{"id":64786,"date":"2014-03-20T08:44:42","date_gmt":"2014-03-20T07:44:42","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-03-31T10:26:38","modified_gmt":"2014-03-31T08:26:38","slug":"schweiz-steht-modell-fur-altersheime-in-kosova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/schweiz-steht-modell-fur-altersheime-in-kosova\/","title":{"rendered":"Schweiz steht Modell f\u00fcr Altersheime in Kosova"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Bewohner des Z\u00fcrcher Alterszentrums Doldertal f\u00fcr Menschen mit Demenz ist es die letzte Herberge im Leben. Die n\u00e4chste ist das Grab. Wenn diese Beschreibung auch d\u00fcster klingen mag, so ist das an Z\u00fcrichs malerischem Dolderberg gelegene Zentrum doch eines der fortschrittlichsten seiner Art in der Schweiz. F\u00fcr die 28 Bewohnerinnen sorgen rund um die Uhr 22 Angestellte. Die meisten der letzteren sind ausl\u00e4ndischer Herkunft, mindestens vier von ihnen albanischsprachig.<\/p>\n<p>Wie die jetzige Pflegedienstleiterin Bernadette Meier und der fr\u00fchere Pflegedienstleiter Fadil Kqiku erkl\u00e4ren, sind die Bedingungen in diesem Zentrum ideal f\u00fcr den Zustand, in welchem sich die Bewohner befinden. Diese ben\u00f6tigen ganzt\u00e4gige Pflege von Betreuenden, da ihr Zustand es ihnen verunm\u00f6glicht, selbst f\u00fcr sich zu schauen. Bis zu 16\u2018000 Franken kostet die ganze \u201ePension\u201c in diesem Zentrum. In den meisten F\u00e4llen zahlen die Betreuten oder ihre Angeh\u00f6rigen selbst, in einigen F\u00e4llen \u00fcbernimmt der Staat die Kosten.<\/p>\n<p>Bernadette Meier f\u00fchrt die kosovarische Delegation mit Diasporaminister Ibrahim Makolli, Mitrovicas Stadtpr\u00e4sidenten Agim Bahtiri und dem kosovarischen Konsul in Z\u00fcrich, Sali Sefa, durch die R\u00e4ume der Institution. Das Haus mit dem sch\u00f6nen Hof, der einen f\u00fcr einen Augenblick vergessen l\u00e4sst, dass seine Bewohner mehrheitlich kein Bewusstsein mehr f\u00fcr die sie umgebende Wirklichkeit haben, k\u00f6nnte ohne weiteres \u201eAltersgarten\u201c genannt werden. Wir gehen an den alten Frauen und M\u00e4nnern vor\u00fcber und sie schauen uns mit leeren Blicken an, ohne zu wissen, um was es geht.<\/p>\n<p>Die Delegation aus Kosova gewinnt bei diesem Besuch Erfahrungen, die sie eines Tages auch in die Altersheime in Kosova bringen m\u00f6chte, wo es bis jetzt sozusagen keine gibt. Die Notwendigkeit, in Mitrovica ein solches Heim in Betrieb zu nehmen und die Auseinandersetzung mit schweizerischen Erfahrungen brachten den Stadtpr\u00e4sidenten Mitrovicas und den Minister f\u00fcr Diasporafragen nach Z\u00fcrich.<\/p>\n<p><strong>Fruchtbare Treffen<\/strong><\/p>\n<p>\u201eIn Mitrovica haben wir ein vor ein paar Jahren als Altersheim errichtetes Geb\u00e4ude, das jedoch anderweitig genutzt wird. Dieses Geb\u00e4ude mit 22 Zimmern m\u00f6chten wir nun seiner vorgesehenen Funktion entsprechend in Betrieb nehmen. Wir brauchen dazu aber Hilfe, auch finanzielle, in erster Linie jedoch professionelle, aus dem Ausland beziehungsweise der Schweiz\u201c, sagt der Mitrovicer Stadtpr\u00e4sident Agim Bahtiri. Er betont, dass bei den Treffen mit dem Direktor der Z\u00fcrcher Pflegezentren, Kurt Meier, und dem Vizedirektor Ren\u00e9 Zaugg Unterst\u00fctzung in verschiedener Hinsicht versprochen wurde.<\/p>\n<p>\u201eDie besprochenen Optionen betrafen erstens die Adaption des Geb\u00e4udes an seine Funktion als Altersheim, und zweitens den Plan, unsere Betreuungspersonen zur Weiterbildung und beruflichen Qualifikation in die Schweiz schicken zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Bahtiri zu <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a>. Er versichert seinerseits, dass auf das Engagement der Gemeinde in dieser Sache stets Verlass sein werde.<\/p>\n<p>Der Konsul der Republik Kosovo in Z\u00fcrich, Sali Sefa, beurteilt die Zusammenk\u00fcnfte vom Dienstag als \u00e4usserst fruchtbar.<\/p>\n<p>\u201eEs war vor einigen Monaten, als ich von der Initiative unseres Landsmanns und Arztes Bahri Rexha und dem Gerontologen Christoph Held erfuhr. Ich unterst\u00fctzte sie nach Kr\u00e4ften. Die Initiative gilt der Anpassung des existierenden Geb\u00e4udes in Mitrovica als Altersheim, doch mehr Bedeutung f\u00fcr mich hat die im Projekt vorgesehene Ausbildung von Pflegefachleuten aus Kosova in entsprechenden Institutionen in der Schweiz\u201c, sagt der Konsul. \u201eHeute fand ein sehr entscheidender Schritt statt\u201c, f\u00fcgt er hinzu, \u201edenn der Direktor der Z\u00fcrcher Pflegezentren versprach die Aufnahme einer Gruppe von Medizintechnikern, um sie w\u00e4hrend eines halben bis ganzen Jahrs in der Schweiz beruflich weiterzubilden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Bald werden Kandidatinnen f\u00fcr die Weiterbildung in der Schweiz ausgew\u00e4hlt<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSie versprachen, sobald wie m\u00f6glich mit den zust\u00e4ndigen Bundesbeh\u00f6rden \u00fcber den Aufenthalt der f\u00fcr Weiterbildungszwecke aus Kosovo kommenden Personen und \u00fcber die n\u00f6tige Visaerteilung zu sprechen. Unser Konsulat, das eine Br\u00fcckenrolle zwischen den beiden L\u00e4ndern einnimmt, hat die Aufgabe, m\u00f6glichst schnell eine erste Gruppe f\u00fcr die Reise in die Schweiz vorzubereiten. Wir m\u00f6chten, dass die Kandidaten der ersten Gruppe wirklich gut ausgew\u00e4hlt werden und Deutsch k\u00f6nnen\u201c, sagte Sefa.<\/p>\n<p>Laut ihm gibt es in Kosova \u00fcber 6000 arbeitslose Gesundheitsfachleute mit Mittelschulbildung; allein in Mitrovica sind es 780. In der Schweiz andrerseits besteht ein Bedarf an 25\u2018000 Berufsleuten dieses Profils, was der Nachfrage letzterer entgegenkommt.<\/p>\n<p>\u201eKommt das geplante Abkommen zur Weiterbildung unserer Gesundheitsfachleute in der Schweiz zustande, dann kann ein Teil der Leute auch hier bleiben zum Arbeiten. Es gilt aber auch die Vorteile zu beachten, den diese Berufsleute nach Kosovo zur\u00fcckbringen werden. Wer hier selbst beruflich qualifiziert wird, gibt diese Qualifikationen auch an seine neuen Mitarbeiter in Kosovo weiter\u201c, unterstreicht Sefa.<\/p>\n<p>Auf der andern Seite sehen die Schweizer Partner in einer zweiten Planungsphase auch die M\u00f6glichkeit vor, dass in Kosova auch Altersheime f\u00fcr Schweizer Alte gebaut werden, die nach schweizerischen Standards, jedoch zu bestimmt viel niedrigeren <br \/> Kosten betreut w\u00fcrden\u201c, schliesst der kosovarische Konsul von Z\u00fcrich, Sali Sefa.<\/p>\n<p>Christoph Held, ausgewiesener Gerontologe mit langj\u00e4hriger Erfahrung in der Altenpflege und -betreuung, berichtet gegen\u00fcber <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a>, dass seine albanischen Freunde, insbesondere der Arzt Bahri Rexha, ausgehend von Erfahrungen in der Schweiz die Idee hatten, etwas \u00c4hnliches auch f\u00fcr Kosovo zu machen. \u201eIch schloss mich dieser Idee an und bin nun schon mehrmals in Kosovo gewesen. Mit zunehmender Alterung der Gesellschaft nimmt auch in Kosovo der Bedarf f\u00fcr Pflege und Betreuung der alten Menschen zu, doch in Kosovo fehlen, im Unterschied zur Schweiz, entsprechende Strukturen fast g\u00e4nzlich. Wir planen den Aufbau von Altersheimen in Kosovo nach schweizerischen Standards. In Kosovo w\u00fcrden solche Institutionen in erster Linie f\u00fcr die einheimische Bev\u00f6lkerung errichtet, doch wenn da mit der Zeit auch Schweizerinnen oder Kosovaren, die in der Schweiz gelebt haben, einz\u00f6gen, umso besser. Wir k\u00f6nnen aus der Schweiz die daf\u00fcr n\u00f6tige Kompetenz beitragen, eine Kompetenz, die von jenen, die bei uns ausgebildet werden, auch weitergegeben wird\u201c, erl\u00e4utert Held. \u201eDie finanzielle Seite stellt sicher ein Problem dar, doch wir werden&nbsp; diesbez\u00fcglich bem\u00fcht sein, uns mit privaten Partnern, Angeh\u00f6rigen der Alten und den lokalen Beh\u00f6rden zu verbinden. So hoffen wir unser Projekt voranzubringen. Es ist nicht ein Projekt, das irgendwo in Br\u00fcsseler B\u00fcros entstand, sondern eines, das sich aus der Basis entwickelte, bei den Kosovarinnen und Kosovaren, die in diesem Bereich in der Schweiz arbeiteten\u201c, schliesst Held.<\/p>\n<p>Blerim Shabani<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wichtiger als der Bau des Altersheims ist die Weiterbildung der Betreuungspersonen aus Kosovo in entsprechenden Heimen in der Schweiz, um hier gewonnene berufliche Kompetenzen weiterzugeben&#8221;<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":50514,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1130,1129],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64786","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-ch-balkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64786\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/50514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64786"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64786"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}