{"id":696083,"date":"2023-12-04T20:43:29","date_gmt":"2023-12-04T19:43:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=696083"},"modified":"2023-12-04T20:43:29","modified_gmt":"2023-12-04T19:43:29","slug":"bevoelkerung-der-schweiz-ist-mehrheitlich-zufrieden-mit-der-gesundheitsversorgung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/bevoelkerung-der-schweiz-ist-mehrheitlich-zufrieden-mit-der-gesundheitsversorgung\/","title":{"rendered":"Bev\u00f6lkerung der Schweiz ist mehrheitlich zufrieden mit der Gesundheitsversorgung"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p><strong>Die Mehrheit der Menschen in der Schweiz ab 18 Jahren ist mit der Qualit\u00e4t der Gesundheitsversorgung zufrieden. Dies geht aus der diesj\u00e4hrigen Umfrage 2023 hervor, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Commonwealth Fund in zehn L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt wurde. Die Umfrage zeigt auch, dass die grosse Mehrheit die eigene Gesundheit als gut einsch\u00e4tzt. Gleichzeit leidet fast die H\u00e4lfte (48 Prozent) der Befragten an mindestens einer chronischen Erkrankung. 60 Prozent der Befragten erlebt es als schwierig, am Abend oder Wochenende eine medizinische Behandlung zu erhalten. Jede vierte Person suchte in den letzten zwei Jahren eine Notfallstation auf.<\/strong><\/p>\n<p>Die Stiftung Commonwealth Fund befragt alle drei Jahre die Wohnbev\u00f6lkerung in mehreren L\u00e4ndern zu deren Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem, darunter auch in der Schweiz. Von den 2292 befragten Personen \u00fcber 18 Jahren beurteilen knapp zwei Drittel die Qualit\u00e4t der medizinischen Versorgung in der Schweiz als \u00abhervorragend\u00bb oder \u00absehr gut\u00bb (63 Prozent). Das ist ein etwas tieferer Anteil als bei den letzten Befragungen 2020 (74 Prozent) und 2016 (66 Prozent). In der Deutschschweiz (64 Prozent) und in der Westschweiz (61 Prozent) wird die Gesundheitsversorgung besser bewertet als in der italienischen Schweiz (52 Prozent).<\/p>\n<p><b>Hausarztpraxis ist erste Anlaufstelle<\/b><br \/>\nNeun von zehn Personen in der Schweiz wenden sich bei einem gesundheitlichen Problem zuerst an die Haus\u00e4rztin, den Hausarzt oder an ein Gesundheitszentrum. 89 Prozent bewerten die medizinische Behandlung in den Hausarztpraxen generell als \u00abausgezeichnet\u00bb oder \u00absehr gut\u00bb.<\/p>\n<p>In einzelnen konkreten Punkten sind die R\u00fcckmeldungen indes kritischer als in den fr\u00fcheren Befragungen. Tiefer bewertet werden die Kriterien, ob die Haus\u00e4rztin bzw. der Hausarzt die medizinische Vorgeschichte der Patientinnen und Patienten kenne (2023: 71 Prozent; 2020: 82 Prozent und 2010: 89 Prozent), ob sie oder er gen\u00fcgend Zeit f\u00fcr die Patientinnen und Patienten aufbringt (2023: 76 Prozent 2020: 86 Prozent, 2010: 90 Prozent), sie in Entscheidungen \u00fcber die Behandlung einbezieht (2023: 73 Prozent. 2020: 83 Prozent, 2010: 85 Prozent) oder Dinge auf einfach verst\u00e4ndliche Weise erkl\u00e4rt (2023: 83 Prozent, 2020: 92 Prozent, 2010: 94 Prozent).<br \/>\n<b><br \/>\nSprachregionale Unterschiede beim Besuch der Notfallstation<\/b><br \/>\nF\u00fcr die Bev\u00f6lkerung ist es seit der letzten Befragung im Jahr 2020 schwieriger geworden, ausserhalb der \u00fcblichen \u00d6ffnungszeiten eine medizinische Behandlung zu erhalten.<br \/>\n60 Prozent der Befragten geben an, dass es \u00absehr schwierig\u00bb oder \u00abeher schwierig\u00bb sei, abends, am Wochenende oder an Feiertagen eine medizinische Versorgung zu erhalten, ohne dabei eine Notfallstation oder eine Notfallpraxis zu besuchen (2020: 49 Prozent).<\/p>\n<p>25 Prozent der Befragten hat in den letzten zwei Jahren die Notfallstation eines Spitals aufgesucht (2020: 29 Prozent, 2016: 31 Prozent, 2010: 22 Prozent). Das ist im internationalen Vergleich der drittniedrigste Anteil. \u00dcber ein Drittel der Notfallbesucherinnen und -besucher geben an, dass ihre Beschwerden auch von der Haus\u00e4rztin oder dem Hausarzt h\u00e4tten behandelt werden k\u00f6nnen, wenn diese verf\u00fcgbar gewesen w\u00e4ren. Die Nutzung der Notfallstation variiert nach Sprachregion: In der franz\u00f6sischen Schweiz (31 Prozent) wird sie h\u00e4ufiger genutzt als in der Deutschschweiz (23 Prozent).<\/p>\n<p><b>Die Mehrheit sch\u00e4tzt die eigene Gesundheit als gut ein<\/b><br \/>\nDie grosse Mehrheit der Schweizer Bev\u00f6lkerung (85 Prozent) sch\u00e4tzt die eigene Gesundheit als \u00abgut\u00bb, \u00absehr gut\u00bb oder sogar oder \u00abausgezeichnet\u00bb ein.\u00a0 Das sind weniger als in den Vorjahren (2020: 91 Prozent, 2016: 89 Prozent, 2010: 90 Prozent). Damit belegt die Schweiz bei der Bewertung der selbst wahrgenommenen Gesundheit im internationalen Vergleich nicht mehr den ersten, sondern den zweiten Platz hinter Neuseeland (87 Prozent) und vor den USA (85 Prozent).<\/p>\n<p><b>Chronische Krankheiten sind weit verbreitet<\/b><br \/>\nKnapp die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung in der Schweiz (48 Prozent) leidet an mindestens einer chronischen Erkrankung, wobei der Anteil der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen (73 Prozent) hier deutlich h\u00f6her ist. Bluthochdruck, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzust\u00e4nde und Asthma oder chronische Lungenkrankheiten sind die drei h\u00e4ufigsten chronischen Erkrankungen. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz mit knapp 48 Prozent den zweitniedrigsten Anteil nach Frankreich (48 Prozent) und vor den Niederlanden (49 Prozent) auf. In den USA haben knapp zwei Drittel (66 Prozent) und in Australien sogar mehr als zwei Drittel (69 Prozent) mindestens eine chronische Erkrankung.\u00a0 Seit 2010 hat dieser Anteil in der Schweiz zugenommen (2020: 47 Prozent, 2016: 40 Prozent, 2010: 41 Prozent) \u2013 eine Entwicklung, die auch in Australien, den USA, Kanada, Grossbritannien und Deutschland zu beobachten ist.<\/p>\n<p>Die Befragung zeigt auch, dass im Jahr 2023 jede zehnte Person in der Schweiz wegen eines psychischen Problems in Behandlung (12 Prozent) war. Der Anteil ist in der franz\u00f6sischen Schweiz (17 Prozent) h\u00f6her als in der Deutschschweiz (10 Prozent).<\/p>\n<p><b>Betreuende Angeh\u00f6rige\u00a0\u00a0 \u00a0<\/b><br \/>\nEin F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung leistet f\u00fcr Angeh\u00f6rige Hilfe im Alltag oder bei der Pflege (21 Prozent). \u00dcber die H\u00e4lfte von ihnen tut dies mindestens einmal in der Woche. In der Deutschschweiz (22 Prozent) und in der franz\u00f6sischen Schweiz (19 Prozent) sind es etwas mehr Personen als in der italienischen Schweiz (13 Prozent). Die Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren unterst\u00fctzt ihre Angeh\u00f6rigen anteilm\u00e4ssig am st\u00e4rksten (28 Prozent).<br \/>\nDie geleistete Hilfe wird von \u00fcber einem Drittel als belastend eingestuft. Nur rund f\u00fcnf Prozent der Befragten erhalten als betreuende Angeh\u00f6rige eine finanzielle Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p><b>Verzicht auf medizinische Leistungen<\/b><br \/>\nFast ein Viertel der Bev\u00f6lkerung gibt an, im letzten Jahr aufgrund der Kosten auf eine medizinische Leistung verzichtet zu haben, am h\u00e4ufigsten auf einen Arztbesuch, aber auch auf einen \u00e4rztlich empfohlenen Test, eine Folgeuntersuchung oder auf ein Medikament. Der Anteil liegt insgesamt mit 24 Prozent etwa gleich hoch wie bei der letzten Befragung 2020 (23 Prozent).<br \/>\nJ\u00fcngere Menschen und Personen mit tieferem Einkommen verzichten eher als \u00e4ltere Menschen und Personen mit h\u00f6heren Einkommen. Die Befragung l\u00e4sst indes keine klaren Aussagen zu, ob der Verzicht freiwillig geschieht, aufgrund einer Kosten-Nutzen-Absch\u00e4tzung, oder ob die Person aufgrund finanzieller Probleme verzichtet.<\/p>\n<p class=\"nsbtextkasten\">Die Schweiz nimmt seit 2010 an der internationalen Befragung des Commonwealth Fund zur Gesundheitsversorgung teil. Der Commonwealth Fund ist eine private, nicht-gewinnorientierte amerikanische Stiftung, die die F\u00f6rderung gut funktionierender und effizienter Gesundheitssysteme mit besserem Zugang zur Krankenversicherung und die Qualit\u00e4tsverbesserung der Leistungen zum Ziel hat.<\/p>\n<p>Die Erhebung 2023 bezieht sich wie bereits in den Jahren 2010, 2013, 2016 und 2020 auf die Wohnbev\u00f6lkerung ab 18 Jahren und deren Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem. An der Erhebung 2023 \u00abInternational Health Policy Survey\u00bb des Commonwealth Fund, New York (USA), beteiligten sich neben Australien, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schweden und den USA auch die Schweiz. Befragt wurden in der Schweiz im Auftrag des Bundesamtes f\u00fcr Gesundheit (BAG) 2292 Personen \u00fcber 18 Jahre in den drei Sprachregionen der Schweiz. Die allgemein positive Einsch\u00e4tzung der eigenen Gesundheit deckt sich mit den Aussagen in der Schweizerischen Gesundheitsbefragung von 2022 des Bundesamtes f\u00fcr Statistik.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von den 2292 befragten Personen \u00fcber 18 Jahren beurteilen knapp zwei Drittel die Qualit\u00e4t der medizinischen Versorgung in der Schweiz als \u00abhervorragend\u00bb oder \u00absehr gut\u00bb (63 Prozent)<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":504165,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-696083","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696083","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=696083"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696083\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/504165"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=696083"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=696083"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=696083"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=696083"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=696083"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}