{"id":64740,"date":"2014-02-18T09:54:30","date_gmt":"2014-02-18T08:54:30","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-02-19T16:32:06","modified_gmt":"2014-02-19T14:32:06","slug":"die-beziehungen-zwischen-kosova-und-der-schweiz-gehen-uber-den-fussball-hinaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/die-beziehungen-zwischen-kosova-und-der-schweiz-gehen-uber-den-fussball-hinaus\/","title":{"rendered":"Die Beziehungen zwischen Kosova und der Schweiz gehen \u00fcber den Fussball hinaus"},"content":{"rendered":"<p>Die Erfolge der albanischen Fussballspieler in der Schweizer Nationalmannschaft sind weiterhin das Stichwort, wenn von der erfolgreichen Integration der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz die Rede ist. Auch der Botschafter Kosovos in Bern, Naim Malaj, bezog sich auf dieses Beispiel in seiner Begr\u00fcssungsrede am gestrigen Empfang im Hotel Palace in Bern zu Ehren des kosovarischen Nationalfeiertags, dem 17. Februar.<\/p>\n<p>&#8220;Mehr als die H\u00e4lfte der Schweizer Mannschaft sind junge M\u00e4nner&nbsp; albanischen Ursprungs, und&nbsp; sie sind ausserdem die Besten unter den Besten &#8230;&#8221;, sagte der Botschafter, um weiter zu erkl\u00e4ren: &#8220;Die Kosovaren der Schweiz oder die Schweizer Kosovas freuen sich \u00fcber die Resultate der helvetischen Nationalmannschaft.&#8221; Kosova, dem&nbsp; (aus politischen Gr\u00fcnden) eine Teilnahme an solchen Meisterschaften nicht m\u00f6glich ist, wird laut ihm in Brasilien indirekt vertreten sein, n\u00e4mlich durch die Schweiz.<\/p>\n<p>Doch es sind nicht nur die Fussballer, die mit den Schweizerinnen und Schweizern gemeinsame Werte teilen. &#8220;Viele Vereine wie albinfo.ch, das ISEAL, die UPA, der LAPSH, der Rat der Albanerinnen und Albaner in der Schweiz, etc. tragen dazu bei&#8221;, sagte Botschafter Malaj unter anderem.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp; An dem Empfang nahmen viele in der Schweiz akkreditierte Botschafterinnen aus verschiedenen L\u00e4ndern&nbsp; und hohe Beamte der Schweizer Beh\u00f6rden teil. Aus Kosovo waren der Minister f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung, Fadil Ismajli, der Parlamentsabgeordnete Elmi Re\u00e7ica und andere gekommen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Unter den Botschaftern am Empfang in Bern war auch jener der Dominikanischen Republik, Juan Alcantara. Gerne zeigte er sich zu einem Gespr\u00e4ch mit <span style=\"text-decoration: underline;\">albinfo.ch<\/span> bereit. &#8220;Die Dominikanische Republik war der erste Staat, der Kosova als unabh\u00e4ngigen Staat anerkannte,&#8221; waren Alcantaras Worte, mit welchen er sich stolz an uns richtete. Auf die Bitte, nun, sechs Jahre nach der Unabh\u00e4ngigkeit, noch etwas mehr \u00fcber Kosova zu sagen, f\u00fcgte er hinzu: &#8220;Wir sind sehr zufrieden, dass wir dieses wunderbare Land Kosova als Staat anerkannt haben und ich denke, es hat nicht wenige Fortschritte gemacht. Ich denke nicht, dass es vor un\u00fcberwindlichen Problemen steht und ich gratuliere Ihrem Staat zum Jahrestag der Unabh\u00e4ngigkeit und hoffe, ihn eines Tages zu besuchen&#8221;, schloss der dominikanische Botschafter.<\/p>\n<p>Der Kosovokenner Rolf Debrunner war vor einigen Jahren der Promotor f\u00fcr die Installation einer steinernen Tafel zum Zeichen des Dankes der Kosovaren an die Schweiz am Z\u00fcrcher Paradeplatz mit der Inschrift &#8220;Danke Schweiz&#8221;. &#8220;Ich werte die Tatsache sehr hoch, dass die junge kosovarische Generation immer mehr Raum einnimmt im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben der Schweiz&#8221;, sagte Debrunner. Betreffend der Lage in Kosovo selbst meinte er, dass das Land immer noch auf der Suche nach Stabilit\u00e4t sei. &#8220;Es ist sch\u00f6n festzustellen, dass Kosovo nach westlichen Werten orientiert arbeitet, doch ist zu sagen, dass es immer noch viel zu tun gibt. Leider suchen viele ausgebildete Leute Kosovos ein besseres Leben in den westlichen L\u00e4ndern. Es muss deshalb darauf hin gearbeitet werden, dass die Hirne wieder zur\u00fcckkehren, um in Kosovo etwas beizutragen&#8221;, schloss Debrunner.<\/p>\n<p>Am Empfang in Bern anwesend war auch der bekannte albanische Herzchirurg aus Tetova, Omer Xhemajli, bekannt daf\u00fcr, als erster albanischer Arzt eine Herztransplantation durchgef\u00fchrt zu haben. Dr. Xhemajli arbeitet in einem Z\u00fcrcher Spital. Er sagte, Kosova feiere seinen sechsten Jahrestag mit guten Erfolgen im Aufbau des Landes.<\/p>\n<p>&#8220;Wenn wir uns die Belagerung, in der es sich befindet, vor Augen halten, und die Mittel, die es zur Verf\u00fcgung hat sowie die Bedingungen, die ihm auferlegt werden, hat Kosovo grosse Fortschritte gemacht. Wir Albaner, die Staatsb\u00fcrger Makedoniens sind, schauen mit Bewunderung auf das, was Kosovo erreicht hat, und w\u00fcnschen uns, auch so weit zu kommen&#8221;, sagte Dr. Xhemajli zu <span style=\"text-decoration: underline;\">albinfo.ch<\/span>.<\/p>\n<p>Der Politologieprofessor an der Universit\u00e4t Prishtina, Afrim Hoti, befand sich in Bern in seiner Eigenschaft als Berater des Ministers f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung Kosovas. Laut Hoti stellt allein die Tatsache, dass der sechste Jahrestag von Kosovas Unabh\u00e4ngigkeit in einer kosovarischen Botschaft gefeiert wird, einen nicht unbedeutenden Erfolg dar. Doch diese sechs Jahre beinhalten eine Periode der ausserordentlichen M\u00f6glichkeiten und der bescheidenen Ergebnisse, sagte er. Hier m\u00fcssen objektive Hindernisse erw\u00e4hnt werden, vor allem der Widerstand, der der Unabh\u00e4ngigkeit des Landes erw\u00e4chst. Gem\u00e4ss Professor Hoti sind die Probleme Kosovas vor allem die Probleme einer Gesellschaft in Transition. Doch habe Kosova zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten, denke man an den Weg, den es in Richtung Staatlichkeit verfolgte, schloss Afrim Hoti.<\/p>\n<p>Der junge Anwalt Jeton Kryeziu, Pr\u00e4sident des Rats der Albanerinnen und Albaner der Schweiz, teilt diesen Optimismus nicht. Seiner Ansicht nach h\u00e4tte Kosovo, da es schon seit sechs Jahren ein Staat ist, mehr erreichen k\u00f6nnen, als was es effektiv erreicht hat. Kritisch sieht er vor allem die Geringsch\u00e4tzung der Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes von Seiten der kosovarischen Beh\u00f6rden selbst. Zuzulassen, dass ausl\u00e4ndische Dienste in Kosovo Untersuchungen durchf\u00fchren, ist laut Kryeziu ein Zeichen f\u00fcr diese Geringsch\u00e4tzung. Gleichermassen unverantwortlich zeigten sich seiner Meinung nach die kosovarischen Beh\u00f6rden auch, was die Aufhebung des Sozialversicherungsabkommens in Bezug auf Kosovo durch die Schweiz angeht. Ein weiteres Scheitern sieht er darin, dass der Diaspora nicht der verdiente Platz einger\u00e4umt wird. &#8220;Seit wie vielen Jahren wird jetzt schon davon gesprochen, im Parlament einen oder mehrere Sitze f\u00fcr Abgeordnete der Diaspora freizuhalten, doch immer noch gibt es gar nichts in dieser Richtung.&#8221; Einige Erfolge wurden, wie Kryeziu sagt, in der Wirtschaft erzielt, beziehungsweise im Aufbau und der Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen. Doch im Ganzen, schliesst er, hat Kosova noch viel zu tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Empfang in der kosovarischen Botschaft in Bern zur Feier des Unabh\u00e4ngigkeitstags nahmen zahlreiche in der Schweiz akkreditierte Botschafter und schweizerische und kosovarische Staatsbeamtinnen teil<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":49871,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1130,1129],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64740","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-ch-balkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64740"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64740\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/49871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64740"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64740"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}