{"id":64767,"date":"2014-03-06T08:45:02","date_gmt":"2014-03-06T07:45:02","guid":{"rendered":""},"modified":"2016-01-31T19:07:19","modified_gmt":"2016-01-31T18:07:19","slug":"granit-xhaka-zuhause-bin-ich-sowohl-in-der-schweiz-wie-in-kosova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/granit-xhaka-zuhause-bin-ich-sowohl-in-der-schweiz-wie-in-kosova\/","title":{"rendered":"Granit Xhaka: Zuhause bin ich sowohl in der Schweiz wie in Kosova"},"content":{"rendered":"<p>Wir trafen Granit in dem\u00a0 St. Galler Hotel, wo sich die Schweizer Nationalmannschaft am Abend vor dem Testspiel gegen Kroatien versammelte. Albinfo.ch konnte bei dieser Gelegenheit ein Exklusivinterview mit Granit Xhaka machen, der zum engen Kreis der besten unter den allgemein guten albanischen Fussballerspielern geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Doch Granit zeichnen nicht nur meisterliches Spiel und Technik im Fussball aus. Er blieb trotz aller Ber\u00fchmtheit, die er erlangte, mit beiden F\u00fcssen am Boden. Dies zeigte sich im Gespr\u00e4ch mit ihm, aber auch in der Spontaneit\u00e4t, mit welcher er seinen Fans begegnet. Eine Gruppe von f\u00fcnf bis sechs Teenagern, haupts\u00e4chlich Albaner, wichen ihm nicht von der Seite, sprachen mit ihm, liessen sich Autogramme geben und mit ihrem Idol fotografieren. Sie waren gleichfalls Fussballspieler, die f\u00fcr die U-15 St. Gallen spielten, und in Xhaka sahen sie die Verk\u00f6rperung dessen, was sie sp\u00e4ter werden wollten.<\/p>\n<p>Im seinem Interview f\u00fcr <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a> sprach der hervorragende Fussballstar Granit Xhaka \u00fcber sein Verh\u00e4ltnis zu Kosova, \u00fcber den Dank, den er und die andern albanischsprachigen Fussballer f\u00fcr die Schweiz empfinden, \u00fcber seine aktuelle Form, \u00fcber die kosovarische Nationalmannschaft, etc.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Sie haben sich bei mehreren Gelegenheiten vehement zu der von verschiedenen Kreisen in Kosovo und Albanien\u00a0laut gewordenen\u00a0Kritik \u00fcber Ihren Entscheid, f\u00fcr die Schweiz und nicht f\u00fcr Albanien zu spielen, ge\u00e4ussert. Wie f\u00fchlt sich ein Junger wie Sie in diesem Spannungsfeld, zwischen zwei Feuern?<\/p>\n<p><strong>Granit Xhaka:<\/strong> Ich muss sagen, dass es vor allem w\u00e4hrend der Zeit, als wir gegen Albanien spielten, \u00fcberhaupt nicht leicht war, nicht nur f\u00fcr uns nicht, die albanischsprachigen Fussballer der Schweiz, sondern auch f\u00fcr unsere Familien nicht. In der Schweiz zu spielen und dann zu h\u00f6ren, wie du von 13&#8217;000 Albanern ausgepfiffen wirst, ist alles andere als ein gutes Gef\u00fchl. Doch jetzt, nachdem es Kosova erlaubt ist, im Rahmen der Fifa\u00a0Freundschaftsspiele zu spielen, fiel dieser Druck betr\u00e4chtlich, die Situation hat sich etwas beruhigt.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Doch wird jetzt nicht die Forderung laut, ihr solltet f\u00fcr Kosovo spielen?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> M\u00f6glich, doch f\u00fcr uns ist dies\u00a0zur Zeit kein Thema, da Kosova jetzt wie gesagt nur Freundschaftsspiele spielen kann, und wir k\u00f6nnen f\u00fcr Freundschaftsspiele nicht die Mannschaft wechseln, beziehungsweise wird uns das nicht erlaubt.<br \/>\nSomit ist es noch fr\u00fch, von Kosova zu sprechen. Ehrlich gesagt, niemand aus dem dortigen Verband kontaktierte uns, dies bestimmt auch, weil sie uns keine Schwierigkeiten bereiten wollten.<\/p>\n<p><strong>Wenn Kosovo in die Fifa aufgenommen wird, k\u00f6nnen wir uns den Entscheid neu \u00fcberlegen<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin der Schweiz dankbar f\u00fcr alles. Ich kam in diesem Land auf die Welt, ich ging hier zur Schule, lernte Fussball spielen und wurde zu demjenigen, der ich bin. Doch Kosova, mein Land, vergesse ich nie und ich bin ihm eng verbunden. Doch, wie ich schon sagte, ein Engagement f\u00fcr Kosova in dieser Phase ist kein Thema. Wenn Kosova als vollberechtigtes Mitglied in die Fifa aufgenommen wird, dann kann ich meine Position neu beurteilen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Bleiben wir beim Thema Nationalmannschaften. In der albanischsprachigen \u00d6ffentlichkeit ist weiterhin die Diskussion \u00fcber die Frage aktuell, ob die Albaner eine Nationalmannschaft haben sollen oder aber zwei, wie es heute der Fall ist: eine Albanien und eine Kosovo?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong>Es stimmt, dass wir eine Nation sind, aber wir haben zwei Staaten. Das ist die Realit\u00e4t. Da wir nun den Staat haben, Kosova, m\u00fcssen wir auch eine kosovarische Fussballnationalmannschaft stellen. Wir albanischsprachigen Spieler in der Schweizer Nationalmannschaft haben miteinander gesprochen und wir begr\u00fcssten den Entscheid, der kosovarischen Nationalmannschaft Freundschaftsspiele zu erlauben. So wird den Spielern aus Kosova eine Chance gegeben, die Isolation zu durchbrechen, mit ausl\u00e4ndischen Mannschaften zu spielen. Letztlich glaube ich, dass Kosova eine sehr gute Mannschaft haben wird.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Sie spielen bei Borussia M\u00f6nchen-Gladbach. Zu Beginn hatten Sie rund ein Jahr lang ernsthafte Probleme. Inzwischen haben Sie sich stabilisiert, fanden Ihren Platz dort. Wie w\u00fcrden Sie diese Krise und den Weg aus ihr hinaus beschreiben?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Das stimmt. Das erste Jahr in Gladbach war f\u00fcr mich nicht einfach. Die Erwartungen an mich waren sehr hoch, vor allem, weil mein Transfer 10 Millionen gekostet hatte. Das Publikum erwartete zuviel und ich befand mich unter Druck. Doch mit der Zeit konnte ich mich festigen; daf\u00fcr muss ich auch meinem Trainer danken, der mir die Chance dazu gab. Jetzt bin ich sehr gl\u00fccklich mit meiner Stellung innerhalb der Mannschaft.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Das bedeutet, dass Sie dort jetzt einen festen Platz gefunden haben?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Na ja, unser Trainer (der Schweizer Lucien Favre) sagt immer, es gebe f\u00fcr niemanden einen stabilen Platz, sondern du m\u00fcssest immer Einsatz und Willen zeigen, um deinen Platz zu verdienen und ihn zu halten.<\/p>\n<p>Unsere Mannschaft ist momentan auf Platz sieben. Wir begannen die Fr\u00fchlingssaison nicht sehr gut, wir haben drei Niederlagen und drei Unentschieden. Doch wir sind trotzdem in der oberen H\u00e4lfte der Tabelle, und es trennt uns nur ein Punkt davon, an der Europaliga teilzunehmen.<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In Deutschland: eine Woche bei Papa, eine Woche bei Mami<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Gibt es Albaner in eurer Mannschaft, in anderen, j\u00fcngeren Kategorien? Wie steht es allgemein mit albanischen Fussballspielern in Deutschland?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Es gibt hier einen sehr talentierten, 13-14-j\u00e4hrigen Albaner, der erfolgreich in der entsprechenden Kategorie spielt. Doch f\u00e4llt auf, dass sich in den verschiedenen Kategorien der deutschen Klubs insgesamt nicht so viele Albaner finden lassen wie in der Schweiz.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Liegt dies daran, dass dort auch die Konkurrenz st\u00e4rker ist, in der Bundesliga, nicht wahr?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Das ist mit ein Grund, aber nicht der einzige. Es ist auch in der Schweiz nicht leicht, voranzukommen, doch es gibt auch mehr Unterst\u00fctzung, und wir Albaner in der Schweiz sind am zahlreichsten als Ausl\u00e4nder.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wo f\u00fchlen Sie sich mehr zuhause: in der Schweiz oder in Deutschland, wo Sie seit zwei Jahren leben?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Nat\u00fcrlich f\u00fchle ich mich zuhause am wohlsten, und das ist in der Schweiz, da ich da geboren und aufgewachsen bin, da habe ich meine Familie. Doch in M\u00f6nchen-Gladbach, wo ich jetzt lebe, bin ich immer mit Mami oder Papa zusammen. Eine Woche lang bleibt mein Vater bei mir, und die n\u00e4chste Woche l\u00f6st ihn meine Mutter ab. Sie m\u00fcssen abwechseln, denn hier in Basel lebt auch mein Bruder, Taulant, der f\u00fcr den FC Basel spielt, und sie wollen auch mit ihm zusammensein. Und sobald ich zwei drei freie Tage habe, komme ich in die Schweiz, die Familie und die Freunde besuchen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wie ist Ihr Privatleben, Granit?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Nat\u00fcrlich habe auch ich ein Privatleben, aber ich \u00fcbertreibe es nicht. Sehr selten nur gehe ich in eine Diskothek, an eine Party oder so. Nur wenn ich etwa ein freies Wochenende habe, kommt es vor, dass ich an eine Party gehe.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Untereinander sprechen wir albanisch<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Ihr seid gew\u00f6hnlich f\u00fcnf bis sechs albanischsprachige Spieler, wenn sich die Schweizer Nationalmannschaft versammelt. Wie spricht ihr untereinander, wenn ihr zusammen seid?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Wir sprechen auf jeden Fall albanisch \u2026<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> \u2026 wegen Behrami, weil er nicht Deutsch kann?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Nein, Behrami spricht viele Sprachen, ausser albanisch spricht er auch englisch, franz\u00f6sisch und ein wenig Deutsch. Das heisst, wir sprechen nicht nur wegen ihm albanisch, sondern weil wir uns so wohler f\u00fchlen. Wir sitzen viel am gleichen Tisch zusammen.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Nehmen euch die andern das manchmal \u00fcbel?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Sie k\u00f6nnen es uns nicht \u00fcbelnehmen, da alle wissen, dass von uns sechs Albanern f\u00fcnf st\u00e4ndig standardm\u00e4ssig spielen (lacht).<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wer von euch ist der Lustigste?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong>\u00a0 Shaqiri, er ist derjenige von uns, der immer am meisten zu Sp\u00e4ssen aufgelegt ist. Aber auch wir andern stehen da nicht zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wer steht Ihnen von den albanischen Fussballerspielern am n\u00e4chsten?<br \/>\n<strong>G. Xhaka:<\/strong> Ich bin viel mit Xherdan zusammen. Letzte Woche war ich sogar bei ihm auf Besuch. Valon Behrami jedoch ist f\u00fcr uns alle ein Vorbild, weil er der \u00c4lteste ist, am meisten Erfahrung hat und f\u00fcr uns wie ein grosser Bruder ist.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Worin besteht der Unterschied zwischen der ersten deutschen Bundesliga und der Superliga der Schweiz? Welches sind Ihre Erfahrungen?<\/p>\n<p><strong>&#8211;\u00a0 Es ist nicht von Bedeutung, wenn du f\u00e4llst, wichtig ist, dass du wieder aufstehst<\/strong><\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Der Unterschied ist sehr gross. Vor allem in der k\u00f6rperlichen Form und der St\u00e4rke. Auch die Disziplin in Deutschland ist h\u00e4rter. In der Schweiz, als Beispiel, verzeihen sie dir, wenn du mal einen Fehler machst, auch den zweiten, und manchmal auch den dritten. In Deutschland jedoch nicht! Diese Strenge f\u00e4llt allen auf, die aus anderen Ligen nach Deutschland kommen. Deshalb bin ich \u00fcberzeugt, dass die Bundesliga die st\u00e4rkste Fussballliga der Welt ist.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Vielleicht hatten Sie auch aus diesem Grund anf\u00e4nglich Schwierigkeiten, nachdem Sie zum Spielen dorthin gewechselt hatten?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> M\u00f6glicherweise war es auch deswegen. Obwohl ich ungef\u00e4hr wusste, was f\u00fcr ein Unterschied bestand. Aber ich sage, du kannst hinfallen, wichtig aber ist, dass du wieder vom Boden aufstehst und weiter vorankommst. So machte ich es. Auch die Familie, die ich immer bei mir hatte, half mir darin, und vor allem mein Bruder, der auch ein bekannter Fussballer ist, Taulant.<\/p>\n<p><strong>Taulant ist der bessere Fussballspieler als ich!<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wie ist die Beziehung zu Ihrem Bruder? Ihr spieltet zusammen, dann wechselten Sie nach Deutschland und er blieb in der Schweiz. (Wir fragen Sie nicht, wer von euch der bessere ist!)<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Taulant ist der bessere Spieler als ich. Doch ich hatte mehr Gl\u00fcck. Zum Beispiel der damalige Trainer des FC Basel, Thorsten Fink,\u00a0 der hatte mich sehr gerne und gab mir mehr Chancen, und meinem Bruder weniger. Und dann schickten sie Taulant leihweise zu den Grasshoppers und jetzt kehrte er zur\u00fcck in den FC Basel, wo er Standard spielt. Das letzte Jahr bei den Grasshoppers tat ihm mental sehr gut. Der Unterschied zwischen mir und Taulant: Er ist im Spiel etwas angriffiger, w\u00e4hrend ich als eleganter auf dem Rasen gelte, als technisch besser. Im Alltag unterscheiden wir uns durch verschiedene Charaktere: Er ist ruhiger und verschlossener, ich hingegen bin fr\u00f6hlicher.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Ihr kommt urspr\u00fcnglich aus Kosovo, doch von welchem Ort\u00a0?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Unsere Verwandschaft lebt in Prishtina. Mein Vater kam aus Llap und meine Mutter aus Prishtina. Im Internet in der Wikipedia steht, dass ich in Gjilan geboren sei, doch das ist ein Fehler, von dem ich nicht weiss, wie er entstand.<\/p>\n<p><strong>Seit acht Jahren mache ich meine Ferien immer in Kosovo<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Geht ihr oft nach Kosova?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka: <\/strong>Nach Kosovo gehe ich jeden Winter und jeden Sommer. Tats\u00e4chlich mache ich seit acht Jahren nirgend anders als in Kosovo Ferien. Ich w\u00fcnsche nirgend anderswohin zu gehen. Kosovo gen\u00fcgt mir, dort sind meine Verwandten, die Grosseltern und die andern, deshalb verbringe\u00a0 ich die Zeit dort am Besten.<\/p>\n<p>Doch ich glaube, auch die Hilfe, die mein Bruder und ich gemeinsam schon mehrmals nach Kosova schickten, zeigt meine Bindung zu Kosova. Wir sandten verschiedene Fussballrequisiten von Nike. Wir halfen den Clubs Prishtina, Trep\u00e7a etc. Kommenden Sommer haben Taulant und ich ein Projekt, um jenen Kindern zu helfen, die ihre Eltern im Krieg verloren.<\/p>\n<p>Ich kann sagen, dass es auch unser Vater war, der diese Liebe zu Kosova in uns n\u00e4hrte. Er war in Kosova politisch Verurteilter, was auch der Grund war, weshalb er in die Schweiz kam. Hier kamen dann Taulant und ein Jahr sp\u00e4ter ich zur Welt.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Sie scheinen Kosovo sehr verbunden zu sein. Denken Sie, dass Sie eine kosovarische Frau heiraten werden?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Ja. Ich m\u00f6chte mich gerne mit einer Kosovarin verheiraten. So hoffe ich, schauen wir, das hat Zeit.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Wer ist Ihr Fussballidol?<\/p>\n<p><strong>&#8220;Mein Idol ist Zidane<\/strong>&#8221;<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Als Spieler war immer Zidane mein Idol gewesen, und er ist es auch heute noch. Unter anderem deshalb, weil er auf dem Rasen in der gleichen Position wie ich spielte.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Und von Messi und Ronaldo, welchen haben Sie lieber?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka: <\/strong>Ronaldo. Er gef\u00e4llt mir besser als Typ, doch ich denke, er ist auch der bessere Spieler.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Auch weil Sie ihm gleichen, nicht?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Auch deshalb (lacht).<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Was w\u00fcrden Sie den Jungen in der Schweiz raten, was m\u00fcssen diese tun, um erfolgreich zu sein?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> In erster Linie braucht es Gl\u00fcck und Gesundheit. Und dann musst du zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Fussballer werden ist nicht leicht, du brauchst auch viel Disziplin. Du musst aufpassen, mit wem du gehst, mit wem du die Zeit verbringst, und es braucht auch viel Training. Wir Ausl\u00e4nder brauchen immer mehr Training als die andern.<\/p>\n<p>Die meisten Jugendlichen heute machen eher weniger Sport. Ich habe den Eindruck, dass jene Zeit mit den leidenschaftlichen Fussballtalenten vorbei ist. Als Kind und Jugendlicher nahm ich den Fussball ernster. Niemand konnte mich vom Ball trennen, ich konnte nicht genug haben davon. Wir spielten viel Fussball auf der Strasse. Doch heute sehe ich sehr wenig Jugendiche, die auf der Strasse Fussball spielen. Sie haben es leichter, denn sie k\u00f6nnen uns als Vorbild f\u00fcr erfolgreiche Fussballspieler nehmen. Doch scheint es nicht, dass dem so w\u00e4re.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albino.ch\" target=\"_blank\">albino.ch<\/a>:<\/strong> Wo sind Sie, Granit, heute in der Schweizer Nationalmannschaft?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Trainer Hitzfeld brachte Ver\u00e4nderung in die Mannschaft, er schuf eine Verbindung zwischen den jungen und den alten Fussballspielern. Wir als Junge zeigten Mut und stellten eine gute Kombination mit den erfahrenen Spielern her, aber auch mit der ganzen Mannschaft. Ich denke, jetzt herrscht eine bessere Atmosph\u00e4re als damals, als die Spieler der \u00e4lteren Generation da waren.<\/p>\n<p>In der Schweizer Nationalmannschaft habe ich eine andere Rolle als in M\u00f6nchen-Gladbach. Hier bin ich St\u00fcrmer.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> F\u00fcr welchen grossen Klub w\u00fcrden Sie gerne spielen?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Ich liebe Bayern, aus vielen Gr\u00fcnden. Jetzt auch weil Xherdan dort ist und er mein Freund ist und wir gut miteinander auskommen. Von den andern Ligen gef\u00e4llt mir die englische.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a>:<\/strong> Was f\u00fcr eine Botschaft haben Sie f\u00fcr die Leserinnen und Leser von <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\" target=\"_blank\">albinfo.ch<\/a> ?<\/p>\n<p><strong>G. Xhaka:<\/strong> Sich in der Schweiz zu integrieren ist heutzutage nicht schwierig. Es braucht gegenseitige Achtung im und f\u00fcr das Land, in das wir auswanderten. Wir m\u00fcssen uns unbedingt dem Land anpassen, wo wir leben, doch nat\u00fcrlich dabei unsere Herkunftsidentit\u00e4t behalten. Immer wenn ich gefragt werde, sage ich, dass ich Albaner bin. Ich bin in der Schweiz auf die Welt gekommen, aber ethnisch bin ich Albaner. Wenn ich nach Kosovo gehe, respektiere ich ebenfalls die dortigen Gesetze, deshalb m\u00fcssen wir uns auch hier der Ordnung, in der wir leben, anpassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Gespr\u00e4ch mit albinfo.ch spricht der Fussballstar Granit Xhaka \u00fcber seine Beziehung zu Kosovo, seinen Dank an die Schweiz, und viele anderen Themen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":50254,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1133,1139],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64767","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-e-diaspora-de","category-sport"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64767","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64767"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64767\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50254"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64767"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64767"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64767"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64767"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64767"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}