{"id":84453,"date":"2015-06-04T08:55:51","date_gmt":"2015-06-04T06:55:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=84453"},"modified":"2015-06-04T13:55:08","modified_gmt":"2015-06-04T11:55:08","slug":"erleta-erste-albanisch-stammige-offizierin-der-schweizer-armee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/erleta-erste-albanisch-stammige-offizierin-der-schweizer-armee\/","title":{"rendered":"Erleta, erste albanisch-st\u00e4mmige Offizierin der Schweizer Armee"},"content":{"rendered":"<p>Die 20 j\u00e4hrige Erleta Shala, die erste Offizierin der Schweizer Armee mit albanischen Wurzeln. Ihr Wunsch war es schon immer, eines Tages Milit\u00e4rdienst zu leisten f\u00fcr die Schweiz. Schon als Kind wollte sie die Armeeuniform tragen.<\/p>\n<p>Und mit 20 hat sie sich ihren Traum erf\u00fcllt. Ihr grosser Einsatz und die harte Arbeit haben sich ausgezahlt, sagt sie f\u00fcr albinfo.ch. F\u00fcr eine Frau sei es nicht leicht, ein Offizier der Schweizer Armee zu werden.<\/p>\n<p>\u201cMein Wunsch ist es, durch meinen Einsatz f\u00fcr die Schweizer Armee mich beim Schweizer Staat f\u00fcr die grosse Unterst\u00fctzung zu bedanken\u201d, sagt Erleta in ihrem Interview f\u00fcr albinfo.ch.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch: <\/strong>Was bedeutet Ihnen Ihr Dienst in der Schweizer Armee als albanischst\u00e4mmige junge Frau?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> In der Schweizer Armee schaut man nicht, welche Herkunft man hat, weil dort alle Schweizer Staatsb\u00fcrger sind. Doch der Dienst bedeutet mir viel, denn ich m\u00f6chte, dass die Menschen unseren Beitrag f\u00fcr dieses Land sehen, das uns in so vielen Aspekten geholfen hat.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Ist das Milit\u00e4rleben in der Schweiz schwer? K\u00f6nnen alle diesen Weg gehen?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala<\/strong>: Es ist schwer, besonders als Frau. Man muss viel geben, wenn man sich Respekt verdienen m\u00f6chte. Meiner Meinung nach ist es jedoch nicht wichtig wie schwer der Weg ist; es ist vielmehr wichtig, dass man ein Ziel hat und f\u00fcr dieses k\u00e4mpft.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Warum wollten Sie zum Milit\u00e4r?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala: <\/strong>Es gibt mehrere Gr\u00fcnde. Die Schweiz hat so viel f\u00fcr uns getan. Oft frage ich mich, wo ich jetzt w\u00e4re, wenn wir die Unterst\u00fctzung der Schweiz nicht gehabt h\u00e4tten. Schon als Kind habe ich eine Milit\u00e4runiform gerne getragen und davon getr\u00e4umt, Soldatin zu werden. Auch der Krieg in Kosova hat hierzu sicher eine Rolle gespielt \u2013 als Kind habe ich das Kriegsleiden meiner Generation in Kosova nachempfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Wie sind sie bef\u00f6rdert worden und welchen milit\u00e4rischen Grad haben Sie in der Schweizer Armee?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> Ich bin Offizierin und wurde zum am 29.05.2015 zum Leutnant bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Wie schwer ist es h\u00f6here Dienstgrade in der Schweizer Armee zu erlangen? Wie schafft man das?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> Daf\u00fcr braucht es viel Arbeit, Einsatz und Disziplin. Seit dem ersten Tag im Juli 2014 habe ich viele schwierige Herausforderungen meistern m\u00fcssen. Um irgendetwas im Leben zu erreichen, braucht man ein klares Ziel. F\u00fcr mich war es immer klar, ich wollte unbedingt zum Milit\u00e4r und Offizierin werden. Die gr\u00f6sste Herausforderung f\u00fcr mich, war die \u201c\u00dcberlebenswoche\u201d in der Offiziersschule. Wenig Schlaf, wenig Essen. Wir waren zwei Klassen. Jeden Tag musste wir bis an unsere Grenzen gehen; 20 Kilometer Velofahren, 4 Kilometer Schwimmen, 10 Kilometer Laufen. Am letzten Tag mussten wir 60 Kilometer wandern \u2013 mit Gep\u00e4ck auf dem R\u00fccken. Alle sagten, Erleta wird das nicht schaffen; es ist f\u00fcr eine Frau unm\u00f6glich mit solch einem Gep\u00e4ck 60 Kilometer zu wandern. Doch ich habe mich stark gef\u00fchlt und war sehr entschlossen, dass ich es schaffe. Auf dem Weg wollten die Kameraden mir helfen und einen Teil meiner Last \u00fcbernehmen. Doch ich habe es abgelehnt. Einer sagte dann zum Major: \u201cFrau Shala ist sehr dickk\u00f6pfig; sie will nicht, dass wir einen Teil von ihrer Last nehmen und ihr helfen\u201d. Und der Major sagte: \u201cSo kennen wir Sie\u201d. Am Ende ist meine Klasse zwei Stunden vor der anderen Klasse angekommen und so hatte ich diese bis dahin schwierigste Herausforderung gemeistert.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Unter den letzten Bef\u00f6rderten gibt es nur wenige albanisch-st\u00e4mmige Soldaten. Wie erkl\u00e4ren Sie sich dies?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> In der Schweizer Armee hat es viele albanisch-st\u00e4mmige Milit\u00e4rdienstleistende, die erfolgreich sind, leider aber nur wenige Frauen. Die dritte Generation der Menschen mit albanischen Wurzeln hat es geschafft, sich Zugang zu allen Berufsbereichen zu schaffen und geben \u00fcberall ein gute Beispiel.<\/p>\n<p><strong>\u00a0albinfo.ch:<\/strong> Sind Sie die erste Offizierin der Schweizer Armee mit albanischen Wurzeln?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala: <\/strong>Als Frau denke ich schon, ja. albinfo.ch: Werden alle Soldaten gleich behandelt? Sind alle gleichberechtigt?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> Ich sage es nochmals, dass in der Schweizer Armee alle gleich sind. Ich habe noch nie irgendeine besondere Behandlung erlebt.<\/p>\n<p><strong>albinfo.ch:<\/strong> Was macht die Schweizer Armee aus? Ist es schwierig, die Aufgaben zu erf\u00fcllen?<\/p>\n<p><strong>Erleta Shala:<\/strong> Disziplin und Ordnung, wie in jeder anderen Armee. Die Schweizer Armee ist sehr p\u00fcnktlich und ordentlich, mit einer eisernen Disziplin. Aufgaben muss man einfach erf\u00fcllen, sonst wird man bestraft.<\/p>\n<blockquote><p>Erleta Shala ist in Prizren (Kosova) geboren. Als sie 9 Monate alt war, kamen ihre Eltern in die Schweiz. Sie liebt den Sport, besonders das Schwimmen. Sie h\u00f6rt Rock-Musik. Ihr Ziel im Leben: \u201cMeine Familie soll gl\u00fccklich und gesund bleiben\u201d.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exklusives interview mit der Shweizer Offizierin mit albanischen Wurzeln, Erleta Shala <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":84369,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1135,1133,1156,1158],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-84453","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frauen","category-e-diaspora-de","category-fotolajmi-de","category-themen-vor-ort"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=84453"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/84453\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/84369"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=84453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=84453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=84453"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=84453"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=84453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}