{"id":64965,"date":"2014-10-12T09:20:24","date_gmt":"2014-10-12T07:20:24","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-10-17T17:40:17","modified_gmt":"2014-10-17T15:40:17","slug":"albanischsprachige-bevolkerung-nicht-nur-als-wahlpotential-betrachten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/albanischsprachige-bevolkerung-nicht-nur-als-wahlpotential-betrachten\/","title":{"rendered":"Albanischsprachige Bev\u00f6lkerung nicht nur als Wahlpotential betrachten"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gruppe albanischer Gewerkschafter &#8220;Aktivist\u00ebt&#8221; (die Aktivisten), die im Rahmen der Gewerkschaft Unia der Region Z\u00fcrich aktiv ist, hat eine ehrgeizige Initiative gestartet: eine politische Aufwertung der albanischen Diaspora der Schweiz. Anl\u00e4sslich eines Podiumsgespr\u00e4ch<\/p>\n<p>vergangenen Samstag trat die Initiative erstmals in der \u00d6ffentlichkeit in Erscheinung. Die Zusammensetzung des Publikums wie auch die Auswahl der Podiumsteilnehmerinnen versprachen eine fruchtbare Diskussion.<\/p>\n<p>Lurata Re\u00e7i, ehemalige Gemeinder\u00e4tin und Aktivistin der Sozialdemokratischen Partei, Blerim Bunjaku, Kantons- und Nationalratskandidat der EVP&nbsp; im kommenden Jahr, Q\u00ebndresa Sadriu, SP-Gemeinder\u00e4tin in Glattbrugg und P\u00ebrparim Avdyli, Kantonsratskandidat der FDP, erl\u00e4uterten ihre Visionen f\u00fcr ein politisches Engagement junger Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz.<\/p>\n<p> Bei der Er\u00f6rterung des Diskussionsthemas mit dem Titel &#8220;M\u00f6glichkeiten und Grenzen politischer und gesellschaftlicher Partizipation in der Schweiz und im Herkunftsland&#8221; brachten sie ihre Erfahrungen aus dem konkreten politischen Engagement im politischen System der Schweiz ein. Im zweiten Teil des Anlasses leiteten vier junge Politiker je eine Arbeitsgruppe, mit welcher sie das Diskussionsthema unter verschiedenen Aspekten bearbeiteten. Anschliessend pr\u00e4sentierten sie den Anwesenden Zusammenfassungen der Ergebnisse der Arbeitsgruppen.<\/p>\n<p> An der Diskussion beteiligten sich auch der Konsul der Republik Kosova in Z\u00fcrich, Sali Sefa, die Vertreterin der Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Migrationsfragen (EKM), Pascale Steiner, sowie der Vertreter der Gewerkschaft Unia f\u00fcr die Region Z\u00fcrich-Schaffhausen, Remo Sch\u00e4dler. Als Gastgeber begann Remo Sch\u00e4dler mit einer Pr\u00e4sentation der Unia, insbesondere der Sektion Z\u00fcrich-Schaffhausen. Laut Sch\u00e4dler findet eine Verh\u00e4rtung des Klimas f\u00fcr die ausl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung in der Schweiz statt. &#8220;Seit dreissig Jahren werden offen rassistische Vorf\u00e4lle in der \u00d6ffentlichkeit immer mehr akzeptiert&#8221;, sagte er. Auch die Abstimmung \u00fcber die am 30. November stattfindende &#8220;Ecopop&#8221;-Initiative bezeichnete er als Fortf\u00fchrung dieses Trends.<\/p>\n<p> Osman Osmani, Sekret\u00e4r f\u00fcr den Bereich Migration bei der Gewerkschaft Unia in Bern, unterst\u00fctzt und f\u00f6rdert die Initiative der Gruppe &#8220;Aktivist\u00ebt&#8221; aktiv. Wie er gegen\u00fcber <a href=\"http:\/\/albinfo.ch\">albinfo.ch<\/a> sagt, besteht&nbsp; das Hauptziel der Initiative in einer politischen Aufwertung&nbsp; der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz. &#8220;Die anderen sehen unsere Bev\u00f6lkerungsgruppe als Wahlpotential, wir hingegen wollen in ihnen nicht nur Stimmen sehen, sondern wir haben auch die Erf\u00fcllung unserer Interessen als Gemeinschaft zum Ziel&#8221;, sagte Osmani und hob hervor, dass die verschiedenen Parteizugeh\u00f6rigkeiten keinerlei Hindernis darstellten. Eine Aufwertung in diesem Gebiet kann auch auf Entwicklungen in den Herkunftsl\u00e4ndern positiv einwirken, meint er.<\/p>\n<p> Pascale Steiner von der EKM stellte zu Beginn die von ihr vertretene Kommission vor, um danach das Konzept der Citoyennet\u00e9, wie die Bezeichnung eines seit mehreren Jahren von der EKM geleiteten Programmes lautet, zu erl\u00e4utern. Der aus dem Franz\u00f6sischen stammende Begriff Citoyennet\u00e9 l\u00e4sst sich am ehesten mit &#8220;aktive Staatsb\u00fcrgerschaft&#8221; wiedergeben. Diese umfasst nicht nur das politische Engagement der Staatsb\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, sondern auch dessen Verk\u00f6rperung in gesellschaftlichen Aktivit\u00e4ten in allen Bereichen. Freiwilligenarbeit, der Einsatz bei der Feuerwehr, aktive T\u00e4tigkeit in Quartiervereinen etc. geh\u00f6ren zum erw\u00e4hnten Konzept. In dieser Hinsicht, betonte Pascale Steiner, bestehe bei der ausl\u00e4ndischen Bev\u00f6lkerung ein Mangel an Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivit\u00e4ten. So konnte sie feststellen, dass in den franz\u00f6sischsprachigen Kantonen, in welchen die ausl\u00e4ndische Bev\u00f6lkerung meist das aktive und passive Stimm- und Wahlrecht hat, dieses Recht lediglich rund 25 Prozent auch wirklich nutzen, was der H\u00e4lfte der Beteiligung der Stimmbev\u00f6lkerung mit Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit entspricht.<\/p>\n<p>Der kosovarische Konsul in Z\u00fcrich, Sali Sefa, sprach zuerst \u00fcber die Aktivit\u00e4ten der albanischen Vereine in der Region, f\u00fcr welche sein Konsulat zust\u00e4ndig ist, und erhob dann die Frage nach der politischen Organisation der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz. In diesem Zusammenhang machte er einen interessanten Vorschlag. &#8220;In der Schweiz gibt es rund 65&#8217;000 Albanerinnen und Albaner schweizerischer Staatsangeh\u00f6rigkeit, von welchen rund 40&#8217;000 stimmberechtigt sind. Einer Anzahl von ihnen gelang es, in kommunale und kantonale Parlamente zu kommen, jedoch nicht weiter. Deshalb mache ich den Vorschlag, es solle eine albanische Partei gebildet werden, die nicht mit den Parteien des Herkunftslandes verbunden ist, sondern innerhalb des schweizerischen Systems aktiv ist.&#8221; Auf diese Weise k\u00f6nnten die Albaner nach Ansicht des Konsuls viel bessere Resultate als heute erreichen. &#8220;So k\u00f6nnte eine Albanerin ins Eidgen\u00f6ssische Parlament kommen. Es ist Zeit, dass die Albaner in der Schweiz auch politisch in Erscheinung treten.&#8221;<br \/> <strong>&nbsp; <\/strong><br \/> <strong><em>F\u00fcr eine koordinierende Struktur<\/em><\/strong><br \/> <em>&#8220;Der n\u00e4chste Schritt der Initiative wird sein, dass politisch in den verschiedenen Parteien engagierte Aktivisten zusammen mit anderen Interessierten, einheimischen Albanischsprachigen, wie auch mit der Unterst\u00fctzung der hiesigen Institutionen und jener der Herkunftsl\u00e4nder, eine gemeinsame Struktur f\u00fcr eine Koordination bilden, um den Prozess voran zu bringen&#8221;, sagte Osman Osmani. Doch in welchem Mass kann eine linke Organisation, wie es eine Arbeitergewerkschaft ist, eine Struktur akzeptieren, an welcher auch Vertreter rechter Parteien beteiligt sind? F\u00fcr Osmani stellt dies kein Problem dar, denn gem\u00e4ss ihm ist das Linkstum der Gewerkschaften mehr ein Vorurteil denn die volle Wahrheit.<\/em><\/p>\n<p>Blerim Shabani<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Albanische Gewerkschafter sagen: &#8220;Die anderen sehen unsere Bev\u00f6lkerungsgruppe als Wahlpotential, wir hingegen wollen in ihnen nicht nur Stimmen sehen &#8230; &#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":54288,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-64965","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64965"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64965\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54288"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64965"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=64965"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=64965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}