{"id":79694,"date":"2015-03-11T13:00:02","date_gmt":"2015-03-11T12:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=79694"},"modified":"2015-04-11T13:18:16","modified_gmt":"2015-04-11T11:18:16","slug":"fehr-zvicra-te-ndihmoje-kosoven-ne-kete-situate-te-rende-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/fehr-zvicra-te-ndihmoje-kosoven-ne-kete-situate-te-rende-2\/","title":{"rendered":"Fehr: Die Schweiz sollte Kosova in der jetzigen schwierigen Lage helfen"},"content":{"rendered":"<p>Jacqueline Fehr ist eine Schweizer Politikerin auf nationaler Ebene, bekannt f\u00fcr ihren grossen Einfluss auf die Politik im Nationalrat, dem sie seit 1998 \u00fcber mehrere Legislaturperioden bis heute angeh\u00f6rt. An den Z\u00fcrcher Regierungsratswahlen vom 12. April 2015 kandidiert sie f\u00fcr einen freigewordenen Sitz der\u00a0Sozialdemokratischen Partei, deren Mitglied sie ist.<\/p>\n<p>Mit Jacqueline Fehr, die auch f\u00fcr ihre freundschaftliche Beziehung zur albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung bekannt ist, sprach albinfo.ch \u00fcber ihre Wahlchancen, die Lage in Kosova, die Integration der Albaner in der Schweiz, die Aufl\u00f6sung des Sozialversicherungsabkommens zwischen Kosova und der Schweiz etc.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Was verbindet Sie mit Kosovo und den Albanerinnen und wie kam es zu dieser Beziehung?<\/p>\n<p><strong>Jacqueline Fehr:<\/strong> Meine ersten Kontakte mit Kosova r\u00fchren aus der Zeit als dort Krieg war, als die Kosovaren in ihrem eigenen Land stark unterdr\u00fcckt wurden. Ich arbeitete damals in der Bildung, und lernte auf diese Weise in der Schweiz aufgenommene kosovarische Schulkinder kennen und hatte Kontakt mit ihnen. 2013 dann war ich im Rahmen einer Delegation in Kosova; es war eine Kombination zwischen einem offiziellen und einem privaten Besuch. Wir besuchten dort verschiedene schweizerische Projekte, darunter auch die Projekte von Solidar Suisse. Wir sprachen mit den Vertretern der damaligen Regierung, danach besuchten wir die Kfor beziehungsweise die Swisscoy etc.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Die Schweiz und ihre ehemalige Aussenministerin Bundesr\u00e4tin Calmy-Rey sprachen sich vor rund zehn Jahren f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit Kosovos aus. Seit 2008 ist Kosovo ein unabh\u00e4ngiger Staat und die Schweiz war bei den ersten L\u00e4ndern, die diese Unabh\u00e4ngigkeit anerkannten.<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Betreffend die fr\u00fche Anerkennung der Unabh\u00e4ngigkeit Kosovas durch die Schweiz glaube ich, dass unser Land in diesem Prozess eine wichtige Rolle gespielt hat, auch wegen der Tatsache, dass hier schon fr\u00fch viele Kosovaren lebten, so dass viele Schweizer enge Kontakte mit Kosovarinnen hatten. Dann gab es diesen Teil der Schweizer Aussenpolitik, welchen Calmy-Rey mit einem bedeutenden Schritt konkretisierte, indem sie die Unabh\u00e4ngigkeit Kosovas fr\u00fch anerkannte, ein Schritt, dem die anderen L\u00e4nder folgten.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Im Licht des j\u00fcngsten Exodus der Kosovaren sind\u00a0jetzt wieder Stimmen zu vernehmen, die Kosovo als &#8220;gescheiterten Staat&#8221; bezeichnen wollen. Was haben Sie diesbez\u00fcglich f\u00fcr eine Meinung?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Offensichtlich leidet Kosovo zur Zeit unter schweren Problemen, wie etwa der stark verbreiteten Korruption etc. Die Menschen sind entt\u00e4uscht von der Politik und ich bin \u00fcberzeugt, dass auch die Schweiz angesichts der wichtigen Rolle, die sie in Kosova spielt, die Pflicht hat, bei der L\u00f6sung von Problemen zu helfen. Wir wollen, dass wir in Kosova Politiker haben, die sich f\u00fcr das allgemeine Wohl einsetzen und nicht f\u00fcr ihre pers\u00f6nlichen Interessen.<\/p>\n<p>Von jenen Stimmen, die von einem &#8220;gescheiterten Staat&#8221; sprechen, halte ich jedoch \u00fcberhaupt nichts. Aber es gibt unter den Jungen, die in Kosovo keine Zukunft sehen, eine enorme Verzweiflung, und ich finde es sehr dramatisch, dass so viele Menschen Kosovo verlassen. Menschen, die dieses Land eigentlich aufbauen m\u00f6chten.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Der Ruf der Albaner aus Kosova\u00a0ist in der Schweiz nicht sehr gut. Wo sehen Sie die Ursachen daf\u00fcr?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr<\/strong>: Es gibt sicher viele Gr\u00fcnde. Sie kamen in der Zeit der Krise aus Kosovo in die Schweiz, zusammen mit ihren Familien und vielen Jugendlichen, die keine Kinder, aber auch noch nicht ganz Erwachsene waren. Letztere hatten Probleme mit der Integration in die hiesige Gesellschaft. Doch mit der Zeit handelte es sich aus dieser Kategorie nur noch um einzelne F\u00e4lle von Straft\u00e4tern, F\u00e4lle, wie sie es auch unter den Schweizern gibt. Inzwischen gibt es viele Beispiele von Jungen, die durch die Arbeit, die sie ausf\u00fchren, erfolgreich\u00a0in der hiesigen Gesellschaft integriert sind. Auch das Beispiel der erfolgreichen albanischen Schweizer Fussballer muss erw\u00e4hnt werden. Wichtig\u00a0f\u00fcr alle, die in ein fremdes Land leben gehen, ist, sich zu bem\u00fchen, die Landessprache zu lernen.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Sie engagieren sich als Sozialdemokratin f\u00fcr die soziale Gerechtigkeit. Vor f\u00fcnf Jahren wurde das Sozialversicherungsabkommen mit Kosovo von der schweizerischen Seite\u00a0aufgel\u00f6st. Was halten Sie davon?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Ich denke, dass dies ein grosses Problem ist f\u00fcr jene Kosovaren, die in der Schweiz arbeiteten und nun daran gehindert werden, die verdienten Renten zu bekommen. \u00dcber dieses Problem sprachen wir, als wir in Prishtina waren, und auch in Bern sprechen und diskutieren wir st\u00e4ndig \u00fcber diese Angelegenheit. F\u00fcr uns hat die Erneuerung dieses Abkommens hohe Priorit\u00e4t. Die Aufl\u00f6sung des Abkommens war ein politischer Entscheid, zu einer Zeit, als das Departement in den H\u00e4nden rechter Parteien war. Es wurde versucht auf dem R\u00fccken der Albaner Kosovos zu sparen. Die Gewerkschaften reagierten schnell, doch es ist immer schwierig, ein aufgel\u00f6stes Abkommen wieder abzuschliessen!<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Sie kandidieren f\u00fcr den Regierungsrat des Kantons Z\u00fcrich. Sie haben langj\u00e4hrige Erfahrung in der nationalen Politik. Was veranlasst Sie, jetzt f\u00fcr ein kantonales Amt zu kandidieren?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Wie Sie wissen, haben die Kantone in der Schweiz grosse Kompetenzen im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen etc., sie haben mehr Kompetenzen als der Bund. Und mir sind diese Bereiche sehr wichtig. Es gibt viele Themen, zu welchen die Entscheide in den Kantonen und nicht auf Bundesebene gef\u00e4llt werden.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Wie hoch sch\u00e4tzen Sie Ihre Chancen ein, gew\u00e4hlt zu werden?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Die SP hat zwei Sitze in der siebenk\u00f6pfigen Kantonsregierung. Einer dieser beiden Sitze ist frei, und diesen strebe ich an. Prognosen sind schwierig, die Chancen sind sicher gut, doch wir d\u00fcrfen die Situation nicht untersch\u00e4tzen, da die rechten Parteien bekanntlich eine Koalition eingegangen sind und uns diesen Sitz in der Kantonsregierung wegnehmen wollen.<\/p>\n<p><strong>Albinfo.ch:<\/strong> Was w\u00fcrden Sie der albanischen und den andern Bev\u00f6lkerungsgruppen ausl\u00e4ndischer Herkunft versprechen? Aus welchem Grund sollten sie Sie w\u00e4hlen?<\/p>\n<p><strong>J. Fehr:<\/strong> Ich setzte mich immer f\u00fcr Integration, Respekt und Toleranz ein. Ich habe viele Kontakte mit Menschen verschiedener Herkunft. Ich denke, dass die Schweiz den Migranten und insbesondere den Kosovaren dankbar sein sollte. Die \u00fcber 200&#8217;000 Albanerinnen-Kosovarinnen, die in der Schweiz leben, leisteten\u00a0einen wesentlichen Beitrag zum Wohlstand, dessen sich die Schweiz erfreut. Die Tatsache, dass die Menschen zu uns kommen, ist eine Bereicherung, eine enorme Chance, und daher versuchen wir, diese Chance zu nutzen und die Menschen zu unterst\u00fctzen, damit sie sich bei uns wie zuhause f\u00fchlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die Schweiz hat angesichts ihrer wichtigen Rolle in Kosovo die Pflicht, Probleme dort l\u00f6sen zu helfen&#8221; <\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":76467,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133,1158],"tags":[1635,1660,1661],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-79694","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de","category-themen-vor-ort","tag-shqiptaret-ne-zvicer-de","tag-jacqueline-fehr-de","tag-integrimi-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79694","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=79694"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/79694\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/76467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=79694"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=79694"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=79694"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=79694"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=79694"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}