{"id":83032,"date":"2015-05-20T13:23:04","date_gmt":"2015-05-20T11:23:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=83032"},"modified":"2015-05-20T14:52:58","modified_gmt":"2015-05-20T12:52:58","slug":"bujqit-punesojne-refugjatet-ne-kuadrin-e-nje-projekti-pilot-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/bujqit-punesojne-refugjatet-ne-kuadrin-e-nje-projekti-pilot-2\/","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge als Arbeitskr\u00e4fte in der Landwirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem Gem\u00fcsebaubetrieb von Margret und Andreas Eschbach in F\u00fcllinsdorf sind beispielsweise seit Jahren Fl\u00fcchtlinge t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Die Erfahrung zeigt aber, dass es nicht ganz einfach ist. Mit einem dreij\u00e4hrigen Pilotprojekt will der Schweizer Bauern-verband mit Unterst\u00fctzung des Staatssekretariats f\u00fcr Migration die geeigneten Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren bei den Beteiligten heraussch\u00e4len und so im Idealfall eine Win-Win-Situation f\u00fcr alle schaffen: Arbeit und Integration f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge, Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die Landwirtschaft, finanzielle Entlastung f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand.<\/p>\n<p>Die Umsetzung der im letzten Jahr angenommen Masseneinwanderungsinitiative erfordert, das Potenzial an inl\u00e4ndischen Arbeitskr\u00e4ften besser zu nutzen. Ein solches besteht in den vorl\u00e4ufig Aufgenommenen und anerkannten Fl\u00fcchtlingen. Doch nur rund ein Drittel von ihnen schafft in den ersten Aufenthaltsjahren den Einstieg in die Arbeitswelt. Die Gr\u00fcnde sind vielf\u00e4ltig: Mangelnde Sprachkenntnisse, keine Ausbildung oder keine Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsbildung, administrative H\u00fcrden, migrationsbezogene Schwierigkeiten und \u00a0Vorurteile auf Seiten der Arbeitgeber. Die Landwirtschaft auf der anderen Seite besch\u00e4ftigt jedes Jahr 25\u2018000 bis 35\u2018000 ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte, weil sich f\u00fcr ihre Arbeiten kaum Schweizer finden lassen. Besonders arbeitsintensive Branchen wie Gem\u00fcse, Obst oder Wein besch\u00e4ftigen w\u00e4hrend der Vegetationszeit und Arbeitsspitzen wie der Erntezeit zahlreiche, meist befristet angestellte Arbeitskr\u00e4fte. Aktuell sind Polen und Portugiesen im Einsatz.<\/p>\n<p>Landwirtschaftsbetriebe ansprechen\u00a0Bund, Kantone und Gemeinden haben ihre Bem\u00fchungen intensiviert, um Fl\u00fcchtlinge rasch und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu bringen. Daf\u00fcr sind sie auf die Zusammenarbeit mit den Arbeitgebenden in verschiedenen Wirtschaftssektoren angewiesen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne haben der Schweizer Bauernverband und das Staatssekretariat f\u00fcr Migration ein drei-j\u00e4hriges Pilotprojekt zur Integration von Fl\u00fcchtlingen in die Arbeitswelt der Landwirtschaft entwickelt. Aktuell machen 10 Betriebe in der ganzen Schweiz mit, bei denen Fl\u00fcchtlinge in den letzten Wochen die Arbeit aufgenommen haben oder im Verlauf des Jahres noch aufnehmen werden. Das Projekt wird laufend weiterentwickelt und soll w\u00e4hrend drei Jahren die n\u00f6tigen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren bei allen Beteiligten (Betrieb, Fl\u00fcchtlingen, kantonalen Beh\u00f6rden) kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Der Bruttolohn f\u00fcr den ersten Monat betr\u00e4gt 2300 Schweizer Franken. Ab dem zweiten Arbeitsmonat bezahlen die Arbeitgeber den Fl\u00fcchtlingen den Mindestlohn gem\u00e4ss Normalarbeitsvertrag, der in den meisten Kantonen 3200 Franken betr\u00e4gt. Die Pilotbetriebe erhalten f\u00fcr ihren zus\u00e4tzlichen administrativen Aufwand im Zusammenhang mit der Evaluation des Projekts 200 Franken pro Monat. Weitere 200 Franken werden ihnen als pauschale Entsch\u00e4digung ausbezahlt, sofern die Arbeitskr\u00e4fte auch auf dem Betrieb wohnen und von der Familie verpflegt werden.<\/p>\n<p>Die Erfahrung zeigt, dass die Arbeitsintegration von Fl\u00fcchtlingen in der Landwirtschaft durchaus funktionieren kann. Margret und Andreas Eschbach besch\u00e4ftigen auf ihrem Gem\u00fcsebaubetrieb in F\u00fcllinsdorf &#8211; neben anderen Ausl\u00e4ndern &#8211; bereits seit 20 Jahren Fl\u00fcchtlinge. Sie m\u00f6chten diesen die M\u00f6glichkeit geben, sich selber ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Sie haben in all den Jahren bereits \u00fcber 2.5 Mio. Franken L\u00f6hne an Fl\u00fcchtlinge ausbezahlt und damit die \u00f6ffentliche Hand entlastet.<\/p>\n<p>Doch die Landwirte k\u00e4mpfen wie die Fl\u00fcchtlinge auch mit Herausforderungen: &#8220;Bei einem Arbeitsantritt f\u00e4llt in gewissen Kantonen sofort alle Unterst\u00fctzung vom Staat weg: Schlafgelegenheit im Asylzentrum, Krankenkasse, Essen, alles muss sofort durch den erhaltenen Lohn bestritten werden.&#8221; Ihre Erfahrung: Es ist wichtig, dass alle Stellen zusammenarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Fl\u00fcchtlinge k\u00f6nnen am Arbeitsmarkt teilhaben<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Pilotprojekt wollen der Schweizer Bauernverband und das Staatssekretariat f\u00fcr Migration verschiedene Ziele erreichen: F\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge und vorl\u00e4ufig aufgenommenen Menschen sollen sich M\u00f6glichkeiten erschliessen, am Arbeitsmarkt der Landwirtschaft teilzuhaben, praktisches Wissen zu erwerben oder auszubauen und ihre Sprachkenntnisse zu festigen. Die Landwirtschaftsbetriebe sollen Arbeitskr\u00e4fte aus der Umgebung rekrutieren k\u00f6nnen, im Idealfall auch f\u00fcr wiederholte Eins\u00e4tze \u00fcber mehrere Jahre.<\/p>\n<p>Eine gelungene Arbeitsintegration bedeutet zudem eine finanzielle Entlastung der \u00f6ffentlichen Hand. Das Pilotprojekt soll zeigen, welches die idealen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren f\u00fcr eine gelungene Integration der Fl\u00fcchtlinge in die Arbeitswelt der Landwirtschaft sind und so im Idealfall eine Win-Win-Situation f\u00fcr alle schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt sie bereits: Beispiele, bei denen vorl\u00e4ufig aufgenommene und anerkannte Fl\u00fcchtlinge erfolgreich auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben arbeiten<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":52704,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-83032","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83032","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83032"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83032\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/52704"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83032"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83032"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83032"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=83032"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=83032"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}