle zu finden. Ich weiss nicht, wie die Situation war, bevor ich zum Arbeiten in die Schweiz kam, doch zur Zeit kann ich keine Arbeit finden, obwohl ich st\u00e4ndig am Suchen bin. Ich gehe in einen Deutschkurs, um besser Deutsch sprechen zu k\u00f6nnen, denn ohne Sprache besteht keine Chance auf Arbeit.&#8221;<\/p>\n<p>Trotzdem ist die Schweizer Wirtschaft eine der stabilsten auf der Welt. Ihre langfristige Politik der W\u00e4hrungssicherheit und politischen Stabilit\u00e4t bewirkte, dass die Schweiz ein sicherer Hort f\u00fcr Investoren ist, woraus eine Wirtschaft entstand, die von einem andauernden Nachschub ausl\u00e4ndischer Investitionen abh\u00e4ngig ist. Wegen der Kleinheit des Landes und der hohen Arbeitsspezialisierung sind Industrie und Handel die Schl\u00fcssel der wirtschaftlichen Existenz der Schweiz. Die Schweiz hat eines der h\u00f6chsten Prokopfeinkommen der Welt, und eine der niedrigsten Arbeitslosigkeitsraten sowie ein ausgeglichenes Budget.<\/p>\n<p>Zu arbeiten ist eine menschliche Pflicht in der Welt, in der wir leben, um f\u00fcr unsere Nachkommen eine bessere Zukunft zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verglichen mit den Nachbarl\u00e4ndern und anderswo geht es zwar nicht um einen grossen Prozentsatz, doch trotzdem l\u00e4sst sich sagen, dass es der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz offensichtlich nicht schwer f\u00e4llt, Arbeit zu finden. Und nicht nur einfach zu arbeiten, sondern viele von ihnen arbeiten gar an zwei Stellen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":74910,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64729","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64729","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64729"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64729\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64729"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64729"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64729"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64729"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64729"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}