{"id":70661,"date":"2015-01-06T10:36:09","date_gmt":"2015-01-06T09:36:09","guid":{"rendered":""},"modified":"2015-01-08T08:58:59","modified_gmt":"2015-01-08T06:58:59","slug":"besa-ein-akt-der-albaner-von-hoher-moral-zur-rettung-von-juden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/besa-ein-akt-der-albaner-von-hoher-moral-zur-rettung-von-juden\/","title":{"rendered":"Besa \u2013 ein Akt der Albaner von hoher Moral zur Rettung von Juden"},"content":{"rendered":"<p>An der Er\u00f6ffnung der Ausstellung \u201eBesa \u2013 ein Ehrenkodex. Wie die Albaner w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs Juden retteten\u201c in Luzern f\u00fcllte ein schweizerisch-albanisch-j\u00fcdisches Publikum den Saal bis auf den letzten Platz und Pers\u00f6nlichkeiten aus der Schweiz, Israel und den albanischsprachigen L\u00e4ndern waren anwesend.<\/p>\n<p>Die feierliche Er\u00f6ffnung sowie die Moderation hatte Ursula St\u00e4mmer-Horst, Direktorin des Bildungsdepartements der Stadt Luzern, \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Anschliessend hielt Laura Gr\u00fctter als Vizepr\u00e4sidentin des Luzerner Stadtparlaments eine kurze Ansprache. Sie begr\u00fcsste die Anwesenden und bedankte sich, dass auch den Menschen in der Zentralschweiz, in der Stadt Luzern, Gelegenheit geboten wird, von der Besa zu erfahren, denn die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung wusste bis jetzt nichts von diesem Akt der Menschlichkeit. Sie betonte, wie wichtig es f\u00fcr das Zusammenleben sei, sich gegenseitig zu kennen und weniger Vorurteile zu haben. <\/p>\n<p> In ihrer Er\u00f6ffnungsrede sprach Esther H\u00f6rnlimann, Mitglied des Organisationskomitees der Ausstellungsreihe, \u00fcber das Ziel der Ausstellung.<\/p>\n<p>Br\u00fccken zwischen den V\u00f6lkern zu bauen, sich der beispiellosen Solidarisierung der Albaner mit den Juden w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges zu erinnern, dieses Handeln zu w\u00fcrdigen und das positive Erbe in der heutigen Zeit weiterzupflegen sind die Ziele, f\u00fcr welche die Ausstellungsreihe initiiert wurde.<\/p>\n<p>Anschliessend sprach Avni Binaku vom Rat der Albanerinnen und Albaner in der Schweiz.<\/p>\n<p>Er sprach davon, dass w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs albanische M\u00e4nner und Frauen, Muslime und Christinnen, Juden vor der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gerettet hatten.<\/p>\n<p>\u201eIn einer f\u00fcr die Juden dunklen und dramatischen Zeit \u00f6ffneten jene diesen die T\u00fcre, sch\u00fctzten und ern\u00e4hrten sie. Die Grundlage dieses Akts der Menschlichkeit der Albaner war ein sehr altes Prinzip, die Besa im Kanun, dem Gewohnheitsrecht. Albanien, ein kleines Land am Ufer der Adria, zeigte Zivilcourage.<\/p>\n<p>\u201eSie verschlossen nicht die Augen, sondern der Schutz der J\u00fcdinnen und Juden war ihre menschliche Pflicht \u2013 sie handelten hochmoralisch\u201c, sagte Binaku.<\/p>\n<p>Am Ende der Diskussion betonte Avni Binaku mit Nachdruck, welche Bedeutung die Ausstellung Besa vor allem f\u00fcr die Jungen in der Schweiz habe, denn dank ihr k\u00f6nnten sie von diesem Teil der Geschichte erfahren, von Menschlichkeit, Toleranz, Zivilcourage und Menschenrechten.<\/p>\n<p>\u201eDiese Elemente sind heute \u00fcberaus wichtig und notwendig&nbsp; f\u00fcr die Gesellschaft in der Schweiz, Europa und anderswo. Besa baut und erm\u00f6glicht Verbindungen zwischen der Schweiz, Israel und Albanien\u201c, sagte Binaku.<\/p>\n<p> Der religi\u00f6se W\u00fcrdentr\u00e4ger aus Israel, Rabbi Chaim Drukman, sagte an der Podiumsdiskussion, er habe vor einigen Jahren zum ersten Mal von der albanischen Besa geh\u00f6rt. Er hob hervor, dass die albanische Besa als Akt der Menschlichkeit zu beurteilen sei, der auch in enger Verbindung mit dem religi\u00f6sen Kontext stehe.<\/p>\n<p> Es ist die Aufgabe von uns Menschen, jenen zu Hilfe zu kommen, die Hilfe ben\u00f6tigen. Er betonte, dass die Menschen einander respektieren und sich um mehr Toleranz bem\u00fchen m\u00fcssen.<\/p>\n<p> Hamit Zeqiri, Pr\u00e4sident der Schweizerischen Konferenz der Fachstellen f\u00fcr Integration, erz\u00e4hlte, wie er pers\u00f6nlich erlebt hatte, was Besa bedeutete. Er berichtete von Erinnerungen, wie er in seiner Familie die Besa erlebt hatte. Die Besa war etwas Selbstverst\u00e4ndliches, nicht etwas Besonderes, die Aufnahme und der Schutz von G\u00e4sten im eigenen Haus waren tief verwurzelt in der albanischen Gesellschaft.<\/p>\n<p> In ihrem Schlusswort sagte Ursula St\u00e4mmer, dass die Ausstellung sehr zur Verbesserung des Image von Juden und Albanern in der Schweiz beitragen werde. Bekanntlich tauchen die Bezeichnungen Juden und Albaner in Medien und gesellschaftlichen Diskussionen eher in negativer Weise auf.<\/p>\n<p>\u201eDank der Ausstellung werden wir die Besa und das von ihr geleitete Handeln kennenlernen und k\u00f6nnen so die positiven Seiten dieser beiden gesellschaftlichen Gruppen in der Schweiz besser verstehen\u201c, betonte St\u00e4mmer.<\/p>\n<p>Weitere Aktivit\u00e4ten werden in den folgenden Tagen die Ausstellung begleiten, etwa Kollektivbesuche von Luzerner Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Podiumsdiskussionen und Filmvorf\u00fchrungen etc.<\/p>\n<p>Die Ausstellung wird bis zum 27. Januar 2015 in der Kornh\u00fctte Luzern zu sehen sein.<\/p>\n<p>(Foto Bashkim Rexhepi)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montag wurde in Luzern die Ausstellung \u201eBesa \u2013 ein Ehrenkodex. 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