{"id":64832,"date":"2014-05-02T08:04:51","date_gmt":"2014-05-02T07:04:51","guid":{"rendered":""},"modified":"2015-02-16T14:55:52","modified_gmt":"2015-02-16T13:55:52","slug":"fruhlingskonzert-kleiner-musikantinnen-und-musikanten-in-malisheva-und-theranda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/fruhlingskonzert-kleiner-musikantinnen-und-musikanten-in-malisheva-und-theranda\/","title":{"rendered":"Fr\u00fchlingskonzert kleiner Musikantinnen und Musikanten  in Malisheva und Theranda"},"content":{"rendered":"<p>Stolz zeigten sie, was sie mit der Geigerin und Musiklehrerin Drita Dida gelernt hatten. Der von Drita Dida gegr\u00fcndete Verein \u201eBlueStars\u201c setzt sich zum Ziel, Kindern in Kosova \u2013 vor allem in l\u00e4ndlichen Gegenden &#8211; Musikunterricht zu erteilen. Der Unterricht in Malisheva ist von der Schweizerischen Eidgenossenschaft unterst\u00fctzt worden.<\/p>\n<p>Eines nach dem anderen h\u00fcpften die kleinen Musikantinnen und Musikanten auf die grosse B\u00fchne im Kulturzentrum von Malisheva, nannten mit fester Stimme ihren Vor- und Nachnamen und stellten sich neben die Klavierbegleiterin Jeta Dida Bujari. Je nach Alter, Fleiss und Begabung spielten sie auf der Geige oder auf dem Klavier ein kleines Lied, eine l\u00e4ngere Melodie oder ein klassisches St\u00fcck. Alle, von der Erstkl\u00e4sslerin zum F\u00fcnftkl\u00e4ssler, standen aufrecht und stolz auf der B\u00fchne, mit korrekter Bogen- und Handhaltung und bedankten sich f\u00fcr den Applaus des Publikums mit einer Verbeugung, bevor sie f\u00fcr den n\u00e4chsten Auftritt Platz machten.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert erhielten die Geigerinnen und Geiger von Malisheva ein \u201eBlueStar\u201c-Zertifikat, das ihnen best\u00e4tigt, dass sie das erste Unterrichtsniveau erreicht haben. Anschliessend fuhren die zwanzig GeigerInnen aus Malisheva und die PianistInnen aus Theranda zum zweiten Konzert nach Theranda.<\/p>\n<p><strong>Suche nach Sponsoren<\/strong><\/p>\n<p>Drita Dida hofft sehr, dass sie den Unterricht in den beiden Orten weiterf\u00fchren und m\u00f6glichst auf weitere D\u00f6rfer ausweiten kann. Auf dem Land haben die Kinder kaum M\u00f6glichkeiten, in ihrer Freizeit zus\u00e4tzlich zum Schulunterricht etwas zu lernen, und Musik kann ihnen neue Welten er\u00f6ffnen. \u201eDu h\u00e4ttest ihre leuchtenden Augen sehen sollen, als sie die Geigen bekamen und nach Hause mitnehmen durften,\u201c erz\u00e4hlte Drita Dida, als ich sie vor ein paar Wochen zur Musikstunde begleitete. Dort erlebte ich die Freude der Kinder am Geigenspiel und ihre Ernsthaftigkeit beim Lernen.<\/p>\n<p>Von etwa hundert Kindern, die sich in Malisheva letzten Herbst gemeldet hatten, hatte Drita Dida f\u00fcr den Unterricht zwanzig ausgew\u00e4hlt, die beim Gesangstest ein gutes Gef\u00fchl f\u00fcr Rhythmus und Melodie zeigten. Seit vergangenem September erhalten sie nun zweimal pro Woche in kleinen Gruppen Unterricht, und zu Hause sollen sie t\u00e4glich \u00fcben. Die Geigenstunden sind gratis. Bisher wurden die Kosten von der Schweizerischen Eidgenossenschaft \u00fcbernommen; nun sucht Drita Dida weitere Sponsoren. Einfach sei dies nicht, erkl\u00e4rt sie, denn der Nutzen von Musikunterricht f\u00fcr diese Kinder sei nicht f\u00fcr jedermann offensichtlich. Musik sei aber mehr als ein Freizeitvergn\u00fcgen, sie sei eine Lebensschule und wichtig f\u00fcr die Seele.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnfzig Geigen f\u00fcr Kosova<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschichte, wie die Geigerin Drita Dida zur Musiklehrerin f\u00fcr diese Kinder wurde, t\u00f6nt wie ein M\u00e4rchen. Sie kehrte 2011 nach zehn Jahren Aufenthalt in Deutschland in ihre Heimatstadt Pristina zur\u00fcck. An der Hochschule in M\u00fcnster (D) hatte sie das Musikdiplom erworben und danach in vielen Konzerten in Deutschland und anderen L\u00e4ndern als Solistin und Orchestermitglied gespielt. Ihr K\u00f6nnen sollte nun auch ihrem Land zugute kommen. Dies erwies sich jedoch schwieriger als gedacht. Sie spielte nach der R\u00fcckkehr zun\u00e4chst im Symphonieorchester in Pristina, aber da sie dort keinen ihrer Ausbildung und ihrem K\u00f6nnen gem\u00e4ssen Platz erhielt, k\u00fcndigte sie nach einem Jahr.<\/p>\n<p>Darauf unterrichtete sie in Mitrovica. Der Zufall wollte es, dass der Schweizer Musiker Lukas Greiner sie dort spielen h\u00f6rte. Sie kamen in Kontakt und sie erz\u00e4hlte ihm von ihrem Traum, Kinder auch in l\u00e4ndlichen Gegenden zu unterrichten, wo es keine Musikstunden und kaum Instrumente gebe. Greiner schenkte ihr f\u00fcnfzig Geigen f\u00fcr Kinder und sechs Klaviere aus der Schweiz, sowie Musikliteratur und anderes Material f\u00fcr den Unterricht. Der Traum konnte Wirklichkeit werden! Mit ihren beiden Schwestern, beide Pianistinnen, gr\u00fcndete Drita Dida die \u201eBlueStars\u201c und begann zuerst in Theranda und dann in Malisheva mit viel Begeisterung und Liebe Kinder in die Welt der Musik einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Nach dem Konzert im Kulturzentrum von Malisheva, gehe ich durch das belebte St\u00e4dtchen, an Kleidergesch\u00e4ften mit glitzernden Abendkleidern vorbei, Haushaltsgesch\u00e4ften, Fitness-Club, Qebabtore und Pizzeria. In meiner Erinnerung tauchen Bilder vom November 1998 auf, als ich mit einem Hilfskonvoi des Mutter Teresa Vereins durch den v\u00f6llig zerst\u00f6rten Ort fuhr. Vor der Polizeistation standen serbische Uniformierte, sonst war das St\u00e4dtchen menschenleer. Wir brachten die Hilfsg\u00fcter ins Nachbardorf Domanek, wo Fl\u00fcchtlinge im Schulhaus Unterschlupf gefunden hatten. Heute wachsen hier Kinder auf, die den Krieg nicht erleben mussten, und die albanische Musik selbstverst\u00e4ndlich und ohne Furcht spielen und singen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>(Mehr zu den \u201eBlueStars\u201c unter <a href=\"http:\/\/bluestars-rks.com\">http:\/\/bluestars-rks.com<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An den beiden Fr\u00fchlingskonzerten von \u201eBlueStars\u201c in Malisheva und in Theranda sind am Sonntag \u00fcber zwanzig Kinder aus den beiden Orten aufgetreten.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":74882,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1135,1130,1129],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64832","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frauen","category-aktuell","category-ch-balkan"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64832","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64832"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64832\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64832"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64832"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64832"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64832"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64832"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}