{"id":89230,"date":"2015-07-29T09:53:00","date_gmt":"2015-07-29T07:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=89230"},"modified":"2016-01-19T01:05:16","modified_gmt":"2016-01-19T00:05:16","slug":"komm-doch-und-sieh-dir-prizren-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/komm-doch-und-sieh-dir-prizren-an\/","title":{"rendered":"Komm doch und sieh dir Prizren an!"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201cWer einmal vom Wasser des Springbrunnens getrunken hat, verl\u00e4sst Prizren nicht mehr.\u201d So will es die Legende, auf deren Spuren st\u00f6sst, wer sich auf den Weg durch die engen Gassen der Stadt begibt. Und wirklich blieben manche, die kamen und ihren Durst l\u00f6schten, Prizren f\u00fcr immer verbunden; andere gingen wieder und kehrten nicht zur\u00fcck. Niemand weiss weshalb, aber eines ist sicher, nie ist es zu sp\u00e4t f\u00fcr eine R\u00fcckkehr, f\u00fcr eine erfrischende Sommerbrise in der Prizrener D\u00e4mmerung&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Woher du auch kommst, wenn deine Beine auf dem alten Kopfsteinpflaster, das die G\u00e4sschen bedeckt, etwas m\u00fcde geworden sind und deine Blicke an den Balkonen und Loggias der Stadth\u00e4user hochwandern, dann bist du in Prizren. Nicht zu Unrecht heisst es, diese Stadt sei sich selbst Wegweiser. Du musst nur dem Lauf des Lumbardh folgen, hin und wieder eine seiner zahlreichen Br\u00fccken \u00fcberqueren, und vor dir erscheinen die h\u00fcbschen Konturen der angenehm ruhigen Stadt. Zweifellos ist von den Br\u00fccken die Ura e Gurit, die Steinbr\u00fccke, die bekannteste, und sie bringt dich ins Herz der Stadt, doch jede der Br\u00fccken hat ihre eigene Geschichte. K\u00fcrzlich ernannte Prizren, wie Paris und viele andere europ\u00e4ische St\u00e4dte, eine Br\u00fccke, die Blaue, zur Br\u00fccke der Liebe. T\u00e4glich kommen Verliebte und befestigen ein Schloss, auf welchem sie liebevoll ihre Initialen eingeritzt haben, an den eisernen St\u00e4ben des Br\u00fcckengel\u00e4nders. Sie schliessen das Schloss ab und werfen den Schl\u00fcssel in den Fluss. (Nicht alle Lieben dauern ein Leben lang, deshalb ist es gut, einen Reserveschl\u00fcssel zu behalten, f\u00fcr alle F\u00e4lle &#8230;)<\/p>\n<p>Schweigend zeugen die noch bestehenden historischen Denkm\u00e4ler von der Geschichte des Ortes. Der Komplex der Albanischen Liga von Prizren, zu welchem das Haus der Liga und das Museum geh\u00f6ren, erinnert an die vielleicht gr\u00f6sste panalbanische Bewegung zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts, deren Ziel es war, die albanischen Gebiete vor der Zerst\u00fcckelung zu bewahren. Von dort f\u00fchrt der Weg zum Hamam (Bad) von Gazi Mehmet Pascha, zum Uhrturm und zum Ethnologischen Museum, Orte, die dich in eine andere Zeit zur\u00fcckversetzen, nostalgisch und garantiert ohne dich auch nur eine Spur zu langweilen.<\/p>\n<p>Auf dem H\u00fcgel \u00fcber dem Lumbardh erblickst du die Mauern der alten Burg, die wie ein steinerner W\u00e4chter \u00fcber der Stadt thront. Doch bevor du den engen und steilen Weg zur Burg hinauf unter die F\u00fcsse nimmst, ist es ratsam, dich zum Mittagessen in einem der Restaurants mit traditioneller K\u00fcche niederzulassen, und dabei weder das Buttermilchgetr\u00e4nk \u2013 hier auch Ajran genannt \u2013 zu Beginn noch die Tullumba \u2013 eine frittierte S\u00fcssigkeit \u2013 zum Dessert zu \u00fcberspringen. Der Duft von K\u00f6fte und anderen Gerichten lockt dich verf\u00fchrerisch von der Strasse weg und du setzst dich an einen der Tische am Flussufer. Eines ist gewiss, in Prizren ist noch nie jemand hungrig geblieben oder vom Essen entt\u00e4uscht worden. Nun ist es Zeit, sich zur Burg aufzumachen, doch wieso dich nicht zuvor, wie es der Brauch hier will, in eines der alteingesessenen Teelokale gegen\u00fcber der Sinan-Pascha-Moschee begeben f\u00fcr einen traditionellen \u00c7aj, serviert mit Zucker, Zitrone und einem L\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Der Weg \u00fcber den steilen Hang zur Burg hinauf, im Sommer von gr\u00fcnem Geb\u00fcsch umwuchert, f\u00fchrt dich langsam weg von den Ger\u00e4uschen der Stadt und der Menschen. Und stehst du erst einmal im alten Gem\u00e4uer und bist auf eine der Schutzmauern der Burg gestiegen, wiederholt sich das Wunder von vorher: Vor dir erscheint die ganze Stadt, wie eine reich mit Leckereien bedeckte Tafel, arglos und offenherzig. Du holst tief Atem, setzst dich im Schneidersitz auf die von der Sonne noch warmen Steine, und siehst zu wie die Ziegeld\u00e4cher allm\u00e4hlich im bernsteinfarbenen Dunkel verschwinden. Die D\u00e4mmerung senkt sich langsam nieder und die Sonne taucht ein in die H\u00e4user der Skyline, wie ein Ball, nachl\u00e4ssig an den Horizont geworfen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Prizren als Kunst &#8211; und Kulturstadt<\/strong><\/p>\n<p>Seit dem Jahr 2000 bis heute kam es in Prizren zu einer deutlichen Wiederbelebung des kulturellen Lebens, und zwar so ausgepr\u00e4gt, dass die Stadt ruhig \u201cStadt der Festivals\u201d genannt werden darf. Die zahlreichen Festivals, die vor allem im Sommer stattfinden, bringen Menschen aus Kosova, den Nachbarl\u00e4ndern und der ganzen Welt nach Prizren. Das bekannteste Festival ist das Internationale Dokumentar- und Kurzfilmfestival, kurz DokuFest. Dieses Jahr wird das 16. DokuFest seine Tore f\u00fcr alle Filmliebhaber vom 8. bis zum 16. August \u00f6ffnen. Die Filme werden im Kino am Fluss, dem Kino Lumbardh und anderen einzigartigen Kinos gezeigt, wodurch sie sch\u00f6ner als sonstwo auf der Welt erscheinen.<\/p>\n<p>Weiter gibt es das Musikfestival NgomFest (H\u00f6rmirzu-Fest) vom 30. Juli bis zum 2. August 2015, das Festival des Pneupaddelns auf dem Lumbardh, das BunarFest, etc.<\/p>\n<p>Diese und viele weiteren kulturellen Veranstaltungen mildern tags\u00fcber etwas die Prizrener Hitze und beleben die Sommern\u00e4chte bis in die fr\u00fchen Morgenstunden. Die zahlreichen Bars und Caf\u00e9s in der Stadt machen die Abendd\u00e4mmerung zu einem besonderen Erlebnis; zu den am meisten besuchten Caf\u00e9s geh\u00f6ren etwa das Kafi\u00e7, das Barcode, das \u00c7arshia und andere.<\/p>\n<p>Alles kann w\u00e4hrend eines Sommers in Prizren geschehen, aber Langeweile ist unm\u00f6glich&#8230;<\/p>\n<p><strong>Eine Stadt f\u00fcr alle<\/strong><\/p>\n<p>Als Stadt der mehr als 40 Minarette bekannt (zu den ber\u00fchmtesten Moscheen z\u00e4hlen die Bajrak-Moschee, die Sinan-Pascha-Moschee, die Emin-Pascha-Moschee und die Kuklibeg-Moschee), birgt Prizren auch die Kathedrale Unserer Lieben Frau von der immerw\u00e4hrenden Hilfe (Kisha e Zonj\u00ebs Ndihm\u00ebtare), die orthodoxe Kirche des Heiligen Georg (Sh\u00ebn Gjergj), den antiken dardanischen Tempel, der unter den beiden Namen Kirche des Heiligen Freitags und Moschee des Heiligen Freitags bekannt ist (da er zu verschiedenen Zeiten als orthodoxe Kirche aber auch als Moschee diente), Teken und andere Kultst\u00e4tten. Das Zusammenleben der Bev\u00f6lkerungsgruppen Prizrens gestaltet sich vollkommen harmonisch, gerade so wie sich die Schatten der Minarette und der Glockent\u00fcrme ber\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung dieser Stadt lebt, auch wenn sie verschiedenen Religionen und Ethnien angeh\u00f6rt, in Frieden miteinander und alle trinken t\u00e4glich ihren morgendlichen Kaffee in den kleinen Prizrener Caf\u00e9s. Keiner, der k\u00e4me und sich nicht wohl f\u00fchlte unter diesem Himmelszelt, das sich der verschiedenen Kulturen und Sprachen gewohnt ist.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p><em>\u201cWer einmal vom Wasser des Springbrunnens getrunken hat, verl\u00e4sst Prizren nicht mehr.\u201d So will es die Legende, auf deren Spuren st\u00f6sst, wer sich auf den Weg durch die engen Gassen der Stadt begibt.<\/em><\/p>\n<p><em>Und wirklich blieben manche, die kamen und ihren Durst l\u00f6schten, Prizren f\u00fcr immer verbunden; andere gingen wieder und kehrten nicht zur\u00fcck. Niemand weiss weshalb, aber eines ist sicher, nie ist es zu sp\u00e4t f\u00fcr eine R\u00fcckkehr, f\u00fcr eine erfrischende Sommerbrise in der Prizrener D\u00e4mmerung&#8230;<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cWer einmal vom Wasser des Springbrunnens getrunken hat, verl\u00e4sst Prizren nicht mehr.\u201d So will es die Legende, auf deren Spuren st\u00f6sst, wer sich auf den Weg durch die engen Gassen der Stadt begibt. Und wirklich blieben manche, die kamen und ihren Durst l\u00f6schten, Prizren f\u00fcr immer verbunden; andere gingen wieder und kehrten nicht zur\u00fcck. 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