{"id":64908,"date":"2014-08-08T08:25:52","date_gmt":"2014-08-08T06:25:52","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-08-14T11:56:33","modified_gmt":"2014-08-14T09:56:33","slug":"verein-gjakovabasel--ein-vorbild-der-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/verein-gjakovabasel--ein-vorbild-der-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Verein GjakovaBasel &#8211;  ein Vorbild der Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Erst vor drei Monaten nahm ein neuer Verein von besonderer Art und mit Sitz in zwei St\u00e4dten und zwei L\u00e4ndern seine T\u00e4tigkeit auf. \u201eGjakovaBasel\u201c ist, wie es der Name vermuten l\u00e4sst, ein Verein, der die Zusammenarbeit zwischen den St\u00e4dten Gjakova und Basel f\u00f6rdert, in erster Linie auf kultureller Ebene, doch auch in anderen Bereichen. Obwohl erst ein Vierteljahr alt, reichen die Wurzeln des Vereins sowohl in Basel wie auch in Gjakova viel weiter und tief zur\u00fcck.<\/p>\n<p> \u201eDer Verein hat eine Vorgeschichte. Tats\u00e4chlich hat GjakovaBasel einen doppelten Ursprung. Der eine ist die Albanische Beratungsstelle, die 1997 in Basel als ABS (heute ABSM) gegr\u00fcndet wurde, und der andere beruht auf dem Engagement Dorothea Fankhausers und ihrer Freunde und Verwandten in Kosova seit 2005\u201c, erz\u00e4hlt Georg Fankhauser, Pr\u00e4sident des Vereins.<\/p>\n<p>Die ABSM &#8211; ein Verein, der Sprachkurse und berufliche Weiterbildungen anbietet \u2013 hat ihre Gr\u00fcndung dem engagierten Einsatz albanischer Emigranten in Basel (Skender Nikoliqi und andere Mitarbeiter) zu verdanken. Anf\u00e4nglich unter dem Namen ABS (Albanische Beratungsstelle), war sie ein wichtiges Zentrum f\u00fcr Emigrantinnen und Emigranten aus Kosova, Makedonien und Albanien. Im Rahmen der R\u00fcckkehrhilfeprogramme f\u00fcr die kosovarischen Fl\u00fcchtlinge nach Ende des Krieges hatte die ABSM im Jahr 2000 in Gjakova eine berufliche Ausbildungsst\u00e4tte gegr\u00fcndet. Inzwischen bietet diese Institution Grundkurse in Betriebswirtschaft und Sprachkurse f\u00fcr Jugendliche an, wie Fankhauser ausf\u00fchrt.<\/p>\n<p> \u201eAus einem Besuch von Dorothea Fankhauser-Ritter im Jahr 2005 in Kosovo f\u00fcr die private Unterst\u00fctzung der Kinderg\u00e4rten der Caritas entwickelte sich eine vielschichtige und nachhaltige T\u00e4tigkeit von uns beiden\u201c, f\u00e4hrt Georg Fankhauser fort. \u201eUnsere Aktivit\u00e4ten betrafen die Unterst\u00fctzung von Familien, Jugendlichen und der Musik. Die Unterst\u00fctzung der Musikschule \u201ePrenk Jakova\u201c in Gjakova bildet das Zentrum dieses Engagements\u201c, betont er. Die Gr\u00fcnder des Vereins GjakovaBasel ergriffen die Initiative zur Schaffung einer Plattform, wo sie ihre positiven Erfahrungen zu Gunsten weiterer Projekte der Zusammenarbeit auf kultureller, zivilgesellschaftlicher, touristischer und wirtschaftlicher Ebene etc. mit andern teilen konnten.<\/p>\n<p> <strong>Fankhauser: \u201cZwischen Basel und Gjakova gibt es eine Seelenverwandtschaft\u201c<\/strong><\/p>\n<p> Auf unsere Frage, weshalb gerade Gjakova ausgew\u00e4hlt wurde, gibt Fankhauser eine interessante und komplexe Antwort, wobei er auch Parallelen zieht, die auf einer Seelenverwandtschaft zwischen den beiden St\u00e4dten beruhen. \u201eErstens glauben wir an weitsichtige Initiativen mit engagierten und weitsichtigen Pers\u00f6nlichkeiten, die jedoch dank ihrer Kenntnisse gut lokal verankert sind. Und dann erkannten wir als Basler eine gewisse Seelenverwandtschaft mit Gjakova, etwas, das auch unsere Freunde und Projektpartner aus der Schweiz erlebten. Im Unterschied zu mir und zu Dorothea haben die Mitbegr\u00fcnder und die Mehrheit des Unterst\u00fctzungskomitees biographische Verbindungen zu Gjakova. Wir glauben, dass von initiativen Leuten auch in anderen St\u00e4dten und Gemeinden in der Schweiz und Kosovo etwas \u00c4hnliches aufgebaut werden kann. GjakovaBasel ist in solchen F\u00e4llen bereit, unterst\u00fctzend zur Seite zu stehen und zusammenzuarbeiten. Doch so etwas muss \u201avon unten wachsen\u2018 \u201c , bemerkt Fankhauser.<\/p>\n<p><strong>Beschr\u00e4nkt sich der Verein auf den kulturellen Bereich, oder geht es ihm auch um humanit\u00e4re, wirtschaftliche oder \u00e4hnliche Bereiche, f\u00fcr die Vereine in der Regel gegr\u00fcndet werden?<\/strong><\/p>\n<p> \u201eDie Mission des Vereins ist die F\u00f6rderung des gegenseitigen Kennenlernens und der Zusammenarbeit zwischen den Menschen und den Institutionen aus der Region Gjakova und der Region Basel auf allen Ebenen, der kulturellen, sozialen, wirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen etc. Ich und meine Frau sind Amateurmusiker \u2013 wir spielen Violoncello \u2013 doch beruflich bin ich als \u00d6konom, Manager etc. seit vierzig Jahren in der Wirtschaft t\u00e4tig. Auch im Unterst\u00fctzungskomitee sind nicht zuf\u00e4llig Unternehmer beteiligt, die ihre Erfahrungen und Erfolge aus der Schweiz in Kosovo anwenden m\u00f6chten. GjakovaBasel sieht Potential im Tourismus (nicht nur mit Touristen aus der Diaspora, die ihre Heimat besuchen, sondern auch mit Touristen aus der Schweiz), sodann bei der Bildung, bei der Verarbeitung und dem Export von landwirtschaftlichen Produkten (Weine, Konfit\u00fcren etc.), aber auch im Dienstleistungsbereich, inklusive Software und IT-Dienstleistungen etc. Wir machen bei potentiellen Investoren aus der Schweiz auch Werbung f\u00fcr Gjakova als geeigneten Standort f\u00fcr Investitionen, und beraten sie hinsichtlich der dortigen Investitionsbedingungen etc.<\/p>\n<p> Was seine bisher durchgef\u00fchrten Aktivit\u00e4ten betrifft, kann sich der neue Verein ebenfalls auf seine Wurzeln beziehungsweise auf die T\u00e4tigkeiten seiner Vorg\u00e4ngervereine und -stiftungen beziehen. \u201eEinerseits f\u00fchrten wir unsere Aktivit\u00e4ten aus der erw\u00e4hnten \u201aVorgeschichte\u2018 &nbsp;des Vereins weiter. Etwa sind von der ABSM in Basel und der ABSM in Gjakova, aber auch von Seiten Dorothea Fankhausers die musikalischen Meisterklassen in Gjakova unterst\u00fctzt worden, auch das Benefizkonzert zu Gunsten der Musikschule von Gjakova geh\u00f6rt dazu oder private Stipendien aus dem Kreis der G\u00f6nner, um Studenten dieser Schule aus bescheidenen finanziellen Verh\u00e4ltnissen ein Musikstudium zu erm\u00f6glichen, sowie die Sammelaktion f\u00fcr Musikinstrumente f\u00fcr die Studentinnen der Schule, dies in Zusammenarbeit mit dem Verein ACACIA (Entwicklungszusammenarbeit und Stiftung <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"http:\/\/www.stiftungpirolo.ch%29\/\" target=\"_blank\"><span style=\"color: #0000ff;\">www.stiftungpirolo.ch)<\/span><\/a>\u201c, <\/span>sagt unser Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<p><strong>Eine St\u00e4dtepartnerschaft zwischen Basel und Gjakova steht nicht im Vordergrund<\/strong><\/p>\n<p> Ein weiteres Projekt ist es, in Zusammenarbeit mit der ABSM die Pr\u00e4sidentin von Gjakova nach Basel zu bringen. Mimoza Kusari-Lila hatte im Juni am Sportanlass \u201eSport spricht eine Sprache\u201c teilgenommen und sich mit einer Anzahl lokaler Beh\u00f6rdenvertreter getroffen. Die neueste spannende T\u00e4tigkeit betrifft die Meisterklasse der Musikschule von Gjakova im franz\u00f6sischen Schloss Promenois.<\/p>\n<p><strong>W\u00e4re eine so umfangreiche Aktivit\u00e4t zwischen den beiden St\u00e4dten nicht eine gute Grundlage f\u00fcr eine Partnerschaft zwischen Basel und Gjakova?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDie formale Errichtung einer St\u00e4dtepartnerschaft betrachten wir nicht als vorrangig. Aber indem wir konkret mit engagierten Menschen nach unserem Moto \u201aKenntnisse, Zusammenarbeit, Freundschaft\u2018 arbeiten, wollen wir eine solche Partnerschaft mit Leben erf\u00fcllen. Es ist verst\u00e4ndlich, dass es in Gebieten wie der Kultur, der Wirtschaft, dem Sozialen etc. eine gute Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Organisationen, Stiftungen, Vereinen etc. braucht.&nbsp; Gerade Basel mit \u00fcber 900 Stiftungen hat diesbez\u00fcglich eine grosse Tradition und viel Erfahrung. Zudem sind die politischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Kosovo sehr gut, so dass es uns dazu nicht braucht. Dort wo eine Zusammenarbeit zwischen Gjakova und Basel im Sinne der Werte und Ziele, die wir vertreten, gew\u00fcnscht wird, bieten wir unsere Zusammenarbeit an. F\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung des jungen kosovarischen Staates wird es von entscheidender Bedeutung sein, dass nebst der finanziellen Unterst\u00fctzungen, den internationalen Investitionen und dem Geld aus der Diaspora in allen Bereichen die lokalen Ressourcen mehr genutzt werden\u201c, betont Fankhauser weiter.<\/p>\n<p> F\u00fcr die Zukunft haben wir Projekte wie die Pr\u00e4sentation der Arbeit der Meisterklasse vom Burgund in Kosova, beziehungsweise ein Konzert mit den Philharmonikern von Prishtina und eines mit der Musikschule in Gjakova. Im November wird es dann wiederum eine Meisterklasse und Konzerte in Gjakova und Prishtina geben, unter anderem gemeinsam mit der polnischen Pianistin aus Basel, Olivia Grabowska, und anderen internationalen Musikern wie auch Musiklehrern mit einer Auswahl der besten Studentinnen der &nbsp;Musikschule von Gjakova. Wir&nbsp; erwarten sodann bald ein Jugendorchester aus der Region Basel in Gjakova, um an unserem gemeinsamen Wochenprojekt mit den Sch\u00fclern der Musikschule teilzunehmen.<\/p>\n<p>Nebst alldem gibt es auch viele Ideen und Kontakte f\u00fcr m\u00f6gliche Partner in andern Bereichen. Unsere Projekte sind dank eines Kreises von enthusiastischen Musikern und Musikliebhaberinnen von nachhaltiger Qualit\u00e4t. Hoffen wir, dass wir auch schnell Zusammenarbeitsprojekte mit andern Menschen haben werden, sowohl mit Schweizern wie mit Kosovarinnen in der Schweiz oder in Kosova, und auch in andern Bereichen\u201c, schliesst Georg Fankhauser, der Pr\u00e4sident des Vereins GjakovaBasel. <\/p>\n<p><em><strong>Die Meisterklasse von Gjakova im franz\u00f6sischen Schloss<\/strong><\/em><br \/><em>Meine Frau und ich organisieren seit 25 Jahren in unserem Schloss Promenois im franz\u00f6sischen Burgund Musikwochen. Meistens handelt es sich um Workshops, die mit Kammerkonzerten oder \u00f6ffentlichen Konzerten in der nahen Umgebung erg\u00e4nzt werden. 2013 waren zum ersten Mal zwei Violoncellostudenten in eine Meisterklasse mit Lehrerinnen und Studenten aus skandinavischen L\u00e4ndern eingeladen. Dieses Jahr, im Juni, hatten wir einen Kurs, an welchem 19 Studenten &nbsp;aus Gjakova teilnahmen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verein GjakovaBasel ist die Kr\u00f6nung langj\u00e4hriger Br\u00fcckenbauerarbeit von Albanerinnen und Schweizern aus Gjakova und Basel <\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":53212,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1130,1129,1138],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64908","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-ch-balkan","category-kultur"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64908","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64908"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64908\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53212"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64908"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64908"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64908"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64908"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64908"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}