{"id":71573,"date":"2015-01-18T08:43:40","date_gmt":"2015-01-18T07:43:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=71573"},"modified":"2015-02-16T14:12:13","modified_gmt":"2015-02-16T13:12:13","slug":"nese-mungojne-njohurite-e-gjuhes-mungon-gjithcka-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/nese-mungojne-njohurite-e-gjuhes-mungon-gjithcka-2\/","title":{"rendered":"Wenn die Sprachkenntnisse fehlen, fehlt es an allem Die Albanerin"},"content":{"rendered":"<p>Ihre erste Begegnung mit der deutschen Sprache war wenig verheissungsvoll: \u00abNoch bevor ich in die Schweiz gekommen bin, hat mir jemand erz\u00e4hlt, dass ich nie werde Deutsch lernen k\u00f6nnen\u00bb, sagt die Albanerin Brikela Andrea. Ein Bekannter habe ihr mitgeteilt, Deutsch sei eine so schwierige Sprache, dass nur M\u00e4nner sie erlernen k\u00f6nnten. Heute \u00abliebt\u00bb And\u00adrea die deutsche Sprache \u2013 sie hat sie sich sogar zum Beruf gemacht.<\/p>\n<p>Als interkulturelle \u00dcbersetzerin schl\u00e4gt sie Br\u00fccken zwischen Menschen und Kulturen. Andrea begleitet Zugewanderte bei Gespr\u00e4chen mit Beh\u00f6rden, sei es beim Gericht, im Elterngespr\u00e4ch oder im Spital. Am 1. Januar tritt das neue Integrationsgesetz des Kantons in Kraft. K\u00fcnftig d\u00fcrften deshalb Personen wie Andrea noch mehr gefragt sein, denn das neue Gesetz sieht vor, Neuzuz\u00fcger zu einem Gespr\u00e4ch bei den Gemeindebeh\u00f6rden vorzuladen. Stellen diese \u00abbesonderen Informationsbedarf zu Fragen der Integration\u00bb fest, schicken sie die Betroffenen zu einer der vier im Kanton zust\u00e4ndigen Ansprechstellen f\u00fcr Integration.<\/p>\n<p>And\u00adrea selber begr\u00fcsst diese Regelung. \u00abIch selbst war damals ziemlich verloren, als ich in die Schweiz kam.\u00bb H\u00e4tte sie die Angebote besser gekannt, h\u00e4tte sie schneller ihren Weg gefunden, wie sie sagt. Zudem gebe es heute so viele Angebote, dass man sich leicht darin verlieren k\u00f6nne. Sie sagt aber auch, dass die Beh\u00f6rden zu bedenken h\u00e4tten, dass Integration nicht nur leicht sei.<\/p>\n<p><strong>Neue Welt, neue Herausforderungen<\/strong><\/p>\n<p>Andrea hat nie geplant, in der Schweiz zu leben. \u00abDenn in Tirana hatte ich meine Familie, einen guten Job, Freunde.\u00bb Doch dann war die Liebe st\u00e4rker, und sie reiste ihrem Mann in die Schweiz nach, der hier auf dem Bau eine Stelle gefunden hatte. Heute, zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter, hat sie sich in Bern mit ihrer Familie ein neues Leben aufgebaut. \u00abIch habe mir viel M\u00fche gegeben, bis ich so weit war, sagen zu k\u00f6nnen: Hier f\u00fchle ich mich zu Hause\u00bb, erkl\u00e4rt die zweifache Mutter. Mit ihrem Hintergrund m\u00f6chte die Albanerin Zugezogenen den Start in der Schweiz nun erleichtern.<\/p>\n<p>In ihrer Arbeit als \u00dcbersetzerin stellt die Bernerin in Gespr\u00e4chen mit den Beh\u00f6rden den Informationsfluss sicher. Hierbei geht es um mehr als nur um den Inhalt des Gesprochenen \u2013 vielmehr m\u00fcssen interkulturell Dolmetschende die kulturellen Gegebenheiten der Herkunftsl\u00e4nder wie auch der Schweiz kennen und diese im Gespr\u00e4ch, wann immer n\u00f6tig, einfliessen lassen. Erlernt hat Andrea die Technik des interkulturellen \u00dcbersetzens bei Intercultura, einer Institution im Kanton Bern, welche interessierte Migrantinnen und Migranten zu interkulturell Dolmetschenden ausbildet. \u00abDas war f\u00fcr mich damals wie eine neue Welt\u00bb, erinnert sich Andrea. Nachdem sie sechs Jahre von Beruf \u00abnur Mutter\u00bb gewesen sei, habe sie sich jetzt herausfordern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch ihre Arbeit birgt Herausforderungen. Andrea lernte sich abzugrenzen: gegen\u00fcber tragischen Geschichten, die sie erz\u00e4hlt bekommt. Gegen\u00fcber den Neuzuz\u00fcgern, die sie als Landsfrau oft als Verb\u00fcndete ansehen. Und gegen\u00fcber den Beh\u00f6rden, welche sie manchmal um Einsch\u00e4tzungen zur Situation der Migranten bitten. \u00abHier darf ich keine Auskunft geben, denn es ist unser oberstes Gebot, als \u00dcbersetzende neutral zu sein.\u00bb<\/p>\n<p><strong>In der Schweiz zuhause<\/strong><\/p>\n<p>Neben ihrer Arbeit als interkulturelle Dolmetscherin arbeitet Andrea im Zentrum 5. Das Integrationszentrum f\u00fcr Migranten ist ein Projekt der Arbeits\u00adgemeinschaft christlicher Kirchen Region Bern. Als Kultur- und Bibliotheksverantwortliche ist Andrea hier f\u00fcr die bunten Seiten des Lebens zust\u00e4ndig. Und so beginnen ihre Augen denn auch zu gl\u00e4nzen, als sie durch die Bibliothek f\u00fchrt, die B\u00fccher in 31 Sprachen beinhaltet. Die 41-J\u00e4hrige bezeichnet Lesen als ihre Leidenschaft. Gerne h\u00e4tte sie jedoch schon fr\u00fcher B\u00fccher in deutscher Sprache gelesen. \u00abAls ich hierherkam, war ich jung, motiviert und wollte studieren.\u00bb Daraus ist nichts geworden.<\/p>\n<p>Dennoch scheint Andrea mit ihrem heutigen Leben erf\u00fcllt. Auf die Frage, wo sie sich denn nun am meisten verankert f\u00fchle, antwortet sie, sie f\u00fchle sich in der Schweiz zu Hause \u2013 als Albanerin, aber auch als Schweizerin. \u00abDenn in Bern habe ich meine Familie, einen guten Job, Freunde.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brikela Andrea arbeitet heute als interkulturelle \u00dcbersetzerin. Dies, obwohl der Weg zur deutschen Sprache lang und steinig war.<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":74873,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1136,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-71573","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-sprachen","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=71573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/71573\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/74873"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=71573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=71573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=71573"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=71573"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=71573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}