{"id":87485,"date":"2015-07-08T10:53:58","date_gmt":"2015-07-08T08:53:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=87485"},"modified":"2015-07-08T10:54:28","modified_gmt":"2015-07-08T08:54:28","slug":"das-drama-asiatischer-fluchtlinge-auf-dem-balkan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/das-drama-asiatischer-fluchtlinge-auf-dem-balkan\/","title":{"rendered":"Das Drama asiatischer Fl\u00fcchtlinge auf dem Balkan"},"content":{"rendered":"<p>Laut Angaben von UNHCR kommen jeden Tag rund 200 Fl\u00fcchtlinge aus dem Nahen Osten \u00fcber Mazedonien nach Serbien.<\/p>\n<p>Das Drama arabischer Fl\u00fcchtlinge, die ein besseres Leben suchen, scheint unendlich zu sein. Jeden Tag kommen von Mazedonien in das Presheva Tal im S\u00fcdserbien rund 200 Fl\u00fcchtlinge aus Syrien, Aufghanistan, aus dem Irak und aus anderen asiatischen L\u00e4ndern. Sie gehen dann weiter nach Ungarn &#8211; in dem Hoffnung, nach Deutschland bzw. \u00d6sterreich zu gelangen. Ungarn st\u00f6sst an seine Kapazit\u00e4tsgrenzen. Die ungarische Regierung hat angek\u00fcndigt, entlang der Grenze zu Serbien einen 170 km langen Zaun zu bauen, damit die Fl\u00fcchtlinge fernbleiben. Trotz harter Kritik konkretisiert Ungarn die Pl\u00e4ne und will f\u00fcr dieses Projekt rund 70 Millionen Euro ausgeben. Dieser Maschendrahtzaun gilt schon jetzt als die moderne &#8216;chinesische Mauer&#8217;, die Fl\u00fcchtlinge fern halten soll.<\/p>\n<p>Die kosovarische Zeitung &#8216;Z\u00ebri&#8217; berichtet \u00fcber die Odyssee syrischer Fl\u00fcchtlinge, deren Ziel ist es, Deutschland zu erreichen. Die Fl\u00fcchtlinge erz\u00e4hlen, dass sie die H\u00e4lfte des Weges zu Fuss gemacht haben. Sie erz\u00e4hlen, wie Schmuggler von der Not der Fl\u00fcchtlinge enorm profitieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine sehr kurze Distanz von rund 20 Kilometern fordern und erhalten Schmuggler im Presheva- Tal enorme Summen von den Fl\u00fcchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und anderen asiatischen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Der 30 j\u00e4hrige Syrer Ahmad erz\u00e4hlt, dass er schon seit Monaten unterwegs ist. Von Syrien in die T\u00fcrkei, dann Griechenland, Mazedonien und Serbien. Er will weiter \u00fcber Ungarn nach \u00d6sterreich.<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben Tausende Dollar bezahlt, um mit einem kleinen Boot aus der T\u00fcrkei nach Griechenland zu gelangen. Dann haben wir bezahlt, damit wir nach Mazedonien kommen. Und jetzt m\u00fcssen wir in Serbien erneut zahlen&#8221;, so Ahmad.<\/p>\n<p>Ahmad erz\u00e4hlt \u00fcber die Odyssee, die er und seine drei Familienangeh\u00f6rigen erlebt haben. Nicht nur haben sie Tausende Doller an Schmuggler gezahlt; in einigen F\u00e4llen hat man sie angegriffen und versucht zu berauben.<\/p>\n<p>&#8220;Als wir von Mazedonien in das Presheva-Tal kamen, mussten wir von der Polizei ein Dokument nehmen, mit dem wir uns verpflichteten, innerhalb von 72 Stunden das Land zu verlassen. Es gab sehr viele Fl\u00fcchtlinge, die f\u00fcr dieses Dokument Schlange standen. Also sind wir weiter nach Bujanoc gefahren. F\u00fcr die Strecke von 20 Kilometern mussten wir dem Fahrer 50 Euro pro Person zahlen, also 200 f\u00fcr meine Familie&#8221;, zitiert &#8216;Z\u00ebri&#8217; den Fl\u00fcchtling Ahmad.<\/p>\n<p>In der Bussstation in Bujanoc gibt es keine freien Tickets mehr f\u00fcr die Fahrt nach Subotica. Alle Tickets von &#8216;Nis Express&#8217; haben asiatische Fl\u00fcchtlinge gekauft.<\/p>\n<p>Wie UNHCR meldet, kommen t\u00e4glich rund 200 Fl\u00fcchtlinge von Mazedonien nach Serbien. Gleich nach dem Ankommen m\u00fcssen sich die Fl\u00fcchtlinge bei der Polizei melden und erhalten ein Dokument, mit dem sie sich verpflichten, das Land innerhalb von 72 Stunden zu verlassen. Sie verlassen dann Serbien in Richtung Ungarn. Wenn die ungarische Grenzpolizei sie dabei erwischt, werden sie zur\u00fcck nach Serbien geschickt. Dort kommen sie dann vor Gericht und m\u00fcssen eine Geldstrafe von 5000 Dinar (41 Euro) zahlen. Haben sie kein Geld, so m\u00fcssen sie f\u00fcr 4 Tage ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Mladen Mrdalj, Polizei-Chef der Region an der Grenze zu Ungarn, best\u00e4tigt die rapide Zunahme der Anzahl der Fl\u00fcchtlinge in den letzten Monaten. Rund 3\u2018500 Fl\u00fcchtlinge von Januar bis Mai 2015 sind vor Gericht in Subotica gestellt worden.<\/p>\n<p>Die einzige Hoffnung der Fl\u00fcchtlinge, die sich auf der Region Subotica aufhalten, ist Tibor Varga. Mit seiner NGO k\u00fcmmert er sich seit nunmehr 5 Jahren darum, dass die Fl\u00fcchtlinge kostenlos Kleidung und Essen erhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Angaben von UNHCR kommen jeden Tag rund 200 Fl\u00fcchtlinge aus dem Nahen Osten \u00fcber Mazedonien nach Serbien. Das Drama arabischer Fl\u00fcchtlinge, die ein besseres Leben suchen, scheint unendlich zu sein. 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