{"id":80092,"date":"2015-04-07T12:18:57","date_gmt":"2015-04-07T10:18:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=80092"},"modified":"2015-04-17T09:20:54","modified_gmt":"2015-04-17T07:20:54","slug":"projekt-studimor-mbi-integrimin-e-shqiptareve-ne-tregun-evropian-te-punes-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/projekt-studimor-mbi-integrimin-e-shqiptareve-ne-tregun-evropian-te-punes-2\/","title":{"rendered":"Studienprojekt zur Integration der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung auf dem europ\u00e4ischen Arbeitsmarkt"},"content":{"rendered":"<p>Dr. Mimoza Dushi schloss ihr Doktoratsstudium in Bev\u00f6lkerungsforschung an der Universit\u00e4t Prishtina ab. Zur Zeit befindet sie sich in einem Postdoktorandinnenstudium an der Universit\u00e4t Innsbruck. Sie forscht \u00fcber Albaner im Ausland, in Westeuropa, genauer in der Schweiz und in Deutschland, um deren politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche und ethnisch-identit\u00e4re Position zu verstehen, um einerseits ihr Leben, ihre Arbeit zu beurteilen, sowie auch um, andererseits, ihre Integration in die Aufnahmegesellschaft zu verstehen. Dieser Tage h\u00e4lt sie sich in Z\u00fcrich auf und albinfo.ch freut sich \u00fcber die Gelegenheit f\u00fcr das folgende Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: Frau Mimoza Dushi, vielen Dank, dass Sie zu diesem Gespr\u00e4ch mit unserem Portal albinfo.ch bereit waren.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Der Dank geb\u00fchrt Ihnen, dass Sie mir Gelegenheit geben, mich in Ihrem Medium und so auch zu all unseren Landsleuten in der Schweiz \u00e4ussern zu k\u00f6nnen. Mehr noch, Sie bieten mir Gelegenheit, Ihre Leserinnen und Leser \u00fcber unsere akademische T\u00e4tigkeit zu informieren. Danke!<\/p>\n<p><strong>Was k\u00f6nnen Sie \u00fcber Ihren ersten Besuch in der Schweiz sagen?<\/strong><\/p>\n<p>Mimoza Dushi:Ja, dies ist mein erster Besuch in der Schweiz in der Rolle als Forscherin. Ich geh\u00f6re einer Arbeitsgruppe an, die Art und Weise der Entwicklung der Arbeitsmigration in den L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft untersucht. Zur Zeit studieren wir die albanischen Emigranten, die aus Albanien und Kosova in Richtung Deutschland, Schweiz und Griechenland (im Falle Albaniens) auswandern. Da unsere Forschungsarbeit von ihrer Natur her direkt mit den Emigranten zu tun hat, \u00fcbernahm ich die Verantwortung f\u00fcr die Feldarbeit in der Schweiz. Diesmal werde ich mich in Z\u00fcrich aufhalten, obwohl die Feldarbeit nicht zwingend mit dieser Stadt verbunden ist. Doch meines Wissens lebt hier die die gr\u00f6sste Anzahl Albanischsprachiger.<\/p>\n<p><strong>Welche Forschungsmethode w\u00e4hlten Sie?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Wir arbeiten mit Interviews, um Migrationserfahrungen direkt von den Ausgewanderten zu erhalten. F\u00fcr die Auswahl der Personen, mit welchen wir ein Gespr\u00e4ch f\u00fchren wollen, brauchte es eine gewisse Vorarbeit. W\u00e4hrend dieser Phase meiner Arbeit traf ich auf eine grosse Bereitschaft und Gastfreundschaft von Seiten meiner Landsleute. Auch jetzt wo ich hier bin, erlebe ich diese aus der N\u00e4he.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6nnen Sie uns eine detailliertere Beschreibung Ihres Forschungsprojekts geben?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Wir wollen die Erfahrungen bez\u00fcglich des Fortkommens in Fragen der Erwerbst\u00e4tigkeit der Arbeitsmigranten, die aus dem Westbalkan in die Europ\u00e4ische Gemeinschaft kommen, erforschen. Der englische Begriff \u201cindustrial citizenship\u201d bezieht sich auf die Errungenschaften und die Integration der Migranten in den Arbeitsmarkt. Wir fokussieren auf die Erfahrungen der Emigranten und wollen versuchen, ihre Ziele und Strategien so wie auch die Art und Weise, wie sie selbst von der Migration profitieren, zu verstehen. Zur Zeit arbeiten wir mit albanischen Auswanderern, die in die dem Projekt entsprechenden Richtungen emigrieren, und gleichzeitig widmen wir unsere Aufmerksamkeit auch der R\u00fcckkehr der Emigrantinnen in die Herkunftsl\u00e4nder. In Anbetracht dessen, dass es das Ziel der Balkanl\u00e4nder ist, der EU beizutreten, geh\u00f6rt es auch zum Projektziel, diese Integration aus Sicht der Migranten selbst anzuschauen. Es sollen die Beziehungen zwischen der Staatsangeh\u00f6rigkeit, der Territorialit\u00e4t und den Staaten untersucht werden, wobei der Rechtsschutz, der Aufbau von Identit\u00e4t und das Wahrnehmen von Beteiligungsm\u00f6glichkeiten im Blickpunkt stehen.<\/p>\n<p>Das Projekt umfasst Interviews mit Emigrierten und mit Fachleuten. Ich erw\u00e4hnte bereits, dass wir vermittels biographischen Interviews mit Ausgewanderten zu Wissen \u00fcber ihre Migrationserfahrungen, insbesondere \u00fcber ihre Integration in den Arbeitsmarkt gelangen. \u00dcber Interviews mit Fachleuten, Personen in Beh\u00f6rden, die in Abteilungen arbeiten oder solche leiten, die Migranten betreffen, und \u00fcber Gespr\u00e4che mit Gewerkschaftsvertreterinnen und Leuten anderer Organisationen erhalten wir Informationen \u00fcber die Rechte der Migranten und ihren Schutz auf dem Arbeitsmarkt.<\/p>\n<p>Ein Teil der Feldarbeit soll auch in jenen L\u00e4ndern durchgef\u00fchrt werden, in welchen die Emigrantinnen leben, um aus der N\u00e4he zu sehen, was sie erreicht haben, ihr Leben und ihre Anliegen kennenzulernen. In den Sommerferien dann erwarten wir Sie gerne in unseren Herkunftsl\u00e4ndern, wo die dritte und letzte Phase der Feldarbeit stattfinden wird.<\/p>\n<p><strong>Wer finanziert das Projekt? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Das Projekt wird von der Universit\u00e4t Freiburg (Schweiz) finanziert. Es wird von der Universit\u00e4t \u201cNew York\u201d in Tirana und der Universit\u00e4t Prishtina realisiert, w\u00e4hrend das Monitoring bei der Universit\u00e4t Jyvaskule in Finnland liegt.<\/p>\n<p><strong>Sie hatten ja zuerst Kontakte mit Auswanderinnen im Heimatland und danach unmittelbar in deren Lebenswelt hier in der Schweiz. Was charakterisiert heute das Leben albanischsprachiger Migranten in der Schweiz?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Allgemein stellte ich fest, dass unsere Sprache \u00fcberall gesprochen wird, \u00fcberall traf ich auf Gastfreundschaft und herzliche W\u00e4rme. Aufgefallen ist mir, dass Albanerinnen und Albaner Migration und Integration verschieden wahrnehmen, je nach dem, woher sie stammen. Das unterscheidet sie, immer im Kontext ihrer Emigrationsmotive und der Ziele, die sie erreichen wollen, ein wenig voneinander.<\/p>\n<p><strong>Wie sch\u00e4tzen Sie heute die Rolle der albanischen Diaspora im europ\u00e4ischen Integrationsprozess ein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mimoza Dushi:<\/strong> Ich denke, die Diaspora ist unersetzlich. Die Emigrantinnen und Emigranten sind die besten Botschafter unserer L\u00e4nder. Eure Arbeit, euer Einsatz am Arbeitsplatz, P\u00fcnktlichkeit und korrektes Verhalten bei der Arbeit, wie auch die Kultur und die starke Verbindung mit den Herkunftsl\u00e4ndern sind nach meiner Auffassung die ersten Schritte, die uns in Richtung europ\u00e4ische Integration tragen. An eurem Beispiel konnte die westliche Welt die wahren Werte der albanischsprachigen Bev\u00f6lkerung sehen und das \u00f6ffnet uns den Weg zur Aufnahme in die Gruppe der EU-Staaten. Zudem denke ich, dass heute eine engere Zusammenarbeit zwischen unseren Regierungen und unserer Diaspora noch notwendiger geworden ist. Unsere Diaspora befindet sich in Ver\u00e4nderung. Die zweite und die dritte Generation unserer Migrantinnen befassen sich sehr viel mehr mit Bildung und beruflichen Leistungen und sie sind recht erfolgreich. Diese Leute sollten meiner Meinung nach von Seiten unserer Staaten mehr \u201cgenutzt\u201d werden, denn mit ihren Erfahrungen und Kontakten mit Menschen auf verschiedenen Ebenen in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern k\u00f6nnen sie eine schnellere Integration in Europa beeinflussen. Und ich glaube, dass es in diesen Generationen nicht wenige Menschen gibt, die bereit sind, f\u00fcr ihre L\u00e4nder zu lobbyieren und gleichzeitig Wissen weiterzugeben. Und dies zweifellos in allen Lebensbereichen. Erlauben Sie mir zum Schluss, dieses Gespr\u00e4ch zum Anlass zu nehmen, die offizielle Webseite des Projekts bekanntzugeben, wo unsere Aktivit\u00e4ten, die bisherigen Ergebnisse und Publikationen rund um das Projekt ver\u00f6ffentlicht werden. Sie k\u00f6nnen alles online unter folgender Adresse verfolgen:<span style=\"text-decoration: underline;\">http:\/\/icm-westernbalkans.com\/project-description-2\/<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir wollen die Erfahrungen der westbalkanischen Arbeitsmigranten hinsichtlich ihres Fortkommens in Fragen der Erwerbst\u00e4tigkeit in den westeurop\u00e4ischen Staaten erforschen&#8221;<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":79377,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1133],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-80092","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-integration","category-e-diaspora-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=80092"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/80092\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/79377"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=80092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=80092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=80092"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=80092"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=80092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}