{"id":70648,"date":"2014-12-16T14:26:49","date_gmt":"2014-12-16T13:26:49","guid":{"rendered":""},"modified":"2014-12-19T10:31:59","modified_gmt":"2014-12-19T08:31:59","slug":"bericht-uber-den-gewerbsmassigen-menschenschmuggel-und-die-bezuge-zur-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/bericht-uber-den-gewerbsmassigen-menschenschmuggel-und-die-bezuge-zur-schweiz\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber den gewerbsm\u00e4ssigen Menschenschmuggel und die Bez\u00fcge zur Schweiz"},"content":{"rendered":"<h1>&nbsp;<\/h1>\n<p>Der Bericht \u00abGewerbsm\u00e4ssiger Menschenschmuggel und die Schweiz\u00bb der Gesch\u00e4ftsstelle der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel (KSMM) gibt einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber das Delikt und zeigt dessen Bez\u00fcge zur Schweiz auf. Er beschreibt detailliert die Vorgehensweisen, zeigt Schleusungsrouten nach Europa auf und berichtet \u00fcber Schleppernetzwerke. Gleichzeitig benennt er Defizite bei der Bek\u00e4mpfung und m\u00f6gliche Optimierungsmassnahmen.<\/p>\n<p>Aus dem Bericht geht hervor, dass Menschenschmuggler meist in losen Netzwerken organisiert sind, die aus kleineren Gruppen bestehen und sich durch ein hohes Mass an Flexibilit\u00e4t und Mobilit\u00e4t auszeichnen. Die Schleusergruppierungen sind international sehr gut vernetzt und verf\u00fcgen \u00fcber eine komplexe Arbeitsteilung. Die Schlepper selber bleiben dabei zunehmend im Hintergrund.<\/p>\n<p><strong>Bevorzugte Schleusungen auf dem Landweg<\/strong><\/p>\n<p> Schleusungen in die Schweiz und in andere europ\u00e4ische Ziell\u00e4nder werden immer h\u00e4ufiger mit immer besser gef\u00e4lschten Dokumenten durchgef\u00fchrt, um den Beh\u00f6rden die legale Einreise oder den legalen Aufenthalt der migrierenden Person vorzut\u00e4uschen. In S\u00fcdost- und Osteuropa werden beispielsweise Werkst\u00e4tten betrieben, in denen die verschiedensten Dokumente fast aller Schengen-Staaten gef\u00e4lscht werden.<\/p>\n<p>Die Routen, entlang denen die irregul\u00e4r Migrierenden geschleust werden, \u00e4ndern sich h\u00e4ufig. Meistens werden die Migranten auf dem Landweg entlang von verschiedenen Routen durch die Balkanstaaten in die Schweiz geschleppt. Die Einreise in die Schweiz findet meist im Strassen- und Bahnverkehr \u00fcber die Schengen-Binnengrenzen im S\u00fcden, S\u00fcdwesten oder Osten statt.<\/p>\n<p>Die Schleusergruppierungen selber weisen h\u00e4ufig ethnische Verbindungen zu den Personen auf, die sie schleppen. In der Schweiz sind aktuell prim\u00e4r kriminelle ethnisch-albanische sowie syrische und im geringeren Masse eritreische T\u00e4tergruppierungen, aber auch Gruppierungen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus China, Afrika und Sri Lanka aktiv in den gewerbsm\u00e4ssigen Menschenschmuggel involviert.<\/p>\n<p><strong>Defizite und L\u00f6sungsans\u00e4tze bei der Bek\u00e4mpfung von Menschenschmuggel<\/strong><\/p>\n<p> Aufbauend auf diesen Erkenntnissen analysiert der Bericht die Defizite, die bei der Bek\u00e4mpfung von Menschenschmuggel in der Schweiz noch immer bestehen. Menschenschmuggel ist ein Kontrolldelikt, dessen Feststellung ein T\u00e4tigwerden seitens der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden erfordert. Die kleine Anzahl der tats\u00e4chlich ermittelten Menschenschmuggel-F\u00e4lle ist jedoch ein Hinweis darauf, dass dem Ph\u00e4nomen nicht gen\u00fcgend Priorit\u00e4t einger\u00e4umt wird und\/oder die notwendigen Spezialkenntnisse fehlen.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tergruppierungen wissen die M\u00e4ngel in der Kriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung und die bestehenden Unklarheiten bei den beh\u00f6rdlichen Zust\u00e4ndigkeiten gezielt f\u00fcr ihre Schleusungsaktivit\u00e4ten geschickt auszun\u00fctzen. Als L\u00f6sungsans\u00e4tze bei der Bek\u00e4mpfung der T\u00e4ternetzwerke nennt der Bericht unter anderem die gezielte und konsequente Ausbildung und Benennung von Spezialisten bei Polizei und Justiz, die Zuweisung von Ermittlungen an die Kriminalpolizei, die konsequente Verwertung von Ermittlungshinweisen, die Einf\u00fchrung einer fakultativen Bundeskompetenz bei der Strafverfolgung und die gezielte Befragung von Asylsuchenden zur Gewinnung von Informationen \u00fcber Menschenschmuggler.<\/p>\n<p>Der Bericht wurde von fedpol in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Migration BFM und dem Grenzwachtkorps zuhanden der Kantone und Partnerbeh\u00f6rden von fedpol erstellt. Redaktionsschluss war im Fr\u00fchling 2014. Es ist daher m\u00f6glich, dass einzelne Passagen im Bericht nicht mehr die aktuelle Lage reflektieren. Eine klassifizierte Version des Berichts wurde den Partnerbeh\u00f6rden im Sommer 2014 zugestellt. Die vorliegende \u00f6ffentliche Fassung ist leicht gek\u00fcrzt. (Bundesamt f\u00fcr Polizei)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bek\u00e4mpfung des gewerbsm\u00e4ssigen Menschenschmuggels in der Schweiz ist trotz positiven Entwicklungen unzureichend und muss verbessert werden. Insbesondere international agierende Schleuser-Netzwerke stellen die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden vor grosse Herausforderungen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Gesch\u00e4ftsstelle der Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel.<\/p>\n","protected":false},"author":40,"featured_media":66565,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-70648","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/40"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70648"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70648\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/66565"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70648"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=70648"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=70648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}