{"id":737535,"date":"2024-05-10T13:18:40","date_gmt":"2024-05-10T11:18:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=737535"},"modified":"2024-07-25T16:57:25","modified_gmt":"2024-07-25T14:57:25","slug":"heidi-heiz-brueckenbauerin-in-der-bildung-von-der-schulassistenz-zur-schulleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/heidi-heiz-brueckenbauerin-in-der-bildung-von-der-schulassistenz-zur-schulleitung\/","title":{"rendered":"Heidi Heiz: Br\u00fcckenbauerin in der Bildung \u2013 Von der Schulassistenz zur Schulleitung"},"content":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit Albinfo.ch lernen wir die Welt von Heidi Heiz kennen und sehen, wie ihre abwechslungsreiche Karriere den stetigen Wandel in der Schweizer Bildungslandschaft widerspiegelt. Heiz hat Schlagzeilen rund um die Volksschule nicht nur als interessierte Leserin verfolgt, sondern war von Anfang auch mittendrin. Sie startete als Schulassistentin und strebt jetzt danach, als Co-Schulleiterin aktiv an der Gestaltung einer Schule mitzuwirken.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Frau Heiz, k\u00f6nnen Sie uns einen Einblick in Ihren beruflichen Werdegang geben und wie Sie schlussendlich in der Schule gelandet sind?<\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz:<\/strong> Kunst oder Kauffrau \u2013 diese Frage stellte sich mir in der Sekundarstufe. Schlussendlich habe ich mich f\u00fcr die zweite Option entschieden und Kreativit\u00e4t als Hobby weiter ausgelebt. Das Interesse und eine Affinit\u00e4t f\u00fcr Schulbildungsthemen kamen erst einige Jahre sp\u00e4ter. Mehr noch, es hat mich gepackt und schlussendlich auch beruflich auf den Weg Richtung Schulleitung gef\u00fchrt, auf welchem ich mich nun befinde.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Sie haben 2019 den Schweizerischen Schulassistenzverband zusammen mit anderen Schulassistentinnen gegr\u00fcndet \u2013 weshalb?<\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz: <\/strong>Die Rolle der Schulassistenz war f\u00fcr mich eine M\u00f6glichkeit, auch beruflich in eine Schule einzutauchen und mitzuwirken. Doch erst im Rahmen einer entsprechenden Weiterbildung an der PHZH wurde mir klar, dass Schulassistenzen (urspr\u00fcnglich Klassenassistentinnen genannt) an Schweizer Schulen bereits seit Jahren im Einsatz waren. Es stellte sich heraus, dass es bez\u00fcglich Anstellungsrahmen und Aufgabengebiet nicht nur kantonale, sondern auch pro Gemeinde frappante Unterschiede gab. Es fehlten klare und vor allem einheitliche Strukturen, Rahmenbedingungen und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Weiterentwicklung. Es gab kein Berufsbild. Darauf hinzuarbeiten war das Ziel dieses neu gegr\u00fcndeten Verbandes. Ein Praxisbeispiel: Gestartet hatte ich an einer Primarschule und war im Stundenlohn angestellt. Heute arbeite ich an einer Sonderschule und profitiere von einem Monatslohn.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Gerne m\u00f6chte ich hier einhaken, Sie kennen die Arbeit in dieser Rolle an einer Regel- und an einer Sonderschule. Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Anforderungen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz: <\/strong>Ich versuche es auf den Punkt zu bringen \u2013 die Durchf\u00fchrbarkeit, Gewichtung des Lehrplan 21. W\u00e4hrend sich an Regelschulen Klassen durchgetaktet an den zu behandelnden Lernstoff halten, wird an Sonderschulen mit verhaltensauff\u00e4lligen Kindern und Jugendlichen zuerst Vorarbeit geleistet. Diese Kinder bringen andere Voraussetzungen mit, welche sie am eigentlichen Lernen hindern, Beziehungsarbeit als Basis, um lernen \u00fcberhaupt m\u00f6glich zu machen. Eine Schulassistenz in einem solchen Schulsetting ben\u00f6tigt eine extra Portion Fingerspitzengef\u00fchl, Gelassenheit, hohe Kommunikationsf\u00e4higkeit, Pr\u00e4senz und intrinsische Motivation, um Gegenwind umzuleiten. Daher ist es wichtig, den Humor im Umgang mit diesem anspruchsvollen Schulsetting nicht zu verlieren. Es herrschen andere Dynamiken, und der Umgang mit grenzverletzendem Verhalten muss gelernt werden. Ein aktiver Austausch im gesamten Schulteam sowie Unterst\u00fctzung und Klarheit der jeweiligen Schulleitung sind unabdingbar. Ich sch\u00e4tze genau deshalb die Arbeit in diesem Rahmen. Ich erlebe dort die Schulassistenz als ein ebenb\u00fcrtiges Puzzleteil, nehme an Sitzungen und Projektarbeiten teil. Diese Art von Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl hatte ich damals im Einsatz an der Regelschule vermisst.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit, insbesondere die albanische Sprache, in Ihrem Konzept der Schulentwicklung?<\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz: S<\/strong>prache ist der Schl\u00fcssel zur Welt. Wer heutzutage mehrere Sprachen spricht, hat eine breitere Auswahl an Jobm\u00f6glichkeiten. Wir leben in einer Welt, die vom Gedanken der Automatisierung gepr\u00e4gt ist. In vielen Unternehmungen werden bereits Arbeitsschritte durch Maschinen ersetzt. Es spricht einiges daf\u00fcr, wie die Rentabilit\u00e4t, aber auch einiges dagegen. Doch Menschen werden nie ersetzbar sein, denn Kommunikation in einer digitalen Welt ist noch kostbarer geworden. Mehrsprachigkeit in unseren Schulen ist daher ein wertvolles Gut. Die Frage ist, wie wir ihr im schulischen Kontext begegnen k\u00f6nnen und wollen. Es ist wichtig, dass jeder Sch\u00fcler und jede Sch\u00fclerin eine Fremdsprache nicht als Barriere erlebt, sondern bestenfalls als eine faszinierende weitere Chance zur Verst\u00e4ndigung. Denn hinter jeder Sprache steht eine Kultur. Deshalb f\u00f6rdern wir das interessierte Nachfragen, das Offensein f\u00fcr Andersartigkeit, Respekt und das Finden von Gemeinsamkeiten als Schl\u00fcssel zum \u00dcberwinden von Sprachbarrieren, auch f\u00fcr Albanisch in der Schule.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: \u00abSchule im Wandel\u00bb &#8211; welche wesentliche Ver\u00e4nderung sehen Sie als n\u00f6tig, um Qualit\u00e4t an Schule weiterhin zu gew\u00e4hrleisten? <\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz: <\/strong>Schulassistenten wirken in der Lebenswelt Schule bereits entlastend \u2013 ob im Schulzimmer, im Hort oder via Projektarbeit.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Was gibt es noch zu erw\u00e4hnen? <\/strong><\/p>\n<p><strong>H. Heiz: <\/strong>Ja, und ich hoffe, nicht nur Schulen sind im Wandel. Ich hoffe, die gesamte Bildungslandschaft \u2013 und zwar gemeinsam. Wir brauchen einen roten Faden, nicht nur schulhaus-, Gemeinde- sondern auch kantons\u00fcbergreifend f\u00fcr dasselbe Ziel. Wir sollten die Berufswelt mehr in unsere Schulen integrieren. Schlussendlich arbeiten wir auf diese Arbeitswelt hin. Flexibilit\u00e4t und Simplicity sehe ich zudem als entscheidende Faktoren, um auf Umweltfaktoren, unsere schnelllebige Welt, erneut agile Weltfrieden und entsprechend \u00e4ndernde Anforderungen, Berufsbilder und Kompetenzen ad\u00e4quat zu reagieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist wichtig, dass jeder Sch\u00fcler und jede Sch\u00fclerin eine Fremdsprache nicht als Barriere erlebt, sondern bestenfalls als eine faszinierende weitere Chance zur Verst\u00e4ndigung<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":737537,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1141,1136,3953,1133,1140],"tags":[1633],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-737535","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-themen","category-sprachen","category-intervista-de","category-e-diaspora-de","category-leben-in-der-schweiz","tag-zvicer-de","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737535","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=737535"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737535\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":756934,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737535\/revisions\/756934"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/737537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=737535"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=737535"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=737535"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=737535"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=737535"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}